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Folge 14 ·16:43 ·24. Feb. 2026

Dividenden - Passives Einkommen durch Aktien

In dieser Episode diskutieren Lia und Maik Marx die Rolle von Dividenden als Einkommensquelle für Anleger. Sie erklären, wie Dividenden funktionieren, die Bedeutung von Dividenden-Aristokraten und vergleichen Dividenden-ETFs mit herkömmlich

Dividenden: Wie du dir mit Aktien ein passives Einkommen aufbaust

In der vierzehnten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast, widmen sich Lia und Finanzexperte Maik Marx einem Thema, das viele Anleger fasziniert: Dividenden. Du erfährst, was eine Dividende ist, wie oft und wie hoch sie ausgezahlt wird und wie du dir Schritt für Schritt ein echtes passives Einkommen aufbaust, ohne deine Aktien jemals verkaufen zu müssen. Maik zeigt dir mit Rechenbeispielen, wie aus einer monatlichen Sparrate ein Strom regelmäßiger Auszahlungen wird, und worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Was eine Dividende eigentlich ist

Maik erklärt es ganz einfach: Eine Dividende ist eine Gewinnbeteiligung, die ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Macht eine Firma Gewinne, kann sie diese reinvestieren, Schulden abbauen oder einen Teil davon an die Eigentümer ausschütten, also an dich als Aktionär. Genau diese Ausschüttung ist die Dividende. Sobald du eine Aktie besitzt, hast du Anspruch darauf, und die Höhe richtet sich danach, wie viele Aktien du hältst. Das Schöne daran: Du musst nichts verkaufen, das Geld kommt zusätzlich zu deinem Aktienbestand. In unserem Wissensbereich findest du die wichtigsten Grundlagen rund um Aktien kompakt erklärt.

Wie oft und wie hoch ausgezahlt wird

Die Dividende landet normalerweise in bar auf deinem Verrechnungskonto. Besitzt du 100 Aktien und das Unternehmen zahlt 2 Euro pro Aktie, bekommst du 200 Euro gutgeschrieben. Wie oft das passiert, hängt vom Land ab: In Deutschland zahlen die meisten Unternehmen einmal im Jahr, meist nach der Hauptversammlung im Frühjahr. In den USA wird häufig vierteljährlich ausgeschüttet, manche Immobiliengesellschaften sogar monatlich. Die Höhe misst du an der Dividendenrendite, also der jährlichen Dividende geteilt durch den Aktienkurs. Kostet eine Aktie 100 Euro und zahlt 4 Euro, sind das 4 Prozent. Solide, etablierte Unternehmen liegen typischerweise zwischen 2 und 4 Prozent. Mit unseren Rechnern kannst du das für dein eigenes Depot durchspielen.

Geld, das von selbst nachwächst: das Prinzip der Dividende.

Dividendenaristokraten: die verlässlichen Zahler

Hohe und verlässliche Dividenden findest du oft bei reifen Unternehmen in stabilen Branchen: Konsumgüter wie Coca-Cola oder Procter & Gamble, Versorger wie E.ON oder RWE, Telekommunikation oder Immobiliengesellschaften, die gesetzlich verpflichtet sind, einen Großteil ihrer Gewinne auszuschütten. Eine besondere Gruppe sind die sogenannten Dividendenaristokraten: Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge jedes Jahr erhöht haben. Das ist ein starkes Signal für finanzielle Stabilität und gutes Management, denn diese Firmen haben Rezessionen und Börsencrashs überstanden und trotzdem jedes Jahr mehr ausgeschüttet. Für einkommensorientierte Anleger sind sie deshalb besonders attraktiv. Welche Anlageklassen sonst noch zu deinem Ziel passen, zeigt dir unsere Anlage-Übersicht.

