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Folge 04 ·18:40 ·25. Nov. 2025

Budgetplanung - Wie man seine Finanzen in den Griff bekommt

📊 Dein Navigationssystem für finanzielle Freiheit!

Budgetplanung: Wie du deine Finanzen in den Griff bekommst

In der vierten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast, dreht sich alles um die Budgetplanung. Lia und Finanzexperte Maik Marx zeigen dir, dass ein Budget kein Gefängnis ist, sondern ein Werkzeug der Freiheit. Du erfährst, wie du in nur einem Monat einen vollständigen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben bekommst, wie die bekannte 50-30-20-Regel funktioniert und welche weiteren Methoden dir helfen, jeden Euro bewusst einzusetzen. Diese Folge gibt dir das Navigationssystem an die Hand, mit dem du gar nicht erst in finanzielle Schwierigkeiten gerätst.

Ein Budget ist ein Navigationssystem, kein Gefängnis

Maik bringt es mit einem starken Bild auf den Punkt: Ein gutes Budget ist wie ein Navigationssystem für deine Finanzen. Es zeigt dir, wo du gerade stehst, wohin du willst und wie du dorthin kommst. Das Wort Budget klingt für viele zunächst nach Verzicht und Einschränkung, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Ein Budget verbietet dir nichts, es macht deine Entscheidungen sichtbar. Ohne Plan gibst du dein Geld unbewusst aus und wunderst dich am Monatsende, wo es geblieben ist. Mit einem Budget entscheidest du aktiv, wofür du dein Geld einsetzt, gönnst dir bewusst die Dinge, die dir wichtig sind, und erkennst, wo du es bisher verschwendet hast. In unserem Wissensbereich findest du die wichtigsten Grundlagen dazu kompakt erklärt.

Der erste Schritt: den Überblick gewinnen

Bevor du planen kannst, brauchst du Klarheit über deine aktuelle Lage. Starte mit den Einnahmen, denn das ist der einfachere Teil: Als Angestellter nimmst du dein Netto-Gehalt, als Selbstständiger den Durchschnitt der letzten drei bis sechs Monate. Plane nur mit dem Geld, das tatsächlich auf deinem Konto landet, und lass unregelmäßige Bonuszahlungen am Anfang außen vor. Sie sind ein schöner Puffer, aber nicht die Basis. Danach kommt der oft unbequeme Teil: Führe einen Monat lang ein Haushaltsbuch und notiere wirklich jeden Euro, vom Kaffee to go über das Streaming-Abo bis zur Tankfüllung. Die meisten Menschen sind überrascht, wofür ihr Geld tatsächlich draufgeht. Unsere Rechner helfen dir, deine Zahlen schwarz auf weiß zu sehen.

Finanzielle Freiheit beginnt mit einem klaren Plan.

Ausgaben kategorisieren statt nur zählen

Wenn du einen Monat lang alles aufgeschrieben hast, ordnest du deine Ausgaben in Kategorien ein. Typische Bereiche sind Wohnen mit Miete und Nebenkosten, Lebensmittel und Haushalt, Transport, Versicherungen, Kommunikation, Freizeit, Kleidung, Gesundheit und ganz wichtig Sparen und Investieren. Erst durch diese Struktur siehst du auf einen Blick, wohin dein Geld fließt, und entdeckst Muster, die dir vorher gar nicht bewusst waren. Vielleicht dachtest du, du gibst 100 Euro im Monat fürs Essen außer Haus aus, und in Wahrheit sind es 300 Euro. Genau diese Bewusstwerdung ist Gold wert, denn sie zeigt dir, wo Spielraum für deine Ziele steckt. Eine neutrale, werbefreie Anleitung zum Haushaltsbuch bietet dir die Verbraucherzentrale.

Die 50-30-20-Regel als einfacher Kompass

Die wohl beliebteste Faustregel teilt dein Netto-Einkommen in drei Töpfe: 50 Prozent für Bedürfnisse, 30 Prozent für Wünsche und 20 Prozent für Sparen und Investieren. Bedürfnisse sind alles, worauf du nicht verzichten kannst, also Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen und der Weg zur Arbeit. Wünsche machen dein Leben schöner, sind aber verzichtbar, etwa Restaurantbesuche, Hobbys oder Urlaub. Die Regel sagt ausdrücklich: Gönn dir diese 30 Prozent, das ist kein Verzicht, sondern bewusster Genuss ohne schlechtes Gewissen. Die letzten 20 Prozent gehören deiner Zukunft, vom Notgroschen über den Schuldenabbau bis zum Investieren. Wie du die passenden Anlageformen für diesen Spar-Topf findest, zeigt dir unsere Anlage-Übersicht.

