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Folge 06 ·17:34 ·9. Dez. 2025

Inflation verstehen - Warum dein Geld weniger wert wird

💸 Die unsichtbare Gefahr für dein Vermögen - einfach erklärt!

Inflation verstehen: Warum dein Geld jedes Jahr weniger wert wird

In der sechsten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast, widmen sich Lia und Finanzexperte Maik Marx einem Thema, das uns alle betrifft: der Inflation. Du hörst das Wort ständig in den Nachrichten, aber was bedeutet es für dein Geld? Maik erklärt dir verständlich, was Inflation ist, wie sie entsteht und gemessen wird und warum dein Erspartes auf dem Sparbuch Jahr für Jahr an Wert verliert. Vor allem aber zeigt er dir die ersten Strategien, mit denen du deine Kaufkraft schützt.

Was Inflation überhaupt bedeutet

Inflation bedeutet ganz einfach, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen über die Zeit steigen. Hast du letztes Jahr für einen Liter Milch noch 1 Euro gezahlt und jetzt 1,10 Euro, dann ist das Inflation. Gemessen wird sie als prozentuale Veränderung: Liegt die Inflation bei 2 Prozent, sind die Preise im Durchschnitt um 2 Prozent gestiegen. Das klingt nach wenig, summiert sich über die Jahre aber gewaltig. Genau hier liegt die Tücke: Diese schleichende Entwertung bemerkst du im Alltag kaum. Die wichtigsten Grundbegriffe rund ums Geld findest du kompakt in unserem Wissensbereich.

Warum steigende Preise dich ärmer machen

Viele denken: Wenn mein Gehalt mitsteigt, gleicht sich das aus. Leider funktioniert es selten so, denn Gehälter steigen meist langsamer als die Preise. Liegt die Inflation bei 3 Prozent, dein Gehalt aber nur bei 2 Prozent, hast du real weniger zur Verfügung. Noch wichtiger: Geld, das ohne Zinsen auf dem Girokonto oder Sparbuch liegt, verliert garantiert an Wert. Wer im Jahr 2000 für 100 Euro einen großen Wocheneinkauf machte, zahlt dafür 24 Jahre später bei 2 Prozent Inflation rund 160 Euro. Die 100 Euro von damals haben also nur noch eine Kaufkraft von etwa 62 Euro, fast 40 Prozent weniger. Wie viel deine Rücklage real verliert, kannst du mit unseren Rechnern nachrechnen.

Zeit kostet Geld: Inflation nagt unaufhörlich an deiner Kaufkraft.

Woher Inflation kommt

Es gibt mehrere Ursachen. Am häufigsten ist die Nachfrageinflation: Die Nachfrage ist größer als das Angebot, also steigen die Preise. Daneben gibt es die Kosteninflation, wenn Produktionskosten steigen, etwa weil Rohstoffe oder Löhne teurer werden, und Unternehmen das an die Kunden weitergeben. Die dritte ist die Geldmengeninflation: Bringt die Zentralbank zu viel Geld in Umlauf, verliert es an Wert, wie während der Corona-Pandemie. Wer diese Mechanismen versteht, durchschaut auch die Schlagzeilen besser.

Wie Inflation gemessen wird

In Deutschland wird die Inflation über den Verbraucherpreisindex gemessen, kurz VPI. Das Statistische Bundesamt stellt dafür einen Warenkorb zusammen, der die typischen Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts abbildet: Lebensmittel, Wohnen, Energie, Verkehr, Gesundheit, Freizeit und mehr. Jeden Monat wird geprüft, wie viel dieser Korb kostet, und die Veränderung zum Vorjahr ergibt die Inflationsrate. Wichtig: Das ist ein Durchschnitt. Wer viel Auto fährt, spürt steigende Spritpreise stärker als jemand, der Fahrrad fährt, deshalb kann deine persönliche Inflation abweichen. Welche Fachbegriffe dir dabei begegnen, erklärt unser Finanzlexikon.

Koffer voller Euro-Scheine als Sinnbild für schwindende Kaufkraft
Ein Koffer voll Geld klingt sicher, verliert ungenutzt aber stetig an Wert.
Kaufkraftverlust in Zahlen

Du legst 10.000 € auf das Sparbuch, die Inflation liegt bei 3 % pro Jahr. Nach 1 Jahr ist dein Geld real noch 9.700 € wert, nach 5 Jahren rund 8.600 €, nach 10 Jahren nur noch etwa 7.400 €. Du hast keinen Cent ausgegeben und trotzdem 2.600 € an Kaufkraft verloren. Geld, das nicht arbeitet, schrumpft.

