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Folge 08 ·17:08 ·13. Jan. 2026

Sparen vs. Investieren - Der entscheidende Unterschied

💰 Warum Sparen allein dich nicht reich macht!

Sparen vs. Investieren: Warum der Unterschied über dein Vermögen entscheidet

In der achten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast, räumen Lia und Finanzexperte Maik Marx mit einem Missverständnis auf, das viele teuer zu stehen kommt: dem Unterschied zwischen Sparen und Investieren. Beide Begriffe werden ständig synonym verwendet, doch sie bedeuten völlig verschiedene Dinge und führen zu völlig verschiedenen Ergebnissen. Du erfährst, was Sparen wirklich leistet, warum Investieren das eigentliche Werkzeug für deinen Vermögensaufbau ist und nach welcher Faustregel du dein Geld aufteilst. An handfesten Zahlen zeigt diese Folge, warum Sparen allein dich nicht ans Ziel bringt.

Was Sparen wirklich bedeutet

Sparen heißt, Geld beiseitezulegen und sicher aufzubewahren. Du verzichtest auf Konsum und parkst dein Geld auf einem Sparkonto oder Tagesgeldkonto. Das Ziel ist nicht Wachstum, sondern Erhalt und Verfügbarkeit: Das Geld soll da sein, wenn du es brauchst. Sparen ist sicher, denn das Risiko, dein Kapital zu verlieren, ist praktisch null. Der Preis dafür ist die fehlende Rendite. Die Zinsen liegen oft unter einem Prozent, und so verliert dein Geld durch die Inflation stetig an Kaufkraft. Sparen ist deshalb genau richtig für deinen Notgroschen und kurzfristige Ziele, aber kein Werkzeug für den Vermögensaufbau. Die wichtigsten Grundlagen dazu findest du in unserem Wissensbereich.

Was Investieren leistet

Investieren bedeutet, dein Geld in Vermögenswerte anzulegen, die im Wert steigen können: Aktien, ETFs, Immobilien oder Rohstoffe. Das Ziel ist nicht Erhalt, sondern Vermehrung. Dafür gehst du ein gewisses Risiko ein, denn die Werte schwanken. Im Gegenzug bekommst du langfristig die Chance auf deutlich höhere Renditen. Historisch haben breit gestreute Aktien im Schnitt rund 7 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt, weit mehr als Inflation und Sparzinsen. Genau das macht Investieren zum eigentlichen Hebel für Vermögensaufbau und finanzielle Freiheit. Welche Anlageformen sich wofür eignen, zeigt unsere Anlage-Übersicht.

Sparen heißt sicher aufbewahren: gut fürs kurzfristige Ziel, schwach beim Wachstum.

Das Rechenbeispiel, das alles erklärt

Maik macht den Unterschied an einem Beispiel greifbar. Stell dir vor, du hast 10.000 Euro. Legst du sie auf ein Sparkonto mit 0,5 Prozent Zinsen, stehen dort nach 10 Jahren etwa 10.500 Euro. Rechnest du aber 2 Prozent Inflation pro Jahr ein, sind sie real nur noch rund 8.600 Euro wert. Investierst du dieselben 10.000 Euro stattdessen in einen ETF mit 7 Prozent Rendite, sind daraus nach 10 Jahren etwa 19.700 Euro geworden, real rund 16.100 Euro. Das ist fast eine Verdopplung, während dein Erspartes geschrumpft wäre. Den Unterschied kannst du mit unseren Rechnern für deine eigene Summe nachstellen.

Die 5-Jahres-Regel als klare Faustregel

Wann solltest du sparen und wann investieren? Maik gibt eine einfache Faustregel an die Hand: Spare für kurzfristige Ziele und deinen Notgroschen, investiere für langfristige Ziele. Dein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben gehört auf ein Tagesgeldkonto, weil er jederzeit verfügbar sein muss. Auch Geld, das du in den nächsten ein bis drei Jahren fest verplant hast, etwa für ein Auto oder die Anzahlung einer Wohnung, darf nicht schwanken. Alles, was du länger als fünf Jahre nicht brauchst, sollte hingegen investiert werden. Fünf Jahre sind die magische Grenze: kürzer sparen, länger investieren. Welche Konten und Depots sich lohnen, zeigt dir unser Vergleich.