Person genießt finanzielle Freiheit am Strand als Sinnbild für ein gut geplantes Budget
Ein klares Budget schafft Ruhe statt Stress am Monatsende.
Die 50-30-20-Regel an einem Beispiel

Bei 2.500 € netto im Monat teilst du auf: 1.250 € (50 %) für Bedürfnisse wie Miete, Lebensmittel und Versicherungen, 750 € (30 %) für Wünsche wie Essen gehen, Hobbys und Urlaub, sowie 500 € (20 %) für Sparen und Investieren. Legst du diese 500 € konsequent an, sind es nach einem Jahr 6.000 € – und nach zehn Jahren mit rund 7 % Rendite bereits über 86.000 €.

Zero-Based Budgeting und die Umschlag-Methode

Wer mehr Kontrolle möchte, kann zum Zero-Based Budgeting greifen. Die Idee dahinter: Jeder Euro bekommt einen Job. Du verteilst dein gesamtes Einkommen auf Kategorien, bis am Ende null übrig bleibt, also kein Euro mehr ohne Zweck dasteht. Das heißt nicht, dass du alles ausgibst, sondern dass auch Sparen und Rücklagen einen festen Platz haben. Eine zweite, sehr visuelle Methode ist die Umschlag-Methode: Du teilst dein Bargeld auf Umschläge für Lebensmittel, Freizeit oder Kleidung auf, und ist ein Umschlag leer, gibst du in dieser Kategorie nichts mehr aus. In Zeiten von Kartenzahlung lässt sich dieses Prinzip auch digital mit mehreren Unterkonten bei deiner Bank umsetzen. Begriffe wie diese erklärt dir bei Bedarf unser Finanzlexikon.

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Welche Methode passt zu dir?

Für den Einstieg empfiehlt Maik die 50-30-20-Regel, weil sie einfach, flexibel und schnell verständlich ist. Führe einen Monat lang Haushaltsbuch, ordne deine Ausgaben den drei Töpfen zu und justiere danach nach. Wenn du später mehr Detailtiefe brauchst, kannst du jederzeit zu Zero-Based Budgeting wechseln. Entscheidend ist nicht die perfekte Methode, sondern dass du überhaupt anfängst. Ein unperfektes Budget, das du durchziehst, schlägt jedes perfekte Budget, das ungenutzt in der Schublade liegt. Wichtig ist auch der richtige Rhythmus: Am Anfang lohnt sich eine wöchentliche Kontrolle, später reicht ein Blick pro Monat, und einmal im Jahr solltest du größer prüfen, ob Einkommen und Lebensumstände noch zu deinem Plan passen.

Die häufigsten Budgetfehler vermeiden

Der größte Fehler ist, zu streng mit dir zu sein. Wer sich gar nichts mehr gönnt, hält das Budget nicht durch, ähnlich wie bei einer zu harten Diät. Der zweite Fehler sind vergessene unregelmäßige Ausgaben wie jährliche Versicherungsbeiträge oder Weihnachtsgeschenke. Lege dafür jeden Monat einen kleinen Betrag zur Seite, dann überraschen sie dich nicht. Der dritte und teuerste Fehler ist, das Sparen als Letztes zu behandeln, denn am Monatsende bleibt meist nichts übrig. Die Lösung lautet: Bezahle dich zuerst. Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach Gehaltseingang einen festen Betrag auf dein Spar- oder Anlagekonto überweist. Was du nicht siehst, vermisst du nicht. Seriöse, neutrale Orientierung dazu bietet das Portal Finanztip.

Ziellinie als Sinnbild für das Erreichen finanzieller Ziele durch konsequente Budgetplanung
Mit dem richtigen Budget kommst du Schritt für Schritt ans Ziel.

