Rohstoffe: Gold, Silber und Öl als Geldanlage oder reine Spekulation?
Willkommen zur achtzehnten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast. Lia und Finanzexperte Maik Marx räumen mit den großen Rohstoff-Mythen auf: Ist Gold wirklich der sichere Hafen, für den ihn so viele halten? Was steckt hinter Silber, Öl und Co.? Und gehören Rohstoffe überhaupt in dein Portfolio oder sind sie am Ende reine Spekulation? Du erfährst, welche vier Rohstoff-Kategorien es gibt, warum Gold trotz aller Tradition seine Tücken hat und wie du eine sinnvolle Beimischung von purer Zockerei unterscheidest. Diese Folge macht dich zum nüchternen Beobachter statt zum Bauchgefühl-Anleger.
Omas Goldschmuck und die nackten Zahlen
Lia steigt mit einer Geschichte ein, die viele kennen: Ihre Oma schwört auf Gold und sagt, es verliere niemals seinen Wert. Doch ein Blick auf die Kurse der letzten zwanzig Jahre zeigt ein anderes Bild: Der Goldpreis ging mal kräftig hoch und mal um dreißig oder vierzig Prozent runter. Maik gibt Omas Gefühl teilweise recht, denn Gold hat eine lange Tradition als Wertspeicher. Doch die Sache ist komplexer, als sie wirkt: Hier setzt finanzielle Bildung an, mit der du emotionalen Wert von realer Rendite unterscheidest. Die wichtigsten Grundlagen dazu findest du kompakt in unserem Wissensbereich.
Was Rohstoffe überhaupt sind
Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die abgebaut, geerntet oder gefördert werden. Maik teilt sie in vier Hauptkategorien ein: Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium. Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium, Nickel und Zink. Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Und schließlich Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais, Kaffee, Kakao und Baumwolle. Jede Kategorie folgt eigenen Gesetzen, hat unterschiedliche Verwendungszwecke und reagiert auf andere Einflüsse. Wer das verinnerlicht, versteht schnell, warum man Gold nicht mit Weizen in einen Topf werfen darf. Die wichtigsten Fachbegriffe rund um diese Anlageklassen erklärt dir unser Finanzlexikon.
Warum Menschen in Rohstoffe investieren
Für ein Investment in Rohstoffe gibt es vier nachvollziehbare Gründe. Erstens der Inflationsschutz: Steigen die Preise allgemein, steigt oft auch der Wert von Rohstoffen, allen voran Gold. Zweitens die Diversifikation, denn Rohstoffe entwickeln sich häufig anders als Aktien und Anleihen, sodass sie sich ergänzen können. Drittens die Krisenabsicherung, weil viele Anleger in unsicheren Zeiten, bei Kriegen oder Wirtschaftskrisen, in Gold flüchten. Und viertens die Spekulation, also die schlichte Hoffnung auf schnelle Kursgewinne. Maik betont: Nur die ersten drei Gründe sind solide, der vierte ist reines Glücksspiel. Wie sich diese Anlageklasse gegen Aktien und Anleihen schlägt, zeigt dir unsere Anlage-Übersicht.
Gold: sicherer Hafen mit Schattenseiten
Gold hat eine jahrtausendealte Geschichte als Wertspeicher. Es ist selten, unvergänglich, teilbar und weltweit akzeptiert, dazu wird es nicht von Regierungen kontrolliert und lässt sich nicht beliebig drucken wie Papiergeld. In Krisenzeiten, wenn das Vertrauen in Währungen schwindet, steigt die Nachfrage. Doch Maik nennt drei harte Nachteile: Gold wirft keinerlei Erträge ab, der Preis schwankt extrem stark, und langfristig schneidet es deutlich schlechter ab als Aktien. Wer tausend Euro in Gold steckt und zehn Jahre hält, besitzt am Ende immer noch nur das Gold, während Aktien in dieser Zeit Dividenden und Kursgewinne liefern.
1) Keine Erträge: Gold zahlt weder Zinsen noch Dividenden, du gewinnst nur, wenn der Preis steigt. 2) Hohe Volatilität: In den Zweitausendern stieg Gold von 250 auf 1.900 Dollar und fiel dann wieder auf 1.100 Dollar. 3) Schwächere Rendite: Über 100 Jahre legte Gold rund 3 bis 4 % pro Jahr zu, Aktien dagegen 7 bis 8 %.
