Kaufkraftverlust stoppen: Wie du dich gegen Inflation schützt
Willkommen zur siebten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast. Nachdem Lia und Finanzexperte Maik Marx zuletzt erklärt haben, warum dein Geld durch Inflation an Wert verliert, wird es heute konkret. Du erfährst, mit welchen Anlagen du deine Kaufkraft erhältst und sogar vermehrst, warum Sachwerte das Geheimrezept gegen die schleichende Geldentwertung sind und wie du Schritt für Schritt eine inflationssichere Strategie aufbaust. Diese Folge macht dich vom Theoretiker zum Anleger.
Sachwerte statt Geldwerte: der entscheidende Unterschied
Maik bringt es auf den Punkt: Nur eine von zwei Vermögensarten schützt dich vor Inflation. Geldwerte wie Bargeld, Sparbuch und Festgeld verlieren garantiert an Wert, denn ihr Nennbetrag bleibt gleich, während die Preise steigen. Sachwerte dagegen besitzen einen inneren Wert, unabhängig vom Geld, und steigen tendenziell mit der Inflation oder sogar darüber hinaus. Die drei wichtigsten sind Aktien, Immobilien und Rohstoffe. Wer das verstanden hat, lässt sein Vermögen nicht länger auf dem Sparbuch schmelzen, sondern erhält es real. Die Grundlagen dazu findest du kompakt in unserem Wissensbereich.
Aktien und ETFs: dein Wachstumsmotor
Aktien sind Anteile an echten Unternehmen, und die können ihre Preise anheben, wenn die Inflation steigt. Verteuern sich die Rohstoffe, hebt etwa ein Lebensmittelhersteller seine Verkaufspreise an, die Gewinne bleiben stabil oder wachsen, und damit steigt der Wert der Aktie. Historisch haben Aktien langfristig sieben bis acht Prozent Rendite pro Jahr erzielt und die durchschnittliche Inflation von rund zwei Prozent deutlich geschlagen. Sie sind also Inflationsschutz und Vermögensaufbau in einem. Du musst dafür kein Experte sein: Ein ETF auf den MSCI World streut dein Geld über mehr als 1.600 Unternehmen weltweit. Welche Anlageklassen wie funktionieren, zeigt dir unsere Anlage-Übersicht.
Schwankungen aushalten statt in Panik verkaufen
Viele scheuen Aktien, weil die Kurse schwanken, und diese Sorge solltest du richtig einordnen. Ja, ein Markt kann in einem Jahr zwanzig Prozent steigen und im nächsten zehn Prozent fallen. Doch über zehn bis zwanzig Jahre haben breit gestreute Aktienanlagen bisher immer positive Renditen geliefert. Der Schlüssel ist, langfristig zu denken und in schwachen Phasen nicht in Panik zu verkaufen, denn Verluste werden erst durch den Verkauf endgültig. Wer durchhält, lässt die Zeit für sich arbeiten. Wie sich diese Renditen auf dein Vermögen auswirken, kannst du mit unseren Rechnern durchspielen.
Immobilien: Sachwert mit Hebel
Immobilien sind der klassische Sachwert. Steigt die Inflation, ziehen meist auch Preise und Mieten an. Wer vermietet, kann die Miete anpassen, sodass die Einnahmen mitwachsen, während der Wert des Objekts steigt. Ein oft übersehener Vorteil: Finanzierst du mit einem Kredit zu festem Zins, profitierst du sogar von der Inflation. Deine Schuld bleibt nominal gleich, verliert real aber an Wert, weil du sie mit billigerem Geld zurückzahlst. So wird die Inflation für Schuldner mit Festzins zum stillen Helfer. Begriffe wie Tilgung, Nominalwert oder Realzins erklärt dir unser Finanzlexikon.
Immobilien ohne Eigenkapital: REITs und Crowdinvesting
Eine eigene Immobilie erfordert viel Eigenkapital, doch du kommst auch mit kleinem Geld an diesen Sachwert. REITs, also börsennotierte Immobiliengesellschaften, kaufst du wie Aktien: Du erwirbst Anteile an einem Unternehmen, das Immobilien besitzt und vermietet, und erhältst einen Teil der Mieten als Dividende. So bist du am Markt beteiligt, ohne selbst Hausbesitzer zu werden. Beim Crowdinvesting finanzieren viele Anleger mit kleinen Beträgen gemeinsam ein Projekt. Beide Wege machen Immobilien auch für kleinere Budgets zugänglich. Welche Anbieter sich lohnen, hilft dir unser Vergleich einzuordnen.
