Ein Bruttolohn von 4.000 € klingt nach viel. Was am Ende auf dem Konto ankommt, sind aber meist 2.500 €. Wo gehen die 1.500 € hin? Eine ehrliche Steuer- und Sozialversicherungslehre.
01 Was vom Brutto abgezogen wird
Aus dem Bruttolohn werden zuerst die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen — Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Sie sind grundsätzlich gleich für alle, prozentual vom Brutto. Anschließend kommen die Steuern: Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (nur bei höheren Einkommen) und ggf. Kirchensteuer.
- Rentenversicherung: 9,3 % vom Brutto (Arbeitnehmeranteil)
- Krankenversicherung: 7,3 % + Zusatzbeitrag (im Schnitt 1,7 %)
- Pflegeversicherung: 1,8 % (mehr ohne Kinder)
- Arbeitslosenversicherung: 1,3 %
02 Die Lohnsteuerklassen
Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer dir der Arbeitgeber direkt einbehält. Steuerklasse I sind Singles, II Alleinerziehende mit Kindfreibetrag, III/V die klassische Ehepaar-Aufteilung (eine:r verdient deutlich mehr), IV/IV moderne Ehepaare mit ähnlichem Einkommen, VI für Zweitjobs.
Die Steuerklasse beeinflusst nur, wann du wie viel zahlst — am Ende des Jahres rechnest du es per Steuererklärung sowieso aus. Die endgültige Steuerlast hängt nur vom Jahreseinkommen ab.
03 Beispielrechnung: 4.000 € Brutto
Eine Person in Steuerklasse I, ohne Kirche, mit durchschnittlichem KV-Zusatzbeitrag von 1,7 %:
- ·Brutto: 4.000 €
- ·− Sozialversicherungen (ca. 19,5 %): −780 €
- ·− Lohnsteuer (ca. 18 %): −504 €
- ·− Solidaritätszuschlag: 0 € (unter Freigrenze)
- ·= Netto: ca. 2.716 €
Take-Aways.
- →Vom Brutto bleiben meist 60–65 % als Netto übrig.
- →Sozialversicherung: 19,5 % vom Brutto, gedeckelt nach oben.
- →Steuer: progressiv, höhere Einkommen zahlen prozentual mehr.
- →Steuererklärung lohnt fast immer — Werbungskosten geltend machen!