Wann Gold trotzdem Sinn macht und wie du es kaufst
Gold ist eine Versicherung, kein Wachstumsinvestment. Als Beimischung von fünf bis zehn Prozent des Portfolios kann es zur Krisenabsicherung sinnvoll sein, vor allem wenn du sehr risikoavers bist. Die Hauptanlage sollte es jedoch nie sein. Beim Kauf gibt es drei Wege: physisches Gold in Form von Barren oder Münzen, das du allerdings sicher lagern musst. Gold-ETCs, also börsengehandelte Wertpapiere, die du bequem über dein Depot kaufst. Und Goldminen-Aktien, die stärker schwanken als der Goldpreis selbst. Für die meisten Privatanleger sind Gold-ETCs die einfachste und liquideste Wahl. Welche Depots und Produkte sich dafür eignen, kannst du mit unserem Vergleich gegenüberstellen.
Silber, Öl und Industriemetalle im Check
Silber ähnelt Gold, ist aber noch volatiler, weil es zusätzlich industriell genutzt wird, etwa in Elektronik, Solarzellen und Medizin. Dadurch hängt der Preis stärker von der Konjunktur ab. Öl und Gas sind als Energierohstoffe extrem schwankungsanfällig: Der Ölpreis kann binnen Monaten um fünfzig Prozent steigen oder fallen, getrieben von Angebot, Nachfrage und geopolitischen Ereignissen. Für Privatanleger ist das eher Spekulation als Geldanlage. Auch Industriemetalle wie Kupfer oder Nickel hängen direkt am Auf und Ab der Weltwirtschaft und sind schwer vorherzusagen. Maik rät hier zur Vorsicht: Diese Märkte verlangen spezifisches Wissen und sind nichts für unerfahrene Einsteiger.
Agrarrohstoffe und breite Rohstoff-ETFs
Agrarrohstoffe wie Weizen oder Kaffee sind die volatilste Gruppe von allen. Sie hängen von Wetter, Ernten, Krankheiten und politischen Entscheidungen ab. Eine Dürre kann den Weizenpreis verdoppeln, eine Rekordernte ihn halbieren. Für Privatanleger sind sie hochspekulativ und kaum empfehlenswert. Wer dennoch breit in Rohstoffe investieren möchte, kann auf Rohstoff-ETFs setzen, die einen ganzen Korb abbilden, etwa über den Bloomberg Commodity Index mit Energie, Metallen und Agrar. Das verteilt das Risiko, doch auch hier gilt die eiserne Regel: maximal fünf bis zehn Prozent als Beimischung. Bevor du investierst, lohnt ein Blick auf neutrale Quellen wie die Verbraucherzentrale oder das unabhängige Portal Finanztip.
Historie und klare Empfehlung
Langfristig haben Rohstoffe schlechter abgeschnitten als Aktien: In den letzten fünfzig Jahren brachten sie rund drei bis fünf Prozent pro Jahr, Aktien dagegen sieben bis acht Prozent. Zwar gab es starke Phasen wie die Siebzigerjahre oder die Zweitausender, doch diese Zyklen lassen sich kaum zuverlässig vorhersagen. Maiks Fazit ist deshalb klar: Rohstoffe sind eine optionale Beimischung, kein Muss. Wer Krisenabsicherung sucht, kann fünf bis zehn Prozent in Gold halten, am besten über einen Gold-ETC. Für die meisten Menschen reicht aber ein breites Portfolio aus Aktien-ETFs und gegebenenfalls Anleihen völlig aus. Wie stark sich diese Renditeunterschiede über die Jahre auf dein Vermögen auswirken, kannst du mit unseren Rechnern schwarz auf weiß durchspielen. Neutrale Daten und seriöse Grundlagen liefert dir dazu auch die Deutsche Bundesbank.
Fazit: Beimischung ja, Hauptrolle nein
Rohstoffe sind volatil, werfen keine laufenden Erträge ab und bleiben langfristig hinter Aktien zurück. Als kleine Beimischung zur Krisenabsicherung können Gold und Co. dennoch ihren Platz haben, solange du keine Wunderrenditen erwartest. Für Omas Goldschmuck gilt am Ende: Der emotionale Wert darf gerne bleiben, nur die Hauptanlage sollte er nicht sein. Hör dir die ganze Folge an und abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst. In der nächsten Ausgabe geht es um Kryptowährungen: Sind Bitcoin, Ethereum und Co. die Zukunft des Geldes oder doch nur Spekulation?
Shownotes zu dieser Folge +
Rohstoffe - Gold, Silber, Öl - Sinnvolle Geldanlage oder Spekulation
In der achtzehnten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast räumen Lia und Finanzexperte Maik Marx mit Rohstoff-Mythen auf! Ist Gold wirklich so sicher? Sind Rohstoffe eine sinnvolle Geldanlage oder eher Spekulation?