Wann Inflation gesund ist und wann gefährlich

Nicht jede Inflation ist schlecht. Eine moderate Rate von etwa 2 Prozent gilt als gesund: Sie zeigt, dass die Wirtschaft wächst und Menschen ihr Geld ausgeben, statt es zu horten. Problematisch wird es, wenn die Inflation deutlich über 2 Prozent klettert, wie 2021 und 2022, als sie zeitweise über 7 Prozent lag. Auch das Gegenteil, die Deflation mit sinkenden Preisen, ist gefährlich, weil Menschen Käufe aufschieben und die Wirtschaft lahmlegen. Die Europäische Zentralbank steuert deshalb gezielt auf rund 2 Prozent zu. Neutrale Daten dazu liefert die Deutsche Bundesbank.

Inflation verstehen – Warum dein Geld weniger wert wird · Finanzpost auf YouTube

So schützt du dein Geld vor Inflation

Die Kernfrage lautet: Wie verhinderst du, dass dein Geld an Wert verliert? Maiks Antwort ist klar: Du musst es investieren, statt es nur zu parken. Du brauchst Anlagen, deren Rendite über der Inflationsrate liegt, um die Kaufkraft zu erhalten und dein Vermögen real zu vermehren. Die für die meisten beste Lösung sind breit gestreute Aktien und ETFs, die historisch im Schnitt 7 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt haben. Auch Immobilien gelten als inflationsgeschützt, weil Preise und Mieten tendenziell mitsteigen. Welche Anlageformen wie funktionieren, zeigt dir unsere Anlage-Übersicht. Unabhängige Tipps findest du außerdem bei Finanztip.

Sicher ist nicht gleich inflationsgeschützt

Viele setzen auf Festgeld und Anleihen, weil sie weniger schwanken. Doch weniger Schwankung bedeutet nicht automatisch Schutz vor Inflation. Bringen sie 2 bis 3 Prozent Zinsen, während die Inflation bei 3 Prozent liegt, machst du real null Gewinn oder sogar Verlust. Für den Notgroschen sind sie sinnvoll, für den langfristigen Vermögensaufbau reichen sie nicht. Und ja, Aktien schwanken kurzfristig, doch über 10, 15 oder 20 Jahre haben sie verlässlich positive Renditen erzielt. Maik bringt es auf den Punkt: Die größte Angst sollte nicht sein, Geld zu verlieren, sondern Kaufkraft, denn der Wertverlust auf dem Sparbuch ist keine Möglichkeit, sondern eine Gewissheit. Welche Konten sich lohnen, zeigt dir unser Vergleich. Neutrale Orientierung bietet zudem die Verbraucherzentrale.

Person zieht einen riesigen Geldsack als Sinnbild für den Kampf gegen Geldentwertung
Gegen die Inflation anzukommen kostet Kraft: Sachwerte helfen dabei.

Klein anfangen statt gar nicht

Wenn dich der Gedanke ans Investieren noch abschreckt, ist Maiks Rat einfach: Fang klein an. Starte mit einem kleinen monatlichen Sparplan, etwa 50 oder 100 Euro in einen breit gestreuten ETF. So lernst du, wie es funktioniert, gewöhnst dich an die Schwankungen und baust Vertrauen auf. Parallel lohnt es sich, deine Einnahmen zu sichern: Verhandle Gehaltserhöhungen, die mindestens die Inflation ausgleichen, und passe als Selbstständiger deine Preise regelmäßig an. Wenn du eine ehrliche, persönliche Einschätzung möchtest, kannst du jederzeit ein kostenloses Erstgespräch mit Maik buchen, ganz ohne Provisionsdruck und Verkaufsgespräch.

Fazit: Kaufkraft ist wichtiger als Sicherheit

Inflation ist eine der größten Gefahren für dein Vermögen, weil sie unsichtbar an deiner Kaufkraft nagt. Wer sein Geld nur auf dem Sparbuch liegen lässt, verliert garantiert, während breit gestreute Sachwerte wie Aktien, ETFs und Immobilien dich schützen und dein Vermögen sogar vermehren können. Hör dir die ganze Folge an, abonniere den Podcast und mach den ersten Schritt. In der nächsten Folge geht es weiter mit dem Thema Kaufkraftverlust stoppen: konkrete Anlagestrategien und praktische Schritte, die du sofort umsetzen kannst.