Wer auf den täglichen Coffee to go verzichtet, spart rund 90 € im Monat. Fließt dieser Betrag in einen ETF mit durchschnittlich 7 % Rendite, wächst er über 30 Jahre dank Zinseszins auf über 100.000 € an. Nicht der große Einsatz entscheidet, sondern die Regelmäßigkeit und die Zeit, die du deinem Geld gibst.
Gold und Rohstoffe: Versicherung, nicht Hauptanlage
Gold ist der bekannteste Rohstoff als Inflationsschutz. In Krisen oder bei stark steigender Inflation flüchten viele in Gold, was den Preis treibt. Allerdings wirft Gold weder Zinsen noch Dividenden ab, es bewahrt nur seinen Wert, weshalb es eher Versicherung als renditestarke Investition ist. Maik empfiehlt deshalb höchstens fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Gold. Öl oder Kupfer direkt zu kaufen ist für Privatanleger kompliziert, hier sind Rohstoff-ETFs einfacher. Für die meisten bleiben Aktien und ETFs aber der Kern, Rohstoffe nur die kleine Beimischung.
Die richtige Aufteilung deines Vermögens
Eine bewährte Aufteilung sieht so aus: 70 bis 80 Prozent in Aktien und ETFs als Wachstumsmotor, 10 bis 20 Prozent in Immobilien direkt oder über REITs für Stabilität sowie 5 bis 10 Prozent in Gold als Absicherung. Dazu kommt dein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto, der bewusst nicht investiert wird. Diese Verteilung hängt von Alter, Risikobereitschaft und Zielen ab. Wer jung ist und noch dreißig Jahre bis zur Rente hat, kann mehr Risiko tragen und stärker auf Aktien setzen, kurz vor der Rente ist mehr Sicherheit sinnvoll. Auch inflationsindexierte Bundesanleihen, deren Zins an die Inflation gekoppelt ist, können ein Baustein sein.
Schrittweise einsteigen: der Cost-Average-Effekt
Wer 10.000 Euro auf dem Sparbuch hat, sollte nicht alles auf einen Schlag investieren. Sichere zuerst deinen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto und lege den Rest schrittweise über einen Sparplan an. Legst du jeden Monat einen festen Betrag in einen ETF, kaufst du mal teurer, mal günstiger und erhältst im Schnitt einen guten Einstiegspreis. Dieser Cost-Average-Effekt nimmt dir die Angst vor dem falschen Zeitpunkt. Niemand kann den perfekten Moment vorhersagen, deshalb gilt: Time in the market beats timing the market. Unabhängige Orientierung ohne Verkaufsinteresse findest du bei der Verbraucherzentrale, beim Portal Finanztip und bei der Deutschen Bundesbank.
Nicht nur anlegen: Einkommen rauf, Ausgaben runter
Inflationsschutz ist mehr als Investieren, du kannst auch an Einnahmen und Ausgaben drehen. Verhandle eine Gehaltserhöhung, die mindestens die Inflationsrate ausgleicht, und passe als Selbstständiger deine Preise regelmäßig an. Auf der Ausgabenseite lohnt der Wechsel zu günstigeren Anbietern bei Versicherung, Strom und Handy, dazu bewusstes Einkaufen statt Impulskäufe. Jeder gesparte Euro lässt sich investieren und arbeitet dann für dich. Selbst kleine Beträge zählen: Wer nur 25 oder 50 Euro im Monat anlegt, baut über Jahrzehnte ein beachtliches Vermögen auf. Oft fehlt nicht das Geld, sondern der Blick darauf, wofür es ausgegeben wird.
Fazit: Anfangen schlägt abwarten
Inflation ist eine echte Herausforderung, aber mit Sachwerten, einer klugen Aufteilung und einem regelmäßigen Sparplan zu meistern. Der wichtigste Schritt ist nicht die perfekte Anlageentscheidung, sondern überhaupt zu beginnen, am besten heute. Hör dir die ganze Folge an, abonniere den Podcast und richte deinen ersten Sparplan ein. In der nächsten Folge klären Lia und Maik den oft verwechselten Unterschied zwischen Sparen und Investieren, sei also wieder dabei.