So baust du dir Schritt für Schritt ein Einkommen auf

Das Prinzip ist denkbar einfach: Je mehr Anteile dividendenstarker Unternehmen du besitzt, desto mehr fließt dir zu. Und du musst nicht reich starten. Investierst du jeden Monat 500 Euro in Dividendenwerte und erzielst im Schnitt 8 Prozent Gesamtrendite, also 4 Prozent Dividende plus 4 Prozent Kurssteigerung, hast du nach 15 Jahren rund 140.000 Euro und damit knapp 470 Euro Dividende pro Monat. Nach 25 Jahren werden daraus etwa 370.000 Euro und gut 1.233 Euro monatlich. Entscheidend ist nicht die Höhe der ersten Beträge, sondern dass du früh anfängst und dranbleibst, damit der Zinseszins für dich arbeiten kann.

Überquellender Briefkasten als Sinnbild für regelmäßige Dividendenzahlungen
Regelmäßige Ausschüttungen, die ganz von allein hereinkommen.
Passives Einkommen in Zahlen

Du baust ein Portfolio von 100.000 Euro mit 4 Prozent Dividendenrendite auf: Das sind 4.000 Euro im Jahr, also rund 333 Euro pro Monat – ganz ohne eine einzige Aktie zu verkaufen. Wer 25 Jahre lang monatlich 500 Euro investiert und im Schnitt 8 Prozent Gesamtrendite erzielt, kommt auf etwa 370.000 Euro und damit auf rund 1.233 Euro Dividende pro Monat. Zeit ist hier dein stärkster Hebel.

Reinvestieren oder ausgeben?

Ob du deine Dividenden ausgibst oder wieder anlegst, hängt von deiner Lebensphase ab. Bist du noch im Vermögensaufbau, solltest du sie unbedingt reinvestieren. Du kaufst mit den Ausschüttungen neue Aktien, die wiederum Dividenden zahlen, die du erneut anlegst, und genau dieser Schneeball beschleunigt deinen Vermögensaufbau enorm. Im Ruhestand oder bei erreichter finanzieller Freiheit kannst du die Dividenden dagegen ausgeben und damit deinen Lebensunterhalt bestreiten. Dann werden sie zum echten passiven Einkommen, von dem du leben kannst. Viele Anleger träumen genau davon: so viel Dividende zu bekommen, dass sie die laufenden Kosten vollständig deckt.

Dividenden – Passives Einkommen durch Aktien · Finanzpost auf YouTube

Vorteile und Nachteile ehrlich abgewogen

Dividendenaktien haben gleich mehrere Stärken: regelmäßiges Einkommen unabhängig von den Kursen, einen psychologischen Vorteil, weil du dein Investment Geld abwerfen siehst, eine oft hohe Stabilität, geringere Kursschwankungen und einen gewissen Inflationsschutz, weil viele Aristokraten ihre Ausschüttung Jahr für Jahr erhöhen. Aber Maik nennt klar die Kehrseite: Hohe Ausschütter reinvestieren weniger in Wachstum, ihre Kurse steigen oft langsamer. Dividenden werden sofort versteuert, auch wenn du sie reinvestierst, was den Zinseszinseffekt gegenüber thesaurierenden ETFs etwas bremst. Und gerät ein Unternehmen in eine Krise, kann es die Dividende kürzen oder streichen. Eine neutrale Einordnung solcher Risiken bekommst du bei der Verbraucherzentrale und dem Portal Finanztip.

Gute Dividendenaktien erkennen

Damit du nicht in Fallen tappst, helfen dir vier Kriterien. Erstens eine stabile oder steigende Dividendenhistorie: Hat das Unternehmen in den letzten 10 bis 20 Jahren kontinuierlich gezahlt und idealerweise erhöht? Zweitens eine moderate Rendite: 3 bis 5 Prozent sind gesund, alles über 7 oder 8 Prozent ist oft ein Warnsignal, dass der Kurs aus gutem Grund stark gefallen ist. Drittens die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der ausgezahlt wird: 40 bis 60 Prozent sind solide, über 80 Prozent bleibt kaum Spielraum für Erhöhungen. Und viertens die finanzielle Stabilität: wenig Schulden, stabile Cashflows, dauerhafte Profitabilität. Neutrale Daten und Hintergründe zu Unternehmen und Märkten findest du bei der Deutschen Bundesbank. Begriffe wie Ausschüttungsquote oder thesaurierend erklärt dir außerdem unser Finanzlexikon.