Shownotes zu dieser Folge +

In der sechsten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast erklären dir Lia und Finanzexperte Maik Marx eines der wichtigsten Finanzthemen überhaupt: Inflation. Was bedeutet es, wenn die Preise steigen, und warum verliert dein Geld dadurch an Wert?

Erfahre, was Inflation ist, wie sie entsteht und wie sie gemessen wird. Maik zeigt dir an konkreten Beispielen, wie dramatisch der Kaufkraftverlust über die Jahre sein kann: 10.000 Euro von heute sind bei 3% Inflation in 10 Jahren nur noch 7.400 Euro wert! Du lernst, warum eine moderate Inflation von 2% sogar gewünscht ist und wann Inflation gefährlich wird.

Besonders wichtig: Die erste Einführung in Inflationsschutz. Maik erklärt, warum Geld auf dem Sparbuch garantiert an Wert verliert und welche Anlagen dich vor Inflation schützen können (Aktien, ETFs, Immobilien). Mit praktischen Rechenbeispielen aus dem Alltag wird das abstrakte Thema greifbar und verständlich.

In dieser Folge erfährst du
  • Was Inflation ist und warum die Preise steigen
  • Wie Inflation gemessen wird (Verbraucherpreisindex)
  • Konkretes Rechenbeispiel: 10.000€ verlieren in 10 Jahren 2.600€ Kaufkraft bei 3% Inflation
  • Die drei Hauptursachen von Inflation (Nachfrage, Kosten, Geldmenge)
  • Warum 2% Inflation gesund ist und wann es gefährlich wird
  • Deine persönliche Inflation kann anders sein als der Durchschnitt
  • Erste Strategien zum Inflationsschutz (Aktien, ETFs, Immobilien)
  • Warum Sparbuch und Festgeld dich NICHT vor Inflation schützen
Komplettes Transkript dieser Folge +

Herzlich willkommen zurück bei Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast! Ich bin Lia, und ich freue mich sehr, dass du auch heute wieder eingeschaltet hast. In den letzten Folgen haben wir über Budgetplanung und die 50-30-20-Regel gesprochen. Heute widmen wir uns einem Thema, das uns alle betrifft, ob wir wollen oder nicht: Inflation. Ein Wort, das man ständig in den Nachrichten hört, aber was bedeutet es eigentlich genau, und vor allem: Was bedeutet es für dein Geld? Und natürlich habe ich wieder den besten Finanzexperten an meiner Seite, um dieses komplexe Thema verständlich zu machen. Herzlich willkommen, Maik Marx!

Danke, Lia. Inflation ist tatsächlich eines der wichtigsten Themen, wenn es um Finanzen geht. Es ist eine unsichtbare Kraft, die ständig an der Kaufkraft deines Geldes nagt. Viele Menschen unterschätzen, wie sehr Inflation ihre finanzielle Zukunft beeinflusst. Heute wollen wir das ändern.

Das klingt ja fast ein bisschen bedrohlich, Maik. Lass uns ganz am Anfang beginnen: Was ist Inflation überhaupt?

Inflation bedeutet ganz einfach, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen. Wenn du heute für einen Liter Milch 1 Euro zahlst und nächstes Jahr 1,10 Euro, dann ist das Inflation. Wenn dein Friseurbesuch letztes Jahr 30 Euro gekostet hat und dieses Jahr 32 Euro, dann ist das Inflation. Die Inflation wird als prozentuale Veränderung gemessen. Wenn wir sagen, die Inflation liegt bei 2 Prozent, dann bedeutet das, dass die Preise im Durchschnitt um 2 Prozent gestiegen sind. Das klingt erst mal nicht nach viel, aber über die Jahre summiert sich das gewaltig.

Okay, die Preise steigen. Aber warum ist das ein Problem? Wenn mein Gehalt auch steigt, gleicht sich das doch aus, oder?