Münzglas für die Altersvorsorge als Sinnbild für langfristigen Vermögensaufbau
Für die Rente gilt: investieren statt sparen, denn der Zeithorizont ist lang.
Sparen vs. Investieren: 30 Jahre, 200 € im Monat

30 Jahre lang 200 € im Monat auf ein Sparkonto mit 0,5 % Zinsen ergeben rund 75.000 €. Dieselben 200 € monatlich in einen ETF mit 7 % Rendite ergeben etwa 245.000 €. Das ist mehr als das Dreifache: ein Unterschied von rund 170.000 €, allein weil du investiert statt nur gespart hast.

Warum "Sparen für die Rente" ein teurer Fehler ist

Sehr viele Menschen sagen: "Ich spare für die Rente" und legen ihr Geld auf ein Sparkonto. Genau hier liegt das große Missverständnis. Bis zur Rente sind es oft 20, 30 oder 40 Jahre, also ein klar langfristiges Ziel, für das man investieren sollte. Wer für die Rente nur spart, verschenkt ein kleines Vermögen. Der Grund ist der Zinseszinseffekt, der bei höheren Renditen ungleich stärker wirkt: 30 Jahre lang 300 Euro im Monat zu 7 Prozent ergeben rund 367.000 Euro, während dasselbe Geld gespart nur etwa 118.000 Euro bringt. Über lange Zeiträume arbeitet die Rendite für dich.

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Warum so viele trotzdem nur sparen

Wenn der Unterschied so groß ist, warum sparen dann immer noch so viele Menschen? Maik nennt drei Gründe. Erstens Unwissenheit: Viele ahnen gar nicht, wie gewaltig die Lücke über die Jahre wird. Zweitens Angst: Investieren bedeutet Risiko, und wer von Börsencrashs gehört hat, hält Aktien schnell für Teufelszeug. Drittens Bequemlichkeit: Ein Sparkonto ist mit wenigen Klicks eröffnet, während Investieren nach Information und Entscheidungen verlangt. Genau dagegen arbeitet dieser Podcast an und zeigt, dass Investieren längst nicht so kompliziert ist, wie es scheint. Unverzichtbare Fachbegriffe rund um Geldanlage erklärt dir dabei unser Finanzlexikon.

Wie du die Angst vor dem Investieren überwindest

Die Angst vor dem Investieren ist verständlich, aber meistens irrational, und du kannst sie mit ein paar Strategien überwinden. Fang klein an: Schon 50 oder 100 Euro im Monat reichen, um dich an die Schwankungen zu gewöhnen. Investiere breit gestreut: Ein ETF bündelt Hunderte oder Tausende Unternehmen und senkt so das Risiko enorm. Denke langfristig und schau nicht täglich aufs Depot. Und bilde dich weiter, denn je mehr du verstehst, desto kleiner wird die Angst. Wer in einen weltweit gestreuten ETF wie den MSCI World investiert, macht schon fast alles richtig, ohne Einzelaktien auswählen oder den Markt timen zu müssen.

Große Schere als Sinnbild für das Kappen unnötiger Kosten und schlechter Renditen
Niedrige Zinsen und Inflation knabbern am Ersparten: investieren bremst den Verlust.

Sparen und Investieren clever kombinieren

Die gute Nachricht: Du musst dich nicht entscheiden, denn die optimale Strategie kombiniert beides. Zuerst baust du durch Sparen deinen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto auf, das gibt dir Sicherheit. Sobald dieses Polster steht, investierst du parallel jeden Monat einen festen Betrag in einen ETF-Sparplan. Kurzfristige Wünsche wie ein Urlaub werden weiterhin gespart, nicht investiert. Eine bewährte Aufteilung: rund fünf Prozent deiner Sparquote aufs Tagesgeld für kurzfristige Ziele, fünfzehn Prozent in den ETF-Sparplan für den langfristigen Aufbau. So verbindest du Sicherheit und Wachstum. Unabhängige, seriöse Anlaufstellen ohne Verkaufsinteresse sind dabei die Verbraucherzentrale, das Portal Finanztip und die Deutsche Bundesbank.

Fazit: Beides braucht es, aber für unterschiedliche Zwecke

Sparen und Investieren sind kein Entweder-oder, sondern zwei Werkzeuge mit unterschiedlichem Zweck: Sparen sorgt für Sicherheit und kurzfristige Ziele, Investieren schafft langfristig echtes Vermögen. Der größte Fehler ist nicht, das falsche Produkt zu wählen, sondern gar nicht erst anzufangen, denn jeder gewartete Tag ist ein verlorener Tag für den Zinseszinseffekt. Frag dich ehrlich, wie viel deines Geldes auf dem Sparkonto liegt, das eigentlich investiert sein sollte. Hör dir jetzt die ganze Folge an, abonniere den Podcast und teile ihn mit allen, die noch alles sparen. In der nächsten Folge geht es um Zinsen und Zinseszins, die mächtigsten Kräfte beim Vermögensaufbau.

