Finanzpost Finanzpost
Steuern · 8 Min Lesezeit

Brutto, Netto, Solidaritäts­zuschlag — die ehrliche Lohnabrechnung

Vom Bruttolohn bis zur Auszahlung: jeder Abzug erklärt, jeder Freibetrag genutzt. Mit konkreten Rechenbeispielen.

Plangenial Redaktion 1. Mai 2026 8 Min Lesezeit
Brutto, Netto, Solidaritäts­zuschlag — die ehrliche Lohnabrechnung

Ein Bruttolohn von 4.000 € klingt nach viel. Was am Ende auf dem Konto ankommt, sind aber meist 2.500 €. Wo gehen die 1.500 € hin? Eine ehrliche Steuer- und Sozialversicherungslehre.

01 Was vom Brutto abgezogen wird

Aus dem Bruttolohn werden zuerst die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen — Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Sie sind grundsätzlich gleich für alle, prozentual vom Brutto. Anschließend kommen die Steuern: Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (nur bei höheren Einkommen) und ggf. Kirchensteuer.

  1. Rentenversicherung: 9,3 % vom Brutto (Arbeitnehmeranteil)
  2. Krankenversicherung: 7,3 % + Zusatzbeitrag (im Schnitt 1,7 %)
  3. Pflegeversicherung: 1,8 % (mehr ohne Kinder)
  4. Arbeitslosenversicherung: 1,3 %

02 Die Lohnsteuerklassen

Die Steuerklasse bestimmt, wie viel Lohnsteuer dir der Arbeitgeber direkt einbehält. Steuerklasse I sind Singles, II Alleinerziehende mit Kindfreibetrag, III/V die klassische Ehepaar-Aufteilung (eine:r verdient deutlich mehr), IV/IV moderne Ehepaare mit ähnlichem Einkommen, VI für Zweitjobs.

Wichtig zu wissen

Die Steuerklasse beeinflusst nur, wann du wie viel zahlst — am Ende des Jahres rechnest du es per Steuererklärung sowieso aus. Die endgültige Steuerlast hängt nur vom Jahreseinkommen ab.

03 Beispielrechnung: 4.000 € Brutto

Eine Person in Steuerklasse I, ohne Kirche, mit durchschnittlichem KV-Zusatzbeitrag von 1,7 %:

  • ·Brutto: 4.000 €
  • ·− Sozialversicherungen (ca. 19,5 %): −780 €
  • ·− Lohnsteuer (ca. 18 %): −504 €
  • ·− Solidaritätszuschlag: 0 € (unter Freigrenze)
  • ·= Netto: ca. 2.716 €
Zusammenfassung

Take-Aways.

  • Vom Brutto bleiben meist 60–65 % als Netto übrig.
  • Sozialversicherung: 19,5 % vom Brutto, gedeckelt nach oben.
  • Steuer: progressiv, höhere Einkommen zahlen prozentual mehr.
  • Steuererklärung lohnt fast immer — Werbungskosten geltend machen!
PG
Über die Autor:innen

Plangenial Redaktion

Das Redaktionsteam hinter Finanzpost — eine Schulungsplattform für deutsche Anleger. Provisionsfrei, ohne Affiliate-Druck, mit Fokus auf Verstehen statt Verkaufen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Bildung und Information. Er stellt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung dar. Für individuelle Entscheidungen wende dich an qualifizierte Steuerberater:innen, Rechtsanwält:innen oder unabhängige Honorar-Anlageberater:innen. Mehr im Impressum.