Das wäre schön, aber leider funktioniert es oft nicht so. Erstens steigen die Gehälter meistens langsamer als die Preise. Wenn die Inflation bei 3 Prozent liegt, aber dein Gehalt nur um 2 Prozent steigt, hast du real weniger Geld zur Verfügung. Du kannst dir weniger leisten als vorher. Zweitens, und das ist noch wichtiger: Wenn du Geld auf dem Girokonto oder Sparbuch liegen hast, das keine oder kaum Zinsen bringt, dann verliert dieses Geld durch die Inflation ständig an Wert. Stell dir vor, du hast 10.000 Euro auf dem Sparbuch. Bei 3 Prozent Inflation sind diese 10.000 Euro nach einem Jahr nur noch 9.700 Euro wert, gemessen an der Kaufkraft. Nach zehn Jahren wären es nur noch etwa 7.400 Euro wert. Du hast nichts ausgegeben, aber dein Geld ist weniger wert geworden.

Das ist ja erschreckend! Mein Geld wird weniger wert, ohne dass ich etwas tue. Kannst du das an einem konkreten Beispiel zeigen?

Sehr gerne. Nehmen wir ein einfaches Beispiel aus dem Alltag. Stell dir vor, du konntest im Jahr 2000 für 100 Euro einen großen Wocheneinkauf machen. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent pro Jahr würdest du für den gleichen Einkauf im Jahr 2024, also 24 Jahre später, etwa 160 Euro bezahlen. Deine 100 Euro von damals haben also nur noch eine Kaufkraft von etwa 62 Euro. Das ist ein Verlust von fast 40 Prozent. Oder anders ausgedrückt: Wenn du im Jahr 2000 10.000 Euro unters Kopfkissen gelegt hättest und sie heute wieder hervorholst, könntest du dir damit nur noch Waren im Wert von etwa 6.200 Euro kaufen. Fast 4.000 Euro Kaufkraft sind einfach verschwunden.

Das ist wirklich dramatisch. Aber Maik, woher kommt Inflation überhaupt? Warum steigen die Preise?

Es gibt verschiedene Ursachen für Inflation. Die häufigste ist die sogenannte Nachfrageinflation. Das passiert, wenn die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen größer ist als das Angebot. Stell dir vor, plötzlich wollen alle Menschen ein neues Smartphone kaufen, aber die Hersteller können nicht schnell genug produzieren. Dann steigen die Preise, weil die Nachfrage das Angebot übersteigt. Eine andere Ursache ist die Kosteninflation. Das passiert, wenn die Produktionskosten steigen, zum Beispiel weil Rohstoffe teurer werden oder die Löhne steigen, und die Unternehmen diese höheren Kosten an die Kunden weitergeben. Ein drittes Szenario ist die Geldmengeninflation. Wenn die Zentralbank zu viel Geld in Umlauf bringt, verliert das Geld an Wert. Das hatten wir zum Beispiel während der Corona-Pandemie, als viele Zentralbanken massiv Geld gedruckt haben.

Das sind ja ganz unterschiedliche Ursachen. Kann man Inflation auch positiv sehen, oder ist sie immer schlecht?

Sehr gute Frage. Eine moderate Inflation von etwa 2 Prozent pro Jahr wird von den meisten Ökonomen als gesund angesehen. Sie zeigt, dass die Wirtschaft wächst und dass Menschen Geld ausgeben, statt es zu horten. Wenn die Preise leicht steigen, sind Menschen eher geneigt, heute zu kaufen statt zu warten, weil sie wissen, dass es morgen teurer wird. Das hält die Wirtschaft am Laufen. Problematisch wird es, wenn die Inflation zu hoch ist, also deutlich über 2 Prozent liegt, oder wenn wir eine Deflation haben, also sinkende Preise. Deflation klingt erst mal gut, ist aber gefährlich, weil Menschen dann mit Käufen warten, in der Hoffnung, dass die Preise weiter sinken. Das kann die Wirtschaft zum Erliegen bringen.

Okay, eine moderate Inflation ist also normal und sogar gewünscht. Aber wie hoch ist die Inflation in Deutschland aktuell?

Die Inflationsrate schwankt natürlich. In den letzten Jahrzehnten lag sie in Deutschland meist zwischen 1 und 2 Prozent. In den Jahren 2021 und 2022 hatten wir jedoch eine deutlich höhere Inflation, teilweise über 7 Prozent, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, Lieferkettenprobleme und den Ukraine-Krieg, der die Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Mittlerweile hat sich die Inflation wieder etwas beruhigt, liegt aber immer noch über dem Zielwert von 2 Prozent. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jeden Monat die aktuellen Zahlen, und du kannst sie auf deren Website nachschauen.

Das ist interessant. Aber Maik, wie wird Inflation eigentlich gemessen? Wer entscheidet, ob die Preise gestiegen sind?