Automatisieren und Fixkosten senken

Viele scheuen ein Budget, weil sie sich für undiszipliniert halten. Der Trick ist, dich gar nicht erst auf Willenskraft zu verlassen, sondern so viel wie möglich zu automatisieren. Daueraufträge für Sparen und Fixkosten nehmen dir die Entscheidung jeden Monat aufs Neue ab, und passende Apps helfen dir, den Überblick zu behalten. Sei dabei nicht zu hart zu dir selbst: Kommst du in einem Monat über dein Budget, analysiere kurz, woran es lag, und mach weiter. Wenn deine Bedürfnisse dauerhaft mehr als 50 Prozent verschlingen, lohnt der Blick auf die Fixkosten: Eine günstigere Wohnung, ein Wechsel bei Versicherungen, Strom oder Mobilfunk oder der Verzicht aufs eigene Auto schaffen spürbar Luft, die dann in deinen Spar-Topf wandern kann. Welche Anbieter und Konditionen sich für dich rechnen, findest du übersichtlich in unserem Vergleich, und neutrale Hintergrunddaten zu Geld und Geldpolitik liefert dir die Deutsche Bundesbank.

Fazit: Dein Budget ist die Basis für alles

Ein gutes Budget ist die Grundlage für jeden weiteren Schritt deines Vermögensaufbaus, denn ohne Budget kein dauerhafter Erfolg. Es kostet dich nur etwas Zeit am Anfang, gibt dir dafür aber Kontrolle, Klarheit und Ruhe. Fang noch heute an: Notiere, was du diesen Monat verdienst und wofür du es ausgibst, das ist der erste und wichtigste Schritt. Hör dir die ganze Folge an und abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst. In der nächsten Episode vertiefen wir die 50-30-20-Regel und zeigen dir, wie du dieses einfache System optimal an deine persönliche Situation anpasst.

Shownotes zu dieser Folge +

In der vierten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast zeigen dir Lia und Finanzexperte Maik Marx, wie du mit einem cleveren Budget die volle Kontrolle über deine Finanzen bekommst. Ein Budget ist kein Gefängnis, sondern dein Werkzeug zur finanziellen Freiheit!

Erfahre, wie du in nur einem Monat einen vollständigen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben gewinnst. Maik erklärt dir die 50-30-20-Regel im Detail: 50% für Bedürfnisse, 30% für Wünsche, 20% für Sparen und Investieren. Du lernst auch alternative Methoden wie Zero-Based Budgeting und die Umschlag-Methode kennen.

Mit konkreten Rechenbeispielen zeigen wir dir, wie du dein persönliches Budget erstellst, welche Apps und Tools dir helfen können und wie du typische Budgetierungs-Fehler vermeidest. Besonders wichtig: das Prinzip „Bezahle dich zuerst" – automatisiere dein Sparen, bevor du andere Ausgaben tätigst.

In dieser Folge erfährst du
  • Warum ein Budget kein Verzicht, sondern Freiheit bedeutet
  • Wie du in einem Monat mit einem Haushaltsbuch den vollständigen Überblick gewinnst
  • Die 50-30-20-Regel im Detail: Bedürfnisse, Wünsche, Sparen (mit Rechenbeispiel)
  • Zero-Based Budgeting: Jedem Euro einen Job geben
  • Die Umschlag-Methode: Visuelles Budgetieren mit Bargeld
  • Welche Apps und Tools dir helfen (Finanzguru, YNAB, Excel)
  • Die größten Budgetierungs-Fehler und wie du sie vermeidest
  • Das Prinzip „Bezahle dich zuerst" – Automatisiere dein Sparen!
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Herzlich willkommen zurück bei Finanzpost.de, der Finanz- und Vorsorge-Podcast. Ich bin Lia und ich freue mich riesig, dass du auch heute wieder eingeschaltet hast. Wir sind jetzt schon bei Folge 4 und ich muss sagen, ich lerne mit jeder Folge so unglaublich viel. In den letzten Folgen haben wir über finanzielle Bildung, den Notgroschen und Schuldenabbau gesprochen. Heute gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns an, wie du deine Finanzen so organisierst, dass du gar nicht erst in finanzielle Schwierigkeiten gerätst. Und natürlich ist wieder mein Finanzmentor an meiner Seite. Er hat ein unglaubliches Talent, komplexe Themen so zu erklären, dass selbst ich als Anfängerin alles verstehe. Herzlich willkommen, Maik Marx.