Erfahre, was Rohstoffe sind und die vier Hauptkategorien: Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium), Industriemetalle (Kupfer, Aluminium), Energierohstoffe (Öl, Gas, Kohle), Agrarrohstoffe (Weizen, Kaffee, Kakao). Maik erklärt, warum Menschen in Rohstoffe investieren (Inflationsschutz, Diversifikation, Krisenabsicherung, Spekulation) und die drei großen Nachteile von Gold: keine Erträge, hohe Volatilität (von dreihundertfünfzig auf achthundert Dollar, dann auf zweihundertfünfzig!), schlechtere Rendite als Aktien (drei bis vier Prozent vs. sieben bis acht Prozent).
- ✓ Was Rohstoffe sind: Natürliche Ressourcen
- ✓ Die vier Hauptkategorien: Edelmetalle, Industriemetalle, Energie, Agrar
- ✓ Warum Menschen in Rohstoffe investieren (vier Gründe)
- ✓ Warum Gold so beliebt ist (jahrtausendealte Geschichte, Wertspeicher)
- ✓ Die drei großen Nachteile von Gold (keine Erträge, Volatilität, schlechtere Rendite)
- ✓ Wann Gold trotzdem Sinn macht (fünf bis zehn Prozent Beimischung)
- ✓ Drei Wege, Gold zu kaufen: Physisch, Gold-ETCs, Goldminen-Aktien
- ✓ Silber: Ähnlich wie Gold, aber volatiler und industriell genutzt
- ✓ Öl und Gas: Extrem volatil, eher Spekulation ⏰
- ✓ Industriemetalle: Volatil, schwer vorherzusagen
- ✓ Agrarrohstoffe: Hochspekulativ, nicht empfehlenswert
- ✓ Rohstoff-ETFs: Breite Diversifikation über viele Rohstoffe
Komplettes Transkript dieser Folge +
Lia: Willkommen zurück bei Finanzpost.de Ich bin Lia. Neulich war ich bei meiner Oma und sie hat mir stolz ihren Goldschmuck gezeigt. Lia, das ist echte Sicherheit. Gold verliert nie seinen Wert. Dann habe ich recherchiert und gesehen, dass der Goldpreis in den letzten 20 Jahren mal hoch, mal runter ging. Manchmal um 30 oder 40 Prozent. Ist Gold wirklich so sicher? Und was ist mit anderen Rohstoffen wie Silber oder Öl? Heute wollen wir klären, ob Rohstoffe eine sinnvolle Geldanlage sind oder eher Spekulation. Maik, meine Oma schwört auf Gold. Was sagst du dazu?
Maik Marx: Haha, Lia, deine Oma hat teilweise recht. Gold hat eine lange Tradition als Wertspeicher. Aber es ist nicht so einfach, wie viele denken. Heute werden wir verstehen, was Rohstoffe sind, welche Arten es gibt, welche Vor- und Nachteile sie haben und wann sie ins Portfolio gehören.
Lia: Perfekt, ich bin gespannt. Maik, fangen wir an. Was sind Rohstoffe?
Maik Marx: Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die abgebaut, geerntet oder gefördert werden. Man unterscheidet vier Hauptkategorien. 1. Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium. 2. Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium, Nickel und Zink. 3. Energierohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle. 4. Agrarrohstoffe wie Weizen, Mais, Kaffee, Kakao und Baumwolle. Jede Kategorie hat unterschiedliche Eigenschaften und Verwendungszwecke.
Lia: Edelmetalle, Industriemetalle, Energie, Agrar. Das ist eine breite Palette. Maik, warum investieren Menschen in Rohstoffe?
Maik Marx: Es gibt mehrere Gründe. Erstens, Inflationsschutz. Rohstoffe, besonders Gold, gelten als Schutz gegen Inflation. Wenn die Preise steigen, steigt oft auch der Wert von Rohstoffen. Zweitens, Diversifikation. Rohstoffe entwickeln sich oft anders als Aktien und Anleihen. Wenn Aktien fallen, können Rohstoffe steigen. Drittens, Krisenabsicherung. In unsicheren Zeiten, bei Kriegen oder Wirtschaftskrisen, flüchten viele Anleger in Gold. Und viertens, Spekulation. Manche Anleger hoffen auf kurzfristige Preissteigerungen.