Shownotes zu dieser Folge +

In der achten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast klären Lia und Finanzexperte Maik Marx einen fundamentalen Unterschied, der über deine finanzielle Zukunft entscheidet: Sparen vs. Investieren. Viele Menschen verwechseln diese Begriffe, aber sie bedeuten völlig unterschiedliche Dinge!

Erfahre, was Sparen wirklich ist (Geld sicher aufbewahren, kaum Rendite) und was Investieren bedeutet (Geld vermehren, höhere Rendite, mehr Risiko). Maik zeigt dir an dramatischen Rechenbeispielen: 10.000€ auf dem Sparkonto werden in 10 Jahren zu real nur 8.600€, während die gleichen 10.000€ investiert zu 16.100€ werden. Das sind fast 8.000€ Unterschied!

Du lernst die klare Faustregel: Spare für kurzfristige Ziele (unter 5 Jahre) und deinen Notgroschen. Investiere für langfristige Ziele (über 5 Jahre) und Vermögensaufbau. Mit konkreten Beispielen für Altersvorsorge zeigt Maik: 200€/Monat über 30 Jahre = 75.000€ beim Sparen vs. 245.000€ beim Investieren. Das ist ein Unterschied von 170.000€!

In dieser Folge erfährst du
  • Was Sparen ist: Geld sicher aufbewahren, kaum Rendite, Kaufkraftverlust durch Inflation
  • Was Investieren ist: Geld vermehren, höhere Rendite (7-8%), Schwankungen
  • Konkretes Rechenbeispiel: 10.000€ nach 10 Jahren - Sparen vs. Investieren
  • Die 5-Jahres-Regel: Kürzer sparen, länger investieren
  • Warum „Sparen für die Rente" ein Fehler ist
  • Altersvorsorge-Beispiel: 245.000€ vs. 75.000€ bei 200€/Monat über 30 Jahre
  • Wie du die Angst vor dem Investieren überwindest (klein anfangen, breit streuen)
  • Sparen und Investieren kombinieren: Die optimale Strategie
  • Zinseszinseffekt: 367.000€ vs. 118.000€ bei 300€/Monat über 30 Jahre ⏰
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Herzlich willkommen zurück bei Finanzpost.de, der Finanz- und Vorsorge-Podcast. Ich bin Lia und ich freue mich sehr, dass du auch heute wieder eingeschaltet hast. In den letzten Folgen haben wir über Inflation und Inflationsschutz gesprochen. Heute klären wir einen fundamentalen Unterschied, der vielen Menschen nicht bewusst ist. Was ist der Unterschied zwischen Sparen und Investieren? Viele verwenden diese Begriffe synonym, aber sie bedeuten völlig unterschiedliche Dinge. Und natürlich ist wieder mein Finanzexperte an meiner Seite, der mir diesen Unterschied kristallklar machen wird. Herzlich willkommen, Maik Marx.

Maik Marx: Danke, Lia. Das ist wirklich ein sehr wichtiges Thema, denn die Verwechslung von Sparen und Investieren führt dazu, dass viele Menschen ihr Geld falsch anlegen und dadurch Chancen verpassen. Heute wollen wir das ein für alle Mal klarstellen.

Lia: Perfekt. Maik, lass uns ganz einfach anfangen. Was ist Sparen?

Maik Marx: Sparen bedeutet, Geld beiseite zu legen und es sicher aufzubewahren. Du verzichtest auf Konsum und legst das Geld auf ein Sparkonto, ein Tagesgeldkonto oder unter dein Kopfkissen. Das Ziel beim Sparen ist, das Geld zu erhalten und verfügbar zu haben, wenn du es brauchst. Sparen ist sicher, es gibt praktisch kein Risiko, dass du dein Geld verlierst. Aber es gibt auch kaum Rendite. Die Zinsen auf Sparkonten sind aktuell sehr niedrig, oft unter 1%. Das bedeutet, wie wir in den letzten Folgen gelernt haben, dass dein Geld durch Inflation an Kaufkraft verliert. Sparen ist wichtig und richtig für deine Notgroschen und für kurzfristige Ziele. Aber es ist kein Werkzeug für Vermögensaufbau.