Maik Marx: Danke, Lia. Es freut mich sehr zu hören, dass du mit jeder Folge mehr lernst. Genau das ist unser Ziel. Heute sprechen wir über ein Thema, das absolut fundamental ist. Budgetplanung. Ein gutes Budget ist wie ein Navigationssystem für deine Finanzen. Es zeigt dir, wo du bist, wohin du willst und wie du dorthin kommst.

Lia: Das ist ein schönes Bild, Maik. Ein Navigationssystem. Aber ich muss ehrlich sagen, das Wort Budget klingt für mich ein bisschen nach Verzicht und Einschränkung. Ist es das?

Maik Marx: Das ist ein weit verbreitetes Missverständnis und ich bin froh, dass du das ansprichst. Ein Budget ist kein Gefängnis, sondern ein Werkzeug der Freiheit. Es geht nicht darum, dir Dinge zu verbieten, sondern darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Wenn du kein Budget hast, gibst du dein Geld unbewusst aus und wunderst dich am Ende des Monats, wo es geblieben ist. Mit einem Budget entscheidest du aktiv, wofür du dein Geld ausgeben möchtest. Du gibst dir selbst die Erlaubnis, Geld für Dinge auszugeben, die dir wichtig sind und du erkennst gleichzeitig, wo du vielleicht Geld verschwendest für Dinge, die dir gar nicht so wichtig sind.

Lia: Okay, das klingt schon viel besser. Also ein Budget gibt mir Kontrolle und Bewusstsein. Wo fange ich denn an, wenn ich noch nie ein Budget erstellt habe?

Maik Marx: Der allererste Schritt ist, einen Überblick über deine aktuelle finanzielle Situation zu bekommen. Das bedeutet, du musst wissen, wie viel Geld du jeden Monat einnimmst und wie viel du ausgibst. Fangen wir mit den Einnahmen an. Das ist meistens der einfachere Teil. Wenn du angestellt bist, schaust du auf deine Gehaltsabrechnung und notierst dein Nettogehalt. Wenn du selbstständiger bist, nimmst du den Durchschnitt der letzten drei bis sechs Monate. Wichtig ist, dass du nur mit dem Geld planst, das tatsächlich auf deinem Konto landet. Bonuszahlungen oder unregelmäßige Einnahmen würde ich am Anfang nicht einplanen. Die sind ein schöner Extrapuffer, aber nicht die Basis deines Budgets.

Lia: Das macht Sinn. Also ich nehme mein Nettogehalt als Ausgangspunkt. Was kommt dann?

Maik Marx: Jetzt kommt der spannende, aber auch manchmal unangenehme Teil. Du musst herausfinden, wofür du dein Geld ausgibst. Und zwar wirklich alles. Ich empfehle, für einen Monat ein Haushaltsbuch zu führen. Das kann ein klassisches Notizbuch sein, eine Excel-Tabelle oder eine App. Es gibt viele kostenlose Apps wie Finanzguru, Money Control oder auch die Finanzfluss-App. Wichtig ist, dass du jeden einzelnen Euro notierst, den du ausgibst. Wirklich jeden. Der Kaffee-to-go, das Brötchen beim Bäcker, das Streaming-Abo, die Tankfüllung, alles.

Lia: Jeden Euro? Das klingt nach viel Arbeit.

Maik Marx: Das ist es auch. Aber es ist nur für einsen Monat und es lohnt sich unglaublich. Die meisten Menschen sind absolut überrascht, wenn sie sehen, wofür sie ihr Geld tatsächlich ausgeben. Du denkst vielleicht, du gibst 100 Euro im Monat für Essen außer Haus aus und dann stellst du fest, dass es 300 Euro sind. Diese Bewusstwerdung ist Gold wert. Und nach diesem einzelnen Monat hast du einzelne solide Datenbasis, auf der du deins Budget aufbauen kannst.

Lia: Okay, ich habe jetzt einen Monat lang alles aufgeschrieben. Was mache ich mit diesen ganzen Zahlen?

Maik Marx: Jetzt kategorisierst du deine Ausgaben. Du teilst sie in verschiedene Bereiche ein. Typische Kategorien sind Wohnen, also Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Strom, Lebensmittel und Haushalt. Transport, also Auto, Benzin, öffentliche Verkehrsmittel, Versicherungen, Kommunikation, also Handy, Internet, Freizeit und Unterhaltung, Kleidung, Gesundheit und ganz wichtig, Sparen und Investieren. Wenn du deine Ausgaben in diese Kategorien einteilst, siehst du auf einen Blick, wo dein Geld hinfließt und oft erkennst du Muster, die dir vorher nicht bewusst waren.

Lia: Das klingt sehr strukturiert. Aber wie weiß ich denn, ob meine Ausgaben in einer Kategorie zu hoch oder zu niedrig sind? Gibt es da Richtwerte?

Maik Marx: Es gibt tatsächlich eine sehr beliebte und einfache Faustregel, die sogenannte 50-30-20-Regel. Sie stammt ursprünglich aus den USA, lässt sich aber auch gut auf deutsche Verhältnisse übertragen. Die Idee ist, dein Nettoeinkommen in drei große Töpfe aufzuteilen. 50% für Bedürfnisse, 30% für Wünsche und 20% für Sparen und Investieren.

Lia: Das klingt einfach. Kannst du das genauer erklären? Was sind Bedürfnisse und was sind Wünsche?

Maik Marx: Sehr gerne. Bedürfnisse, das sind die Dinge, die du zum Leben brauchst. Dinge, auf die du nicht verzichten kannst. Dazu gehören Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen, Mindestrate für Kredite, Transport zur Arbeit, Medikamente. Alles, was notwendig ist, um Dein Leben aufrecht zu erhalten. Diese Kategorie sollte maximal 50% Deines Nettoeinkommens ausmachen. Wenn Du mehr als 50% für Bedürfnisse ausgibst, wird es eng und Du solltest überlegen, ob Du Deine Fixkosten senken kannst. Zum Beispiel durch einen Umzug in eine günstigere Wohnung oder durch den Wechsel zu günstigeren Versicherungen.

Lia: Und die 30% für Wünsche?

Maik Marx: Wünsche sind alle Dinge, die dein Leben schöner machen, auf die du aber theoretisch verzichten könntest. Essen gehen, Kino, Konzerte, Urlaub, Hobbys, Streamingdienste, das neueste Handy, schicke Kleidung, all das sind Wünsche. Und die 50-30-20-Regel sagt, gönn dir diese Dinge. 30% deines Einkommens darfst du für Dinge ausgeben, die dir Freude bereiten. Das ist kein Verzicht, das ist bewusster Genuss. Du weißt, dass du dir diese 30% leisten kannst, ohne deine finanzielle Zukunft zu gefährden.

Lia: Das finde ich super. Ich darf mir also Dinge gönnen, solange ich im Rahmen bleibe. Und die 20 Prozent?

Maik Marx: Die 20 Prozent sind für deine Zukunft. Das ist das Geld, das du sparst und investierst. Dazu gehört der Aufbau deines Notgroschens, den wir in Folge 2 besprochen haben. Dazu gehört das Abbezahlen von Schulden über die Mindestzahlung hinaus, wie wir es in Folge 3 gelernt haben. Und dazu gehört das Investieren in ETFs oder andere Anlagen für deinen Vermögensaufbau und deine Altersvorsorge. Diese 20% sind der Schlüssel zu deiner finanziellen Freiheit. Wenn du es schaffst, dauerhaft 20% deines Einkommens zu sparen und zu investieren, wirst du langfristig wohlhabend werden.

Lia: Das ist eine starke Aussage. Lass uns das mal an einem Beispiel durchrechnen. Sagen wir, ich verdiene 2.500 Euro netto im Monat. Wie würde die 50-30-20-Regel dann aussehen?

Maik Marx: Perfektes Beispiel. Bei 2.500 Euro netto hättest du 50% für Bedürfnisse. Das sind 1,52 Euro. Das muss reichen für Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen, Transport. 30% für Wünsche, das sind 57 Euro. Das ist dein Spaßbudget. Essen gehen, Hobbys, Urlaub. Und 20% für Sparen und Investieren, das sind 50 Null Euro. Wenn du es schaffst, jeden Monat 50 Null Euro zu sparen und zu investieren, hast du nach einem Jahr 6000 Euro. Nach 10 Jahren mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 7% hast du über 8.000, 6.000 Euro. Das ist die Macht des konsequenten Sparens und Investierens.

Lia: Wow, das ist wirklich beeindruckend. Aber Maik, was ist, wenn ich es nicht schaffe, 20% zu sparen? Wenn meine Fixkosten schon mehr als 50% fressen?

Maik Marx: Dann ist die 50-30-20-Regel ein Ziel, auf das du hinarbeitest. Nicht jeder kann sofort diese Aufteilung erreichen, besonders in teuren Städten, wo die Mieten hoch sind. Wenn du merkst, dass du 60% für Bedürfnisse brauchst, dann versuche bei den Wünschen zu sparen und trotzdem mindestens 10% zu sparen. Oder du suchst nach Wegen, deine Fixkosten zu senken. Vielleicht kannst du eine WG gründen, um die Miete zu teilen. Vielleicht kannst du zu günstigeren Versicherungen wechseln. Vielleicht kannst du ein Auto abschaffen und öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Die 50-30-20-Regel ist ein Kompass, keine starre Regel. Wichtig ist, dass du in die richtige Richtung gehst.

Lia: Das ist ein wichtiger Hinweis. Es geht um die Richtung. Nicht um Perfektion. Maik, du hast vorhin auch von Zero-Based Budgeting gesprochen. Was ist das?

Maik Marx: Zero-Based Budgeting ist eine andere, sehr effektive Methode. Die Idee ist, jeder Euro, den du einnimmst, bekommt einen Job. Du teilst dein gesamtes Einkommen verschiedenen Kategorien zu, bis du bei Null ankommst. Das bedeutet nicht, dass du alles ausgibst. Es bedeutet, dass du jedem Euro einen Zweck gibst. Sagen wir, du verdienst 2500 Euro. Du teilst zu 800 Euro Miete, 300 Euro Lebensmittel, 200 Euro Transport, 100 Euro Versicherungen, 150 Euro Freizeit, 500 Euro Sparen, 200 Euro Notgroschen auffüllen, 250 Euro Urlaubsrücklage. Wenn du alles zugewiesen hast, solltest du bei Null rauskommen. Jeder Euro hat einen Zweck. Das gibt dir unglaubliche Kontrolle.

Lia: Das klingt sehr detailliert. Ist das nicht wahnsinnig aufwendig?

Maik Marx: Am Anfang schon. Du musst wirklich überlegen, wie viel du für jede Kategorie brauchst. Aber nach ein, zwei Monaten hast du deine Kategorien und Beträge gefunden und dann wird es zu Rücken. Viele Menschen schwören auf diese Methode, weil sie verhindert, dass Geld einfach so verschwindet. Es gibt auch Apps wie Wine App, You Need a Budget, die genau nach diesem Prinzip funktionieren. Die App ist allerdings kostenpflichtig, aber viele Nutzer sagen, sie ist jeden Cent wert.

Lia: Interessant. Gibt es noch andere Budgetierungsmethoden?

Maik Marx: Es gibt die Umschlagmethode, die besonders für Menschen funktioniert, die gerne mit Bargeld arbeiten. Die Idee ist, du hebst am Monatsanfang dein Geld ab und verteilst es auf verschiedene Umschläge. Ein Umschlag für Lebensmittel, einer für Freizeit, einer für Kleidung. Wenn der Umschlag leer ist, gibst du in dieser Kategorie kein Geld mehr aus. Das ist sehr visuell und hilft vielen Menschen, ihre Ausgaben zu kontrollieren. In Zeiten von Kartenzahlung und Online-Shopping ist diese Methode allerdings etwas unpraktisch geworden. Aber das Prinzip kannst du auch digital umsetzen, indem du mehrere Unterkonten bei deiner Bank anlegst.

Lia: Das sind jetzt viele verschiedene Methoden. Welche würdest du mir als Anfängerin empfehlen?

Maik Marx: Ich würde dir empfehlen, mit der 50-30-20-Regel zu starten. Sie ist einfach, sie ist flexibel und sie gibt dir eine gute Grundstruktur. Führe einen Monat lang Haushaltsbuch, schau, wo dein Geld hinfließt und versuche dann, deine Ausgaben in diese drei Kategorien einzuteilen. Wenn du merkst, dass du mehr Kontrolle brauchst, kannst du später zu Zero-Based Budgeting wechseln. Das Wichtigste ist, dass du überhaupt anfängst. Ein unperfektes Budget, das du durchziehst, ist besser als ein perfektes Budget, das in der Schublade liegt.

Lia: Das ist ein super Rat! Maik, wie oft sollte ich mein Budget überprüfen und anpassen?

Maik Marx: Am Anfang würde ich empfehlen, es jede Woche zu überprüfen. Schau, ob du in deinen Kategorien bleibst. Wenn du merkst, dass du in einer Kategorie ständig drüber kommst, musst du entweder das Budget anpassen oder dein Verhalten ändern. Nach ein paar Monaten reicht es, das Budget einmal im Monat zu überprüfen. Und mindestens einmal im Jahr solltest du eine größere Überprüfung machen. Hat sich dein Einkommen verändert? Haben sich deine Lebensumstände geändert? Sind neue Ausgaben dazugekommen? Ein Budget ist nicht in Stein gemeißelt. Es muss mit deinem Leben mitwachsen.

Lia: Das macht total Sinn. Ein Budget ist ein lebendiges Dokument. Maik, was sind die größten Fehler, die Menschen bei der Budgetplanung machen?

Maik Marx: Der größte Fehler ist, zu restriktiv zu sein. Wenn du dir gar nichts mehr gönnst, wirst du das Budget nicht durchhalten. Es ist wie eine Diät. Wenn du zu streng bist, kommt der Heißhunger und du wirfst alles über den Haufen. Der zweite große Fehler ist, unregelmäßige Ausgaben zu vergessen. Dinge wie Versicherungen, die jährlich bezahlt werden, oder Geschenke zu Weihnachten. Diese Ausgaben musst du einplanen, indem du jeden Monat einen Betrag dafür zurücklegst. Der dritte Fehler ist, das Sparen als letzten Punkt zu sehen. Viele Menschen sagen, ich spare, was am Ende des Monats übrig bleibt. Aber meistens bleibt nichts übrig. Deshalb bezahle dich zuerst. Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach Gehaltseingang einen festen Betrag auf dein Sparkonto oder dein Depot überweist. Was du nicht siehst, vermisst du nicht.

Lia: Bezahle dich zuerst. Das ist ein starker Satz. Maik, was würdest du jemandem sagen, der jetzt denkt, das klingt alles gut, aber ich habe keine Disziplin. Ich werde das nicht durchhalten.

Maik Marx: Ich würde sagen, mach es dir so einfach wie möglich. Automatisiere, was du automatisieren kannst. Daueraufträge für Sparen für Fixkosten. Nutze Apps, die dir helfen, den Überblick zu behalten. Und sei nicht zu hart zu dir selbst. Wenn du in einem Monat mal über dein Budget kommst, ist das kein Weltuntergang. Analysiere, warum es passiert ist und mach im nächsten Monat weiter. Budgetplanung ist eine Fähigkeit, die man lernen muss. Niemand ist von Anfang an perfekt darin. Aber mit jedem Monat wirst du besser.

Lia: Das ist so ermutigend, Maik. Vielen Dank für diese praktischen und umsetzbaren Tipps. Ich werde definitiv noch heute anfangen, mein Budget zu planen.

Maik Marx: Das freut mich sehr, Lia. Und ich bin sicher, unsere Zuhörerinnen und Zuhörer werden das auch tun. Ein gutes Budget ist die Grundlage für alles, was wir in den kommenden Folgen besprechen werden. Ohne Budget kein Vermögensaufbau.

Lia: Absolut. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, fangt noch heute an. Ladet euch eine App herunter, öffnet eine Excel-Tabelle oder nehmt einfach Stift und Papier. Schreibt auf, was ihr diesen Monat verdient und wofür ihr es ausgebt. Das ist der erste Schritt. In unserer nächsten Folge sprechen wir über die 50-30-20-Regel noch detaillierter und schauen uns an, wie du dieses einfache System für dein Geld optimal nutzen kannst. Seid also unbedingt wieder dabei.

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