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Vorsorge · 15 Min Lesezeit

Rente verstehen — und selbst aufbauen

Gesetzlich, betrieblich, privat. Was kommt automatisch, was musst du selbst tun, wo lohnt sich was?

Plangenial Redaktion 1. Mai 2026 15 Min Lesezeit
Rente verstehen — und selbst aufbauen

Drei Säulen, ein Ziel: im Alter genug Geld haben. Hier ist die ehrliche Übersicht — was kommt automatisch, was musst du selbst tun, und wo lohnt sich was wirklich.

01 Säule 1: Gesetzliche Rente

Du zahlst monatlich automatisch ein, der Staat zahlt dir später eine Rente. Faustformel für 2026: ca. 48 % deines durchschnittlichen Bruttoeinkommens als Rente. Wer 45 Jahre lang Durchschnittslohn verdient hat, bekommt rund 1.700 € Rente — das reicht für viele nicht.

Rentenlücke berechnen

Letzte 5 Brutto-Gehälter durchschnittlich · 0,48 = ungefähre Bruttorente. Davon Steuer und Krankenversicherung abziehen — der Rest ist deine Netto-Rente.

02 Säule 2: Betriebliche Altersvorsorge

Über den Arbeitgeber. Kann Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse oder Unterstützungskasse sein. Entgeltumwandlung: ein Teil deines Brutto wird steuerfrei in eine Vorsorge eingezahlt. Klingt gut — die Realität: in der Auszahlungsphase müssen oft volle Steuern und KV-Beiträge gezahlt werden.

Achtung Doppelverbeitragung

Wenn der Arbeitgeber 50 % nicht dazugibt, kann sich bAV finanziell weniger lohnen als ein eigener ETF — durchrechnen!

03 Säule 3: Private Vorsorge

Hier hast du die Wahl. Riester-Rente (staatliche Förderung, aber komplex), Rürup (für Selbständige), klassische Lebensversicherungen, fondsgebundene Versicherungen — und natürlich der ETF-Sparplan im eigenen Depot.

  • ·ETF-Sparplan: günstig, flexibel, transparent — aber selbst gemanagt.
  • ·Riester: nur sinnvoll bei Familien mit Kindern, sonst zu komplex.
  • ·Rürup: für Selbständige oft die einzige Steuerersparnis.
  • ·Klassische LV: in Niedrigzinsphasen meist unattraktiv.
Zusammenfassung

Take-Aways.

  • Gesetzliche Rente reicht meist nicht — 48 % ist Standardprognose.
  • bAV nur, wenn der Arbeitgeber > 30 % dazugibt.
  • Eigener ETF-Sparplan ist oft die ehrlichste Option.
  • Lücke heute berechnen, monatliche Rate festlegen, durchziehen.
PG
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