Die emotionalste Geldfrage in Deutschland. Mieten ist wegwerfen — sagt die eine Seite. Kaufen ist Selbstbetrug — sagt die andere. Beide haben recht, beide haben unrecht. Eine Methode, Emotion und Mathe zu trennen.
01 Die wahren Kosten beim Kauf
Ein Hauspreis von 500.000 € sind nicht 500.000 €. Plus Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notar (2 %), Makler (3,57 %), Renovierung — schnell sind es 60.000 € extra. Plus monatliche Instandhaltungsrücklage (1 % des Werts pro Jahr = 5.000 €). Plus Kreditzinsen über 20–30 Jahre.
Rechne immer mit 12 % Nebenkosten on top des Kaufpreises. Bei 500.000 € sind das 60.000 €, die direkt weg sind.
02 Die wahren Kosten beim Mieten
Miete ist scheinbar einfach: monatlich zahlen, fertig. Aber: Mieten steigen über die Jahre. Eine 1.500 €-Miete heute ist in 25 Jahren bei 2 % Inflation rund 2.460 €. Über die gesamte Mietzeit summiert sich das.
03 Die Vergleichsrechnung
Statt Bauchgefühl: setze beide Szenarien in eine Tabelle. Beim Kauf: Eigenkapital + Tilgung + Zinsen + Nebenkosten + Instandhaltung. Beim Mieten: Miete + die ETF-Rendite, die du auf das nicht ausgegebene Eigenkapital bekommst.
Wer 100.000 € Eigenkapital hat und nicht kauft, kann das Geld in einen ETF stecken. Bei 7 % Rendite werden daraus in 25 Jahren rund 542.000 €. Diesen "verpassten Gewinn" muss man beim Kauf gegenrechnen.
04 Der emotionale Faktor
Eigentum gibt Sicherheit, Gestaltungsspielraum, ein Zuhause. Das ist real und zählt. Aber: es zählt nicht in Euro. Wer sich ehrlich fragt, ob ihm Eigentum 50.000 € extra wert ist, hat schon gewonnen.
Take-Aways.
- →Kauf-Nebenkosten: 12 % on top — direkt verloren.
- →Mieten + ETF-Sparplan kann finanziell besser sein als Kauf.
- →Tabelle aufstellen, beide Szenarien 25 Jahre durchrechnen.
- →Emotionale Seite ist real — aber nicht in Euro messbar.