Beratungsgespräch am Tisch als Sinnbild für die Auswahl der richtigen Dividendenstrategie
Die richtige Strategie hängt von deiner Lebensphase ab.

Einzelaktien oder Dividenden-ETF?

Für viele Anleger ist ein Dividenden-ETF die bequemere Wahl, denn er bündelt automatisch viele Unternehmen und Branchen, ohne dass du selbst Titel auswählen musst. Bekannte Beispiele investieren weltweit in Dividendenaristokraten. Die spannende Frage ist oft: Dividenden-ETF oder normaler Welt-ETF wie der MSCI World? Maik räumt mit einem Irrtum auf: Die Gesamtrendite ist häufig ähnlich, nur die Zusammensetzung unterscheidet sich. Ein Welt-ETF liefert vielleicht 2 Prozent Dividende plus 6 Prozent Kurssteigerung, ein Dividenden-ETF eher 4 Prozent Dividende plus 4 Prozent Kurs. Im Vermögensaufbau ist ein thesaurierender Welt-ETF wegen des Steuerstundungseffekts oft die effizientere Wahl, im Ruhestand spielen ausschüttende Produkte ihre Stärke aus. Eine clevere Kombination kann 70 Prozent Wachstum und 30 Prozent Einkommen verbinden. Konkrete Produkte stellst du im Vergleich gegenüber.

Fazit: Dividenden sind ein Werkzeug, kein Muss

Dividenden sind ein wunderbares Werkzeug, um dir ein passives Einkommen aufzubauen, aber sie sind kein Muss. Willst du regelmäßige Auszahlungen, sind dividendenstarke Aktien und ETFs großartig. Willst du maximales Wachstum, sind thesaurierende ETFs oft die bessere Wahl. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst und deine Strategie zu deiner Lebensphase passt. Hör dir die ganze Folge an, abonniere den Podcast und bleib dran. In der nächsten Folge geht es um Anleihen: was sie sind, wie sie funktionieren und wann sie in dein Portfolio gehören.

Shownotes zu dieser Folge +

In der vierzehnten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast erklären dir Lia und Finanzexperte Maik Marx alles über Dividenden – eine der attraktivsten Eigenschaften von Aktien! Lerne, wie du mit Dividenden ein echtes passives Einkommen aufbauen kannst.

Erfahre, was Dividenden sind (Gewinnbeteiligung an Aktionären), wie oft sie ausgezahlt werden (jährlich, vierteljährlich, monatlich) und wie hoch sie normalerweise sind (2-4% Dividendenrendite). Maik zeigt dir konkrete Rechenbeispiele: Mit 100.000€ Portfolio und 4% Rendite = 333€ pro Monat. Nach 25 Jahren mit 500€ monatlicher Sparrate = 1.233€ pro Monat passives Einkommen!

Du lernst, was Dividendenaristokraten sind (25+ Jahre Dividendenerhöhungen), welche Branchen hohe Dividenden zahlen (Konsumgüter, Versorger, REITs), und die 5 Vorteile von Dividendenaktien (regelmäßiges Einkommen, psychologischer Vorteil, Stabilität, geringere Volatilität, Inflationsschutz). Plus: Wann du Dividenden reinvestieren solltest vs. ausgeben, wie du gute Dividendenaktien findest, und warum Dividenden-ETFs oft die bessere Wahl sind.