Lia: Okay, Sparen ist also sicher, aber bringt kaum Rendite. Was ist dann investieren?

Maik Marx: Investieren bedeutet, dein Geld in Vermögenswerte anzulegen, die im Wert steigen können. Du kaufst Aktien, ETFs, Immobilien, Rohstoffe. Das Ziel beim Investieren ist, dein Geld zu vermehren. Du gehst ein gewisses Risiko ein, denn die Werte können schwanken. Aber langfristig hast du die Chance auf deutlich höhere Renditen als beim Sparen. Historisch gesehen haben Aktien eine durchschnittliche Rendite von 7 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt. Das ist deutlich mehr als die Inflation und deutlich mehr als die Zinsen auf einem Sparkonto. Investieren ist das Werkzeug für Vermögensaufbau und finanzielle Freiheit.

Lia: Das ist ein klarer Unterschied. Sparen ist sicher, aber ohne Wachstum. Investieren ist riskanter, aber mit Wachstumspotenzial. Kannst du das an einem Beispiel verdeutlichen?

Maik Marx: Sehr gerne. Stell dir vor, du hast 10.000 Euro. Du kannst sie entweder sparen oder investieren. Szenario 1. Du legst die 10.000 Euro auf ein Sparkonto mit 0,5% Zinsen. Nach 10 Jahren hast du etwa 10.500 Euro. Klingt nach Gewinn, oder? Aber wenn die Inflation in diesen 10 Jahren durchschnittlich 2% pro Jahr war, dann sind deine 10.500 Euro nur noch etwa 8.600 Euro wert, gemessen an der Kaufkraft. Du hast real Geld verloren. Szenario 2 Du investierst die 10.000 Euro in einen ETF mit einer durchschnittlichen Rendite von 7% pro Jahr. Nach 10 Jahren hast du etwa 19.070 Euro. Selbst wenn du die Inflation von 2% abziehst, hast du real etwa 16.070 Euro. Du hast dein Geld mehr als verdoppelt, während es beim Sparen geschrumpft ist.

Lia: Wow, das ist ein dramatischer Unterschied. 16.100 Euro versus 8.600 Euro. Das sind fast 8.000 Euro Unterschied. Maik, warum sparen dann so viele Menschen immer noch, statt zu investieren?

Maik Marx: Es gibt mehrere Gründe. Erstens, Unwissenheit. Viele Menschen wissen nicht, wie groß der Unterschied ist. Sie denken, Sparen ist sicher und gut und das reicht. Zweitens, Angst. Investieren bedeutet Risiko. Und viele Menschen haben Angst, Geld zu verlieren. Sie haben von Börsencrashs gehört und denken, Aktien sind Teufelszeug. Drittens, Bequemlichkeit. Sparen ist einfach. Du gehst zur Bank, eröffnest ein Sparkonto, fertig. Investieren erfordert mehr Aufwand. Du musst dich informieren, ein Depot eröffnen, Entscheidungen treffen. Aber genau deshalb machen wir diesen Podcast. Wir wollen Unwissenheit beseitigen, Ängste abbauen und zeigen, dass Investieren gar nicht so kompliziert ist.

Lia: Das ist eine wichtige Mission. Lass uns über die Risiken sprechen. Du hast gesagt, investieren ist riskanter als sparen. Was genau sind die Risiken?

Maik Marx: Das größte Risiko beim Investieren ist die Volatilität, also die Schwankung der Kurse. Wenn du in Aktien oder ETFs investierst, kann der Wert deines Portfolios von Tag zu Tag, von Monat zu Monat schwanken. In einem Jahr kann es 20% raufgehen, im nächsten 10% runtergehen. Das kann emotional belastend sein. Viele Menschen verkaufen dann in Panik, wenn die Kurse fallen und realisieren dadurch Verluste. Das ist der größte Fehler. Wenn du langfristig investierst, über 10, 15, 20 Jahre, gleichen sich diese Schwankungen aus. Historisch gesehen haben Aktienmärkte langfristig immer positive Renditen erzielt. Das Risiko, Geld zu verlieren, ist also vor allem ein kurzfristiges Risiko. Langfristig ist das Risiko beim Investieren sogar geringer als beim Sparen, weil du beim Sparen garantiert Kaufkraft durch Inflation verlierst.