Lia: Inflationsschutz, Diversifikation, Krisenabsicherung, Spekulation. Das sind nachvollziehbare Gründe. Maik, lass uns über Gold sprechen. Warum ist Gold so beliebt?
Maik Marx: Gold hat eine jahrtausendealte Geschichte als Wertspeicher. Es ist selten, unvergänglich, teilbar und weltweit akzeptiert. Gold wird nicht von Regierungen kontrolliert. Es kann nicht gedruckt werden wie Geld. In Krisenzeiten, wenn das Vertrauen in Währungen schwindet, steigt die Nachfrage nach Gold. Psychologisch gibt Gold vielen Menschen ein Gefühl von Sicherheit. Es ist greifbar, glänzend, wertvoll. Aber Gold hat auch Nachteile.
Lia: Welche Nachteile hat Gold?
Maik Marx: Der größte Nachteil ist, dass Gold keine Erträge abwirft. Es zahlt keine Zinsen, keine Dividenden. Du kannst nur profitieren, wenn der Preis steigt. Wenn du Gold für 1000 Euro kaufst und 10 Jahre hältst, hast du am Ende immer noch nur das Gold. Wenn du 1000 Euro in Aktien investierst, bekommst du Dividenden und Kurssteigerungen. Der zweite Nachteil ist die Volatilität. Der Goldpreis schwankt stark. In den 70er Jahren stieg Gold von 35 auf 800 Dollar, dann fiel es auf 250 Dollar. In den 2000ern stieg es von 250 auf 1900 Dollar, dann fiel es auf 1100 Dollar. Aktuell liegt Gold bei etwa 2500 Dollar. Das sind massive Schwankungen. Und der dritte Nachteil ist, dass Gold langfristig schlechter Abschneide neidet als Aktien. In den letzten 100 Jahren hat Gold etwa 3-4% pro Jahr an Wert gewonnen. Aktien etwa 7-8%.
Lia: Keine Erträge. Hohe Volatilität. Schlechtere Rendite als Aktien. Das sind ernsthafte Nachteile. Maik, wann macht Gold trotzdem Sinn?
Maik Marx: Gold macht Sinn als Beimischung für Krisenabsicherung. Wenn du sehr risikoavers bist oder in unsicheren Zeiten lebst, können 5 bis 10 Prozent deines Portfolios in Gold eine gute Absicherung sein. Aber Gold sollte nie die Hauptanlage sein. Es ist eine Versicherung, kein Wachstumsinvestment.
Lia: 5 bis 10 Prozent als Beimischung, nicht als Hauptanlage. Verstanden? Maik, wie kaufe ich Gold?
Maik Marx: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Erstens, physisches Gold. Du kannst Goldbarren oder Goldmünzen kaufen, zum Beispiel bei Banken, Edelmetallhändlern oder online. Der Vorteil ist, dass du es besitzt und anfassen kannst. Der Nachteil ist, dass du es sicher lagern musst, zum Beispiel in einem Tresor oder Schließfach. 2. Gold-ETCs oder Gold-ETFs Das sind börsengehandelte Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden. Du kaufst sie über dein Depot wie Aktien. Der Vorteil ist Einfachheit und Liquidität. Der Nachteil ist, dass du kein physisches Gold besitzt. 3. Goldminenaktien Du investierst in Unternehmen, die Gold fördern. Diese Aktien können stärker steigen als der Goldpreis, aber auch stärker fallen. Für die meisten Menschen sind Gold-ETCs die beste Wahl.
Lia: Physisches Gold. Gold-ETCs. Goldminenaktien. Gold-ETCs klingen am einfachsten. Maik, was ist mit Silber?
Maik Marx: Silber ist ähnlich wie Gold, aber volatiler. Silber wird nicht nur als Wertspeicher genutzt, sondern auch industriell, zum Beispiel in Elektronik, Solarzellen und Medizin. Deshalb hängt der Silberpreis stärker von der Wirtschaftslage ab. Silber ist günstiger als Gold, deshalb ist es für kleinere Investitionen zugänglicher. Aber Silber schwankt noch stärker als Gold. Es kann eine Beimischung sein, aber auch hier gilt, nicht als Hauptanlage.
Lia: Silber volatiler als Gold. Industrielle Nutzung. Maik, was ist mit Öl und Gas?
Maik Marx: Öl und Gas sind Energierohstoffe. Ihr Preis hängt stark von Angebot und Nachfrage, geopolitischen Ereignissen und der Konjunktur ab. Öl und Gas sind extrem volatil. Der Ölpreis kann innerhalb von Monaten um 50% steigen oder fallen. Für Privatanleger sind direkte Investitionen in Öl und Gas schwierig und riskant. Es gibt Öl-ETCs und Energieaktien, aber das ist eher Spekulation als langfristige Geldanlage. Ich würde Privatanlegern nicht empfehlen, in Öl oder Gas zu investieren, es sei denn, sie haben spezifisches Wissen.
Lia: Öl und Gas extrem volatil. Eher Spekulation. Verstanden. Maik, was ist mit Industriemetallen wie Kupfer?
Maik Marx: Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium oder Nickel werden in der Produktion verwendet. Ihr Preis hängt von der globalen Wirtschaftslage ab. Wenn die Wirtschaft wächst, steigt die Nachfrage nach Industriemetallen. Wenn die Wirtschaft schwächelt, fällt die Nachfrage. Auch hier gilt, sehr volatil, schwer vorherzusagen, eher für erfahrene Anleger.
Lia: Industriemetalle auch volatil und schwer vorherzusagen. Maik, was ist mit Agrarrohstoffen wie Weizen oder Kaffee?
Maik Marx: Agrarrohstoffe sind noch volatiler. Sie hängen von Wetter, Ernten, Krankheiten und politischen Entscheidungen ab. Eine Dürre kann den Weizenpreis verdoppeln. Eine gute Ernte kann ihn halbieren. Agrarrohstoffe sind hoch spekulativ und für Privatanleger nicht empfehlenswert.
Lia: Agrarrohstoffe hochspekulativ. Maik, wie kann ich breit in Rohstoffe investieren?
Maik Marx: Es gibt Rohstoff-ETFs, die in einen Korb verschiedener Rohstoffe investieren. Zum Beispiel gibt es ETFs, die den Bloomberg Commodity Index abbilden. Dieser Index enthält Energie, Metalle und Agrar. Mit einem solchen ETF bekommst du breite Diversifikation über viele Rohstoffe. Aber auch hier gilt, Rohstoffe sind volatil und sollten nur eine kleine Beimischung sein, vielleicht 5 bis 10 Prozent des Portfolios.
Lia: Rohstoff-ETFs für breite Diversifikation, 5 bis 10 Prozent Beimischung. Maik, wie haben sich Rohstoffe historisch entwickelt?
Maik Marx: Langfristig haben Rohstoffe schlechter abgeschnitten als Aktien. In den letzten 50 Jahren haben Rohstoffe etwa 3 bis 5 Prozent pro Jahr an Wert gewonnen, Aktien etwa 7 bis 8 Prozent. Aber Rohstoffe hatten Phasen, in denen sie sehr gut liefen, zum Beispiel in den 70er Jahren oder in den 2000ern. Das Problem ist, dass diese Phasen schwer vorherzusagen sind. Rohstoffe sind zyklisch und volatil.
Lia: Langfristig schlechter als Aktien, aber phasenweise gut. Schwer vorherzusagen. Maik, was würdest du jemandem empfehlen, der in Rohstoffe investieren will?
Maik Marx: Ich würde sagen, Rohstoffe sind eine optionale Beimischung, kein Muss. Wenn du sehr konservativ bist und Krisenabsicherung willst, kannst du 5 bis 10 Prozent in Gold investieren, am besten über einen Gold-ETC. Wenn du breiter diversifizieren willst, kannst du einen Rohstoff-ETF kaufen. Aber erwarte keine hohen Renditen. Rohstoffe sind eher Absicherung als Wachstumsinvestment. Für die meisten Menschen reicht ein Portfolio aus Aktien-ETFs und vielleicht Anleihen. Rohstoffe sind optional.
Lia: Rohstoffe optional. 5-10% Gold zur Absicherung. Keine hohen Renditen erwarten. Maik, vielen Dank für diese klare Einschätzung. Ich werde meiner Oma sagen, dass Gold okay ist, aber nicht die Hauptanlage sein sollte.
Maik Marx: Haha, viel Erfolg, Lia. Aber denk dran, für deine Oma ist der emotionale Wert von Gold vielleicht wichtiger als die Rendite.
Lia: Das stimmt. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, überlegt euch gut, ob Rohstoffe für euch Sinn machen. Sie sind volatil, werfen keine Erträge ab und schneiden langfristig schlechter ab als Aktien. Aber als kleine Beimischung zur Krisenabsicherung können sie funktionieren. In unserer nächsten Folge sprechen wir über Kryptowährungen, Bitcoin, Ethereum und Co. Sind sie die Zukunft des Geldes oder nur Spekulation? Seid also unbedingt wieder dabei.
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