In dieser Folge erfährst du
  • Was Dividenden sind: Gewinnbeteiligung an Aktionäre
  • Wie oft Dividenden ausgezahlt werden: jährlich, vierteljährlich, monatlich
  • Typische Dividendenrenditen: 2-4% für solide Unternehmen
  • Welche Unternehmen hohe Dividenden zahlen (Konsumgüter, Versorger, Telekom, REITs)
  • Was sind Dividendenaristokraten? (25+ Jahre Dividendenerhöhungen)
  • Passives Einkommen aufbauen: 100.000€ = 333€/Monat, 370.000€ = 1.233€/Monat
  • Dividenden reinvestieren vs. ausgeben: Wann was sinnvoll ist
  • Die 5 Vorteile von Dividendenaktien im Detail
  • Die 3 Nachteile: Geringeres Wachstum, Steuern, Dividendenkürzungen ⏰
  • Wie du gute Dividendenaktien findest (4 Kriterien)
  • Dividenden-ETFs: Die einfache Alternative zu Einzelaktien
  • Dividenden-ETFs vs. normale Welt-ETFs: Was ist besser?
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Herzlich willkommen zurück bei Finanzpost.de, der Finanz- und Vorsorge-Podcast. Ich bin Lia und ich freue mich sehr, dass du auch heute wieder dabei bist. In der letzten Folge haben wir über Einzelaktien gesprochen. Heute widmen wir uns einem Thema, das viele Anleger fasziniert. Dividenden. Was sind Dividenden? Wie funktionieren sie? und können sie wirklich ein passives Einkommen generieren? Und natürlich ist wieder mein Finanzexperte an meiner Seite, der mir alles über Dividenden erklären wird. Herzlich willkommen, Maik Marx.

Maik Marx: Danke, Lia. Dividenden sind wirklich ein spannendes Thema. Sie sind eine der attraktivsten Eigenschaften von Aktien, weil sie regelmäßige Einnahmen generieren können, ohne dass du deine Aktien verkaufen musst. Heute wollen wir verstehen, wie Dividenden funktionieren und wie du sie für dich nutzen kannst.

Lia: Perfekt! Maik, fangen wir ganz am Anfang an. Was ist eine Dividende?

Maik Marx: Eine Dividende ist eine Gewinnbeteiligung, die ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Wenn ein Unternehmen Gewinne macht, hat es mehrere Möglichkeiten, was es damit tut. Es kann den Gewinn reinvestieren, um zu wachsen. Es kann Schulden abbezahlen. Oder es kann einen Teil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Diese Ausschüttung nennt man Dividende. Wenn du eine Aktie eines Unternehmens besitzt, hast du Anspruch auf die Dividende. Die Höhe der Dividende hängt davon ab, wie viele Aktien du besitzt.

Lia: Okay, eine Dividende ist eine Gewinnbeteiligung. Wie wird sie ausgezahlt?

Maik Marx: Die Dividende wird normalerweise in bar auf dein Depot-Verrechnungskonto ausgezahlt. Wenn du zum Beispiel 100 Aktien von Coca-Cola besitzt und Coca-Cola eine Dividende von 2 Dollar pro Aktie zahlt, bekommst du 2,0 Dollar ausgezahlt. Es gibt auch Stockdividenden, wo du statt Geld zusätzliche Aktien bekommst, aber das ist seltener. Die meisten Dividenden werden in bar ausgezahlt.

Lia: Bar auf das Konto, das ist einfach. Wie oft werden Dividenden ausgezahlt?

Maik Marx: Das hängt vom Unternehmen und vom Land ab. In Deutschland zahlen die meisten Unternehmen einmal pro Jahr Dividende, meist nach der Hauptversammlung im Frühjahr. In den USA zahlen viele Unternehmen vierteljährlich, also viermal pro Jahr. Manche Unternehmen zahlen auch monatlich, zum Beispiel einige REITs, Real Estate Investment Trusts. Für Anleger, die regelmäßiges Einkommen wollen, sind vierteljährliche oder monatliche Dividenden attraktiver, weil das Geld öfter fließt.