Lia: Das ist ein interessanter Punkt. Langfristig ist Sparen riskanter als Investieren, weil man garantiert Kaufkraft verliert. Maik, wann sollte ich sparen und wann sollte ich investieren?

Maik Marx: Sehr gute Frage. Hier ist eine einfache Faustregel. Spare für kurzfristige Ziele und für deine Notgroschen. Investiere für langfristige Ziele und Vermögensaufbau. Konkret, dein Notgroschen, also drei bis sechs Monatsausgaben, gehört auf ein Tagesgeldkonto. Das ist dein Sicherheitsnetz für Notfälle und es muss jederzeit verfügbar sein. Wenn du in den nächsten ein bis drei Jahren ein Auto kaufen willst, eine Hochzeit planst oder eine Anzahlung für eine Wohnung brauchst, dann spare dafür. Dieses Geld darf nicht schwanken, weil du es zu einem bestimmten Zeitpunkt brauchst. Aber wenn du für die Altersvorsorge sparst, für die finanzielle Freiheit, für die Ausbildung deiner Kinder in 15 Jahren, dann investiere. Alles, was du länger als 5 Jahre nicht brauchst, sollte investiert werden.

Lia: 5 Jahre ist also die magische Grenze. Kürzer als 5 Jahre – Sparen. Länger als 5 Jahre – Investieren. Das ist eine klare Regel. Maik, was ist mit Menschen, die sagen, ich spare für die Rente? Ist das Sparen oder Investieren?

Maik Marx: Das ist eine sehr gute Frage und hier liegt oft das Missverständnis. Wenn jemand sagt, ich spare für die Rente und das Geld auf ein Sparkonto legt, dann macht er einen großen Fehler. Bis zur Rente sind oft 20, 30, 40 Jahre. Das ist ein langfristiges Ziel und dafür sollte man investieren, nicht sparen. Wenn du 30 Jahre lang jeden Monat 20.0 Euro auf ein Sparkonto mit 0,5% Zinsen legst, hast du am Ende etwa 75.000 Euro. Wenn du die gleichen 20.0 Euro jeden Monat in einen ETF mit 7% Rendite investierst, hast du am Ende etwa 245.000 D-Euro. Das ist mehr als das Dreifache. Wer für die Rente spart, statt zu investieren, verschenkt ein Vermögen.

Lia: Das ist wirklich dramatisch. 245.000 Euro versus 75.000 Euro. Das sind 170.000 Euro Unterschied. Maik, lass uns über die psychologische Seite sprechen. Viele Menschen fühlen sich beim Sparen sicherer. Wie kann man diese Angst vor dem Investieren überwinden?

Maik Marx: Das ist eine sehr wichtige Frage. Die Angst ist verständlich, aber oft irrational. Hier sind ein paar Strategien, um die Angst zu überwinden. Erstens, fang klein an. Du musst nicht sofort 10.000 Euro investieren. Fang mit 50 oder 100 Euro im Monat an. Gewöhne dich an die Schwankungen. Lerne, dass es normal ist, dass die Kurse mal rauf und mal runter gehen. 2. Investiere breit gestreut. Kaufe nicht eine einzelne Aktie, sondern einen ETF, der hunderte oder tausende Unternehmen enthält. Das reduziert das Risiko enorm. 3. Denke langfristig. Schau nicht jeden Tag auf dein Depot. Investiere und vergiss es für ein paar Jahre. Viertens, bilde dich weiter. Je mehr du über Investieren lernst, desto weniger Angst hast du. Wissen ist das beste Mittel gegen Angst.

Lia: Das sind super Tipps. Kleinanfang, breitstreuen, langfristig denken, weiterbilden. Maik, gibt es Situationen, in denen Sparen besser ist als Investieren?

Maik Marx: Ja, absolut. Wie ich schon gesagt habe. Für kurzfristige Ziele und den Notgroschen ist Sparen die richtige Wahl. Wenn du in einem Jahr ein Auto kaufen willst und dafür 10.000 Euro brauchst, dann leg das Geld nicht in Aktien an. Die Kurse könnten in einem Jahr gefallen sein und dann hast du nur noch 8.000 Euro. Für solche Ziele ist ein Tagesgeldkonto oder Festgeld die richtige Wahl. Auch wenn du sehr risikoavers bist und die Schwankungen psychisch nicht ertragen kannst, ist es besser zu sparen, als gar nichts zu tun. Aber langfristig solltest du versuchen, deine Risikobereitschaft zu erhöhen, indem du dich weiterbildest und klein anfängst.