In Deutschland wird die Inflation anhand des Verbraucherpreisindex gemessen, kurz VPI. Das Statistische Bundesamt erstellt einen Warenkorb, der die typischen Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts repräsentiert. In diesem Warenkorb sind Lebensmittel, Kleidung, Wohnen, Energie, Verkehr, Gesundheit, Freizeit und vieles mehr. Jeden Monat wird geschaut, wie viel dieser Warenkorb kostet, und die Veränderung zum Vorjahr ist die Inflationsrate. Wichtig zu verstehen ist: Das ist ein Durchschnitt. Deine persönliche Inflation kann höher oder niedriger sein, je nachdem, wofür du dein Geld ausgibst. Wenn du zum Beispiel viel Auto fährst und die Benzinpreise stark steigen, spürst du die Inflation stärker als jemand, der mit dem Fahrrad fährt.

Das macht Sinn. Jeder hat seine eigene, persönliche Inflation. Maik, jetzt zur wichtigsten Frage: Wie kann ich mich gegen Inflation schützen? Wie verhindere ich, dass mein Geld an Wert verliert?

Das ist die Kernfrage, und die Antwort ist: Du musst dein Geld investieren. Geld, das auf dem Girokonto oder Sparbuch liegt, verliert durch Inflation garantiert an Wert. Du brauchst Anlagen, die eine Rendite erzielen, die höher ist als die Inflationsrate. Wenn die Inflation bei 3 Prozent liegt, brauchst du mindestens 3 Prozent Rendite, um die Kaufkraft zu erhalten. Und idealerweise möchtest du mehr als 3 Prozent, um dein Vermögen real zu vermehren. Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun.

Das klingt gut. Welche Möglichkeiten sind das?

Die klassische und für die meisten Menschen beste Möglichkeit sind Aktien und ETFs. Historisch gesehen haben Aktien langfristig eine durchschnittliche Rendite von etwa 7 bis 8 Prozent pro Jahr erzielt. Das liegt deutlich über der durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent. Wenn du in einen breit gestreuten ETF investierst, zum Beispiel auf den MSCI World, hast du gute Chancen, die Inflation zu schlagen und dein Vermögen real zu vermehren. Wir werden in späteren Folgen ausführlich über ETFs sprechen. Eine andere Möglichkeit sind Immobilien. Immobilien gelten als inflationsgeschützt, weil sowohl die Immobilienpreise als auch die Mieten tendenziell mit der Inflation steigen. Auch Rohstoffe wie Gold können als Inflationsschutz dienen, allerdings mit Einschränkungen. Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab, es schützt nur vor Wertverlust, vermehrt dein Vermögen aber nicht aktiv.

Das sind interessante Optionen. Aber was ist mit Anleihen oder Festgeld? Sind die nicht sicherer?

Sicherer im Sinne von weniger Schwankungen, ja. Aber Sicherheit bedeutet nicht automatisch Schutz vor Inflation. Festgeld und Anleihen bringen aktuell oft nur 2 bis 3 Prozent Zinsen. Wenn die Inflation bei 3 Prozent liegt, machst du real null Gewinn oder sogar Verlust. Festgeld und Anleihen sind gut für deinen Notgroschen oder für kurzfristige Ziele, aber nicht für den langfristigen Vermögensaufbau. Für den Inflationsschutz brauchst du Anlagen mit höherer Rendite, und das sind in der Regel Aktien, ETFs und Immobilien.

Das leuchtet ein. Aber Maik, viele Menschen haben Angst vor Aktien, weil sie schwanken. Was würdest du ihnen sagen?

Ich würde sagen: Ja, Aktien schwanken. Kurzfristig kann es rauf und runter gehen. Aber langfristig, über 10, 15, 20 Jahre, haben Aktien immer positive Renditen erzielt. Die Schwankungen sind der Preis, den du für die höhere Rendite zahlst. Und diese höhere Rendite ist es, die dich vor Inflation schützt. Wenn du dein Geld auf dem Sparbuch lässt, hast du keine Schwankungen, aber du hast einen garantierten Verlust durch Inflation. Das ist wie ein langsames Gift. Mit Aktien hast du kurzfristige Schwankungen, aber langfristig Wachstum. Du musst entscheiden, was dir wichtiger ist: kurzfristige Ruhe oder langfristiger Wohlstand.

Das ist eine starke Aussage. Kurzfristige Ruhe oder langfristiger Wohlstand. Maik, gibt es noch andere Strategien, um mit Inflation umzugehen?

Ja, eine sehr wichtige Strategie ist, deine Einnahmen zu erhöhen. Wenn die Inflation steigt, solltest du versuchen, dein Gehalt entsprechend anzupassen. Das kann bedeuten, eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, die mindestens die Inflationsrate ausgleicht. Wenn die Inflation bei 3 Prozent liegt, solltest du mindestens 3 Prozent mehr Gehalt bekommen, nur um den Status quo zu halten. Wenn du selbstständig bist, solltest du deine Preise regelmäßig anpassen. Viele Selbstständige machen den Fehler, ihre Preise jahrelang nicht zu erhöhen, und verlieren dadurch real Einkommen. Eine andere Strategie ist, deine Ausgaben zu optimieren. Schau, wo du Geld sparst, ohne auf Lebensqualität zu verzichten. Wechsle zu günstigeren Anbietern bei Versicherungen, Strom, Handy. Jeder Euro, den du sparst, kannst du investieren.

Das sind praktische Tipps. Maik, lass uns noch über ein Szenario sprechen: Was passiert, wenn die Inflation richtig hoch wird? Wir haben ja in der Geschichte Beispiele wie die Hyperinflation in Deutschland in den 1920er Jahren. Kann so etwas wieder passieren?

Hyperinflation, also eine Inflation von mehreren hundert oder tausend Prozent, ist ein extremes Szenario, das in stabilen Demokratien mit unabhängigen Zentralbanken sehr unwahrscheinlich ist. Die Hyperinflation in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg war eine Folge von Krieg, Reparationszahlungen und massivem Gelddrucken. Heute haben wir die Europäische Zentralbank, die die Geldmenge kontrolliert und deren Hauptaufgabe es ist, die Inflation bei etwa 2 Prozent zu halten. Natürlich kann es Phasen mit höherer Inflation geben, wie wir sie 2022 erlebt haben, aber eine Hyperinflation ist extrem unwahrscheinlich. Trotzdem ist es klug, vorbereitet zu sein. Wer sein Geld breit gestreut in Sachwerten wie Aktien, ETFs und Immobilien angelegt hat, ist auch bei höherer Inflation gut geschützt.

Das beruhigt mich. Maik, was würdest du jemandem sagen, der jetzt denkt: „Okay, ich verstehe, dass Inflation mein Geld entwertet. Aber ich habe Angst, mein Geld zu investieren. Was, wenn ich alles verliere?"

Ich würde sagen: Die größte Angst sollte nicht sein, Geld zu verlieren, sondern Kaufkraft zu verlieren. Wenn du dein Geld auf dem Sparbuch lässt, verlierst du garantiert Kaufkraft durch Inflation. Das ist kein Risiko, das ist eine Gewissheit. Wenn du in einen breit gestreuten ETF investierst, hast du kurzfristig Schwankungen, aber langfristig sehr gute Chancen auf Wachstum. Fang klein an. Investiere nicht sofort alles, sondern starte mit einem kleinen monatlichen Sparplan, zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Lerne, wie es funktioniert, gewöhne dich an die Schwankungen, und baue dein Vertrauen auf. Wir werden in den kommenden Folgen genau erklären, wie du in ETFs investierst. Aber der erste Schritt ist, die Angst vor Inflation zu haben, nicht die Angst vor Investitionen.

Das ist ein wichtiger Perspektivwechsel. Vielen Dank, Maik, für diese klare und verständliche Erklärung der Inflation. Ich habe jetzt wirklich verstanden, warum es so wichtig ist, mein Geld zu investieren.

Sehr gerne, Lia. Inflation ist eine der größten Gefahren für dein Vermögen, aber mit dem richtigen Wissen und den richtigen Strategien kannst du dich schützen und sogar davon profitieren.

Absolut. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, nehmt euch dieses Thema zu Herzen. Schaut euch an, wie viel Geld ihr auf dem Girokonto oder Sparbuch habt, und überlegt, wie ihr es besser anlegen könnt. In unserer nächsten Folge sprechen wir darüber, wie du dich konkret gegen Inflation schützen kannst – mit praktischen Strategien und Anlageformen. Seid also unbedingt wieder dabei!

Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren. Beachtet bitte auch unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Alle Links und Shownotes findet ihr wie immer auch auf unserer Webseite.

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