Lia: Einmal, viermal oder zwölfmal pro Jahr. Das ist interessant. Maik, wie hoch sind Dividenden normalerweise?

Maik Marx: Das variiert stark. Manche Unternehmen zahlen gar keine Dividende, zum Beispiel Wachstumsunternehmen wie Amazon oder Tesla. Sie reinvestieren alle Gewinne, um zu wachsen. Andere Unternehmen zahlen hohe Dividenden, zum Beispiel 4, 5 oder 6 Prozent pro Jahr. Die Dividendenrendite ist die jährliche Dividende, geteilt durch den Aktienkurs. Wenn eine Aktie 100 Euro kostet und 4 Euro Dividende pro Jahr zahlt, ist die Dividendenrendite 4%. Typische Dividendenrenditen liegen zwischen 2 und 4% für solide etablierte Unternehmen.

Lia: 2 bis 4% Dividendenrendite. Das klingt nach einem schönen Zusatzeinkommen. Maik, welche Unternehmen zahlen hohe Dividenden?

Maik Marx: Oft sind es reife, etablierte Unternehmen in stabilen Branchen, zum Beispiel Konsumgüterunternehmen wie Coca-Cola, Procter & Gamble, Unilever oder Versorgungsunternehmen wie E.ON oder RWE oder Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom oder AT&T. Diese Unternehmen wachsen nicht mehr so schnell, haben aber stabile Gewinne und geben einen großen Teil davon als Dividende weiter. Auch Banken und Versicherungen zahlen oft gute Dividenden. Und REITs, also Immobilieninvestmentgesellschaften, sind gesetzlich verpflichtet, einen Großteil ihrer Gewinne als Dividende auszuschütten.

Lia: Konsumgüter, Versorger, Telekom, Banken, Reits. Das sind gute Branchen für Dividenden. Maik, was sind Dividenden-Aristokraten?

Maik Marx: Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge jedes Jahr erhöht haben. Das ist ein sehr starkes Signal für finanzielle Stabilität und gutes Management. Beispiele sind Coca-Cola, Johnson & Johnson, Procter & Gamble, 3M, McDonald's. Diese Unternehmen haben Wirtschaftskrisen, Rezessionen und Börsencrashs überstanden und trotzdem jedes Jahr die Dividende erhöht. Für Dividendeninvestoren sind Dividendenaristokraten sehr attraktiv, weil sie Verlässlichkeit bieten.

Lia: Dividendenaristokraten, das klingt nach einer sicheren Wahl. Maik, wie kann ich mit Dividenden ein passives Einkommen aufbauen?

Maik Marx: Das Prinzip ist einfach. Du kaufst Aktien von Unternehmen, die regelmäßig Dividenden zahlen. Je mehr Aktien du besitzt, desto mehr Dividenden bekommst du. Wenn du zum Beispiel ein Portfolio von 100.000 Euro aufbaust mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 4%, bekommst du 4.000 Euro pro Jahr an Dividenden, also etwa 333 Euro pro Monat. Das ist passives Einkommen, weil du nichts dafür tun musst. Das Geld fließt automatisch auf dein Konto. Viele Menschen träumen davon, von Dividenden zu leben. Also so viel Dividenden zu bekommen, dass sie ihre Lebenshaltungskosten decken.

Lia: 333 Euro pro Monat bei 100.000 Euro Portfolio. Das klingt verlockend. Aber 100.000 Euro aufzubauen dauert lange, oder?

Maik Marx: Ja, das stimmt. Aber du kannst klein anfangen und kontinuierlich aufbauen. Wenn du jeden Monat 500 Euro in Dividendenaktien investierst und eine durchschnittliche Gesamtrendite von 8% erzielst, also 4% Dividende plus 4% Kurssteigerung, hast du nach 15 Jahren etwa 140.000 Euro. Bei 4% Dividendenrendite sind das 500-600 Euro pro Jahr oder 467 Euro pro Monat. Nach 25 Jahren hast du etwa 37.000 Euro und bekommst 1233 Euro pro Monat an Dividenden. Das ist ein solides passives Einkommen.

Lia: Wow. 1,23. 3 Euro pro Monat nach 25 Jahren. Das ist beeindruckend. Maik, sollte ich die Dividenden ausgeben oder reinvestieren?

Maik Marx: Das hängt von deiner Lebensphase ab. Wenn du noch im Vermögensaufbau bist, solltest du die Dividenden unbedingt reinvestieren. Dadurch profitierst du vom Zinseszinseffekt. Du kaufst mit den Dividenden neue Aktien, die wiederum Dividenden zahlen, die du wieder reinvestierst. Das beschleunigt den Vermögensaufbau enorm. Wenn du im Ruhestand bist oder finanzielle Freiheit erreicht hast, kannst du die Dividenden ausgeben und damit deinen Lebensunterhalt bestreiten. Dann sind Dividenden ein echtes passives Einkommen, von dem du leben kannst.

Lia: Das macht Sinn. Maik, was sind die Vorteile von Dividendenaktien?

Maik Marx: Es gibt mehrere Vorteile. Erstens, regelmäßiges Einkommen. Dividenden fließen kontinuierlich, unabhängig davon, ob die Kurse steigen oder fallen. Zweitens, psychologischer Vorteil. Dividenden geben dir ein gutes Gefühl, weil du siehst, dass dein Investment Geld abwirft. Das motiviert zum Durchhalten, auch wenn die Kurse mal fallen. Drittens Stabilität. Unternehmen, die Dividenden zahlen, sind oft finanziell stabil und profitabel. Viertens geringere Volatilität. Dividendenaktien schwanken oft weniger stark als Wachstumsaktien. Und fünftens Inflationsschutz. Viele Dividendenaristokraten erhöhen ihre Dividende jedes Jahr, oft stärker als die Inflation. Dadurch wächst dein Einkommen real.

Lia: Das sind starke Vorteile. Regelmäßiges Einkommen. Psychologischer Vorteil. Stabilität. Geringere Volatilität. Inflationsschutz. Maik, gibt es auch Nachteile?

Maik Marx: Ja, es gibt auch Nachteile. Erstens, geringeres Wachstumspotenzial. Unternehmen, die hohe Dividenden zahlen, reinvestieren weniger in Wachstum. Deshalb steigen ihre Kurse oft langsamer als die von Wachstumsunternehmen. 2. Steuern Dividenden werden sofort versteuert, auch wenn du sie reinvestierst. Bei thesaurierenden ETFs oder Wachstumsaktien zahlst du Steuern erst beim Verkauf, also später. Dadurch ist der Zinseszinseffekt bei Dividenden etwas schwächer. 3. Dividendenkürzungen Wenn ein Unternehmen in eine Krise gerät, kann es die Dividende kürzen oder ganz streichen. Das ist psychologisch und finanziell schmerzhaft.

Lia: Geringeres Wachstum, Steuern, Dividendenkürzungen – das sind wichtige Nachteile. Maik, wie finde ich gute Dividendenaktien?

Maik Marx: Es gibt mehrere Kriterien. 1. Stabile oder steigende Dividendenhistorie. Schaue, ob das Unternehmen in den letzten 10 oder 20 Jahren kontinuierlich Dividenden gezahlt und idealerweise erhöht hat. 2. Moderate Dividendenrendite. Eine Rendite von 3 bis 5 Prozent ist gut. Wenn die Rendite über 7 oder 8 Prozent liegt, ist das oft ein Warnsignal, dass der Kurs stark gefallen ist, weil das Unternehmen Probleme hat. 3. Ausschüttungsquote. Das ist der Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird. Eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent ist gesund. Wenn sie über 80 oder 90 Prozent liegt, ist wenig Spielraum für