Lia: Das macht Sinn. Sparen hat seinen Platz, aber für langfristige Ziele ist Investieren überlegen. Maik, lass uns über den Zinseszinseffekt sprechen. Der ist ja beim Investieren viel stärker als beim Sparen, oder?

Maik Marx: Absolut. Der Zinseszinseffekt ist einer der mächtigsten Mechanismen beim Vermögensaufbau und er funktioniert beim Investieren viel besser als beim Sparen, weil die Renditen höher sind. Lass mich das an einem Beispiel zeigen. Stell dir vor, du investierst 30 Jahre lang jeden Monat 30.0 Euro in einen ETF mit 7% Rendite. Du zahlst insgesamt 108.000 Euro ein, aber am Ende hast du etwa 36.000, 7.000 Euro. Das bedeutet, 259.000 Euro sind allein durch den Zinseszinseffekt entstanden. Dein Geld hat für dich gearbeitet. Wenn du die gleichen 30.0 Euro auf ein Sparkonto mit 0,5% Zinsen legst, hast du am Ende etwa 118.000 Euro. Nur 10.000 Euro sind durch Zinsen entstanden. Der Unterschied ist gewaltig.

Lia: 300.000, 67.000 Euro versus 118.000 Euro. Das ist mehr als das Dreifache. Der Zinseszinseffekt ist wirklich mächtig. Maik, was würdest du jemandem sagen, der jetzt denkt, okay, ich verstehe den Unterschied, aber ich habe Angst, einen Fehler zu machen. Was, wenn ich das Falsche investiere?

Maik Marx: Ich würde sagen, der größte Fehler ist, gar nicht zu investieren. Wenn du in einen breit gestreuten ETF wie den MSCI World investierst, machst du schon fast alles richtig. Du musst keine Einzelaktien auswählen. Du musst kein Timing betreiben. Du kaufst einfach regelmäßig Anteile an einem ETF, der die ganze Weltwirtschaft abbildet. Das ist eine solide, bewährte Strategie. Natürlich kannst du Fehler machen, zum Beispiel in Panik verkaufen, wenn die Kurse fallen. Aber auch aus Fehlern lernst du. Wichtig ist, dass du anfängst. Jeder Tag, den du wartest, ist ein verlorener Tag für den Zinseszinseffekt.

Lia: Das ist ein wichtiger Punkt. Anfangen ist wichtiger, als perfekt zu sein. Maik, lass uns noch über ein Thema sprechen. Kann man sparen und investieren kombinieren?

Maik Marx: Nicht nur kann man, man sollte. Die optimale Strategie ist, beides zu tun. Zuerst baust du deine Notgroschen auf, indem du sparst. Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto. Das gibt dir Sicherheit. Sobald dieser Notgroschen steht, fängst du an zu investieren. Jeden Monat legst du einen festen Betrag in einen ETF-Sparplan. Gleichzeitig sparst du vielleicht noch für kurzfristige Ziele, zum Beispiel für einen Urlaub oder ein neues Möbelstück. Die Aufteilung könnte so aussehen, von deinen 20% Sparquote aus der 50-30-20-Regel gehen vielleicht 5% auf ein Tagesgeldkonto für kurzfristige Ziele und 15% in einen ETF-Sparplan für langfristige Ziele. So kombinierst du Sicherheit und Wachstum.

Lia: Das ist eine klare und praktische Strategie. Sparen für Sicherheit und kurzfristige Ziele. Investieren für Wachstum und langfristige Ziele. Maik, vielen Dank für diese glasklare Erklärung des Unterschieds zwischen Sparen und Investieren. Ich habe jetzt wirklich verstanden, warum beides wichtig ist. Aber für unterschiedliche Zwecke.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Dieser Unterschied ist fundamental. Wer ihn versteht und umsetzt, ist auf dem besten Weg zur finanziellen Freiheit.

Lia: Absolut. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, überlegt euch jetzt. Wie viel Geld habt ihr auf dem Sparkonto, das eigentlich investiert sein sollte? Wenn ihr für die Rente, für die finanzielle Freiheit, für die Zukunft eurer Kinder spart, dann solltet ihr investieren, nicht sparen. In unserer nächsten Folge sprechen wir über Zinsen und Zinseszins. Die mächtigsten Kräfte beim Vermögensaufbau. Seid also unbedingt wieder dabei.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren. Beachtet bitte auch unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Alle Links und Shownotes findet ihr wie immer auch auf unserer Webseite.

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