Shownotes zu dieser Folge +
Kaufkraftverlust stoppen - Wie du dich gegen Inflation schützt
In der siebten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast zeigen dir Lia und Finanzexperte Maik Marx konkrete Strategien, wie du dein Geld vor Inflation schützt. Nach der Theorie in der letzten Folge wird es jetzt praktisch!
Erfahre, warum Sachwerte (Aktien, Immobilien, Rohstoffe) vor Inflation schützen, während Geldwerte (Sparbuch, Festgeld) garantiert an Wert verlieren. Maik erklärt dir im Detail, wie Aktien und ETFs mit 7-8% Rendite die Inflation von 2% locker schlagen, warum Immobilien durch steigende Mieten und Preise profitieren, und welche Rolle Gold als Absicherung spielt.
- ✓ Warum Sachwerte vor Inflation schützen und Geldwerte nicht
- ✓ Aktien als Inflationsschutz: 7-8% Rendite vs. 2% Inflation
- ✓ Warum ETFs für die meisten Menschen besser sind als Einzelaktien
- ✓ Immobilien als Inflationsschutz: Steigende Mieten und Preise
- ✓ REITs: In Immobilien investieren ohne Eigenkapital
- ✓ Gold als Absicherung: 5-10% Beimischung empfohlen
- ✓ Konkrete Aufteilungsstrategie: 70-80% Aktien, 10-20% Immobilien, 5-10% Gold
- ✓ Cost-Average-Effekt: Warum Sparpläne besser sind als Einmalanlage
- ✓ Time in the market beats timing the market! ⏰
Komplettes Transkript dieser Folge +
Herzlich willkommen zurück bei Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast! Ich bin Lia, und ich freue mich sehr, dass du auch heute wieder dabei bist. In der letzten Folge haben wir über Inflation gesprochen und gelernt, warum unser Geld ständig an Wert verliert. Heute wollen wir konkret werden: Wie kannst du dich gegen Inflation schützen? Welche Anlagen helfen dir, deine Kaufkraft zu erhalten und sogar zu vermehren? Und natürlich ist wieder mein Finanzexperte an meiner Seite, der mir zeigt, wie ich mein Geld inflationssicher anlegen kann. Herzlich willkommen, Maik Marx!
Danke, Lia. Heute wird es sehr praktisch. Wir sprechen über konkrete Anlageformen, die dich vor Inflation schützen. Das ist eines der wichtigsten Themen überhaupt, denn wie wir letzte Woche gelernt haben: Wer sein Geld nicht richtig anlegt, verliert garantiert Kaufkraft.
Genau, Maik. Lass uns direkt einsteigen. Was sind die besten Anlagen, um sich vor Inflation zu schützen?
Die beste Antwort lautet: Sachwerte. Sachwerte sind Vermögenswerte, die einen inneren Wert haben, unabhängig vom Geld. Das Gegenteil sind Geldwerte, also Bargeld, Sparbücher, Festgeld. Geldwerte verlieren durch Inflation an Wert. Sachwerte hingegen steigen tendenziell mit der Inflation oder sogar darüber. Die wichtigsten Sachwerte sind Aktien, Immobilien und Rohstoffe. Lass uns jede dieser Kategorien genauer anschauen.
Super, fangen wir mit Aktien an. Warum schützen Aktien vor Inflation?
Aktien sind Anteile an Unternehmen. Wenn du eine Aktie kaufst, gehört dir ein kleiner Teil eines Unternehmens. Und Unternehmen können ihre Preise anpassen, wenn die Inflation steigt. Stell dir vor, du besitzt Aktien von einem Lebensmittelhersteller. Wenn die Kosten für Rohstoffe steigen, erhöht das Unternehmen die Preise seiner Produkte. Die Gewinne bleiben stabil oder steigen sogar, und damit steigt auch der Wert der Aktie. Historisch gesehen haben Aktien langfristig eine durchschnittliche Rendite von 7 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt. Das liegt deutlich über der durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent. Aktien sind also nicht nur ein Inflationsschutz, sondern auch ein Vermögensaufbau-Werkzeug.
Das klingt überzeugend. Aber Maik, viele Menschen haben Angst vor Aktien, weil sie schwanken. Was sagst du dazu?
Das ist eine berechtigte Sorge, aber man muss es richtig einordnen. Ja, Aktien schwanken kurzfristig. In einem Jahr können sie 20 Prozent steigen, im nächsten 10 Prozent fallen. Aber langfristig, über 10, 15, 20 Jahre, haben Aktien immer positive Renditen erzielt. Der Schlüssel ist, langfristig zu denken und nicht in Panik zu verkaufen, wenn es mal runtergeht. Und ganz wichtig: Du musst nicht in Einzelaktien investieren. Für die meisten Menschen sind ETFs die bessere Wahl. ETFs sind Fonds, die einen ganzen Index abbilden, zum Beispiel den MSCI World mit über 1.600 Unternehmen weltweit. Damit bist du breit gestreut und reduzierst das Risiko enorm. Wir werden in späteren Folgen ausführlich über ETFs sprechen.
ETFs klingen nach einer guten Lösung. Lass uns über die zweite Kategorie sprechen: Immobilien. Warum schützen Immobilien vor Inflation?
Immobilien sind der klassische Sachwert. Wenn die Inflation steigt, steigen in der Regel auch die Immobilienpreise und die Mieten. Wenn du eine Immobilie besitzt und vermietest, kannst du die Miete regelmäßig anpassen. Deine Mieteinnahmen steigen also mit der Inflation. Gleichzeitig steigt auch der Wert der Immobilie selbst. Immobilien haben noch einen weiteren Vorteil: Wenn du sie mit einem Kredit finanzierst, profitierst du sogar von der Inflation. Deine Kreditschuld bleibt nominal gleich, aber durch die Inflation wird sie real weniger wert. Du zahlst den Kredit mit Geld zurück, das weniger wert ist als das Geld, das du dir geliehen hast.
Das ist ein interessanter Punkt. Inflation kann also auch Vorteile haben, wenn man Schulden hat. Aber Maik, nicht jeder kann sich eine Immobilie leisten. Was ist die Alternative?
Sehr gute Frage. Eine eigene Immobilie zu kaufen erfordert viel Eigenkapital und ist eine große Verpflichtung. Aber es gibt Alternativen. Eine Möglichkeit sind REITs, das steht für Real Estate Investment Trusts. Das sind börsennotierte Immobiliengesellschaften, in die du wie in Aktien investieren kannst. Du kaufst Anteile an einem Unternehmen, das Immobilien besitzt und vermietet, und du bekommst einen Teil der Mieteinnahmen als Dividende. REITs sind eine einfache Möglichkeit, in Immobilien zu investieren, ohne selbst eine Immobilie kaufen zu müssen. Eine andere Möglichkeit ist Crowdinvesting in Immobilien, wo du mit kleinen Beträgen in Immobilienprojekte investieren kannst. Auch dazu werden wir später noch ausführliche Folgen machen.
Das ist gut zu wissen. Es gibt also Wege, auch mit wenig Kapital in Immobilien zu investieren. Lass uns über die dritte Kategorie sprechen: Rohstoffe. Was fällt da alles rein?
Rohstoffe sind natürliche Ressourcen wie Gold, Silber, Öl, Kupfer, Weizen. Der bekannteste Rohstoff als Inflationsschutz ist Gold. Gold gilt seit Jahrtausenden als Wertspeicher. Wenn die Inflation steigt oder Krisen auftreten, flüchten viele Menschen in Gold. Dadurch steigt der Goldpreis. Gold hat aber auch Nachteile: Es wirft keine Zinsen oder Dividenden ab. Es liegt einfach nur da und behält seinen Wert. Gold ist eher eine Versicherung als eine Investition. Ich würde empfehlen, maximal 5 bis 10 Prozent des Vermögens in Gold zu halten, als Absicherung. Der Großteil sollte in renditestarke Anlagen wie Aktien und ETFs fließen.
Also Gold als Beimischung, aber nicht als Hauptanlage. Was ist mit anderen Rohstoffen wie Öl oder Kupfer?
In Rohstoffe wie Öl oder Kupfer direkt zu investieren ist für Privatanleger kompliziert und riskant. Die Preise schwanken stark, und man braucht viel Fachwissen. Eine einfachere Möglichkeit ist, in Rohstoff-ETFs zu investieren, die einen Korb verschiedener Rohstoffe abbilden. Aber ehrlich gesagt, für die meisten Menschen sind Aktien und ETFs die bessere Wahl. Rohstoffe sind eher etwas für Fortgeschrittene oder als kleine Beimischung.
Verstehe. Aktien und ETFs sind also die Hauptwaffen gegen Inflation. Maik, du hast vorhin gesagt, dass Geldwerte wie Sparbücher und Festgeld nicht vor Inflation schützen. Aber was ist mit Anleihen? Sind die nicht sicherer als Aktien?
Anleihen sind Kredite, die du einem Staat oder Unternehmen gibst, und dafür bekommst du Zinsen. Das Problem ist: Die Zinsen sind meistens fest. Wenn du eine Anleihe mit 2 Prozent Zinsen kaufst und die Inflation steigt auf 3 Prozent, machst du real Verlust. Es gibt allerdings eine spezielle Art von Anleihen, die vor Inflation schützen: inflationsindexierte Anleihen. In Deutschland gibt es inflationsindexierte Bundesanleihen. Bei diesen Anleihen wird der Zinssatz an die Inflation angepasst. Wenn die Inflation steigt, steigen auch deine Zinsen. Das ist eine sichere, aber nicht besonders renditestarke Anlage. Für den Notgroschen oder sehr sicherheitsorientierte Anleger kann das interessant sein, aber für den Vermögensaufbau sind Aktien und ETFs besser.
Okay, inflationsindexierte Anleihen als sichere, aber nicht renditestarke Option. Maik, lass uns über eine konkrete Strategie sprechen. Wie sollte jemand sein Geld aufteilen, um optimal vor Inflation geschützt zu sein?
Eine klassische Aufteilung für einen durchschnittlichen Anleger könnte so aussehen: 70 bis 80 Prozent in Aktien und ETFs. Das ist dein Wachstumsmotor und dein Hauptschutz vor Inflation. 10 bis 20 Prozent in Immobilien, entweder direkt oder über REITs. Das gibt dir Stabilität und zusätzliche Diversifikation. 5 bis 10 Prozent in Gold oder andere Rohstoffe als Absicherung. Und dann hast du natürlich noch deinen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto, der nicht investiert ist. Diese Aufteilung ist natürlich individuell und hängt von deinem Alter, deiner Risikobereitschaft und deinen Zielen ab. Jemand, der jung ist und noch 30 Jahre bis zur Rente hat, kann mehr Risiko eingehen und vielleicht 90 Prozent in Aktien investieren. Jemand, der kurz vor der Rente steht, sollte konservativer sein und mehr in sichere Anlagen investieren.
Das macht Sinn. Die Aufteilung hängt von der persönlichen Situation ab. Maik, was ist mit Menschen, die jetzt denken: „Ich habe 10.000 Euro auf dem Sparbuch. Soll ich alles auf einmal in Aktien investieren?"
Auf keinen Fall! Wenn du noch nie in Aktien investiert hast, solltest du nicht alles auf einmal investieren. Erstens, du brauchst einen Notgroschen. Wie wir in Folge 2 besprochen haben, solltest du drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto haben. Zweitens, wenn du investierst, mach es schrittweise. Nutze einen Sparplan. Investiere jeden Monat einen festen Betrag, zum Beispiel 200 oder 500 Euro, in einen ETF. Das nennt man Cost-Average-Effekt. Du kaufst mal zu höheren, mal zu niedrigeren Kursen, und im Durchschnitt bekommst du einen guten Einstiegspreis. Und du gewöhnst dich langsam an die Schwankungen. Drittens, bilde dich weiter. Höre diesen Podcast, lies Bücher, verstehe, was du tust. Investiere nie in etwas, das du nicht verstehst.
Das sind super praktische Tipps. Schrittweise vorgehen, Sparplan nutzen, sich weiterbilden. Maik, gibt es noch andere Strategien, um mit Inflation umzugehen, abgesehen vom Investieren?
Ja, absolut. Eine wichtige Strategie ist, dein Einkommen zu erhöhen. Wenn die Inflation steigt, solltest du versuchen, dein Gehalt entsprechend anzupassen. Verhandle eine Gehaltserhöhung, die mindestens die Inflationsrate ausgleicht. Wenn du selbstständig bist, erhöhe deine Preise. Viele Selbstständige machen den Fehler, ihre Preise jahrelang nicht anzupassen. Eine andere Strategie ist, deine Ausgaben zu optimieren. Wechsle zu günstigeren Anbietern bei Versicherungen, Strom, Handy. Kaufe bewusst ein, vermeide Impulskäufe. Jeder Euro, den du sparst, kannst du investieren. Und eine dritte Strategie ist, Schulden mit festen Zinsen zu nutzen. Wenn du einen Immobilienkredit mit 2 Prozent Zinsen hast und die Inflation bei 3 Prozent liegt, dann profitierst du, weil du den Kredit mit Geld zurückzahlst, das weniger wert ist.
Das sind wirklich viele verschiedene Ansätze. Es geht also nicht nur ums Investieren, sondern auch um Einnahmen und Ausgaben. Maik, was würdest du jemandem sagen, der jetzt denkt: „Das klingt alles gut, aber ich habe einfach nicht genug Geld, um zu investieren"?
Ich würde sagen: Fang klein an. Selbst wenn du nur 25 oder 50 Euro im Monat investieren kannst, ist das besser als nichts. Über 20 oder 30 Jahre summiert sich das zu einem beachtlichen Vermögen. Und oft ist es nicht so, dass man kein Geld hat, sondern dass man es für Dinge ausgibt, die einem nicht wirklich wichtig sind. Schau dir deine Ausgaben an. Brauchst du wirklich drei Streaming-Dienste? Musst du jeden Tag einen Kaffee to go kaufen? Kleine Einsparungen können große Auswirkungen haben. Wenn du jeden Tag 3 Euro für Kaffee sparst, sind das 90 Euro im Monat. Investiert in einen ETF mit 7 Prozent Rendite, hast du nach 30 Jahren über 100.000 Euro. Das ist die Macht des Verzichts auf Unwichtiges und des Investierens in deine Zukunft.
Wow, 100.000 Euro aus 3 Euro am Tag. Das ist wirklich beeindruckend und motivierend. Maik, lass uns noch über ein wichtiges Thema sprechen: Timing. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zu investieren, oder sollte man warten, bis die Inflation sinkt oder die Kurse fallen?
Das ist die Millionen-Euro-Frage, und die Antwort ist: Der beste Zeitpunkt zu investieren war gestern. Der zweitbeste ist heute. Niemand kann den perfekten Zeitpunkt vorhersagen. Wenn du wartest, bis die Kurse fallen, können sie auch weiter steigen, und du verpasst Gewinne. Wenn du wartest, bis die Inflation sinkt, verlierst du in der Zwischenzeit Kaufkraft. Die Lösung ist: Fang an, und zwar mit einem Sparplan. Damit investierst du regelmäßig, unabhängig von den Kursen. Mal kaufst du teurer, mal günstiger, aber langfristig gleicht sich das aus. Time in the market beats timing the market. Das ist eine alte Börsenweisheit, die bedeutet: Wie lange du investiert bist, ist wichtiger als wann du einsteigst.
Das ist ein wichtiger Punkt. Nicht warten, sondern anfangen. Maik, vielen Dank für diese praktischen und umsetzbaren Strategien. Ich fühle mich jetzt wirklich gewappnet, mein Geld vor Inflation zu schützen.
Sehr gerne, Lia. Und ich hoffe, unsere Zuhörerinnen und Zuhörer fühlen sich genauso. Inflation ist eine Herausforderung, aber mit dem richtigen Wissen und den richtigen Strategien ist sie absolut zu meistern.
Absolut. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, fangt noch heute an. Überlegt euch, wie viel ihr monatlich investieren könnt, und richtet einen Sparplan ein. In unserer nächsten Folge sprechen wir über den Unterschied zwischen Sparen und Investieren – zwei Begriffe, die oft verwechselt werden, aber völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Seid also unbedingt wieder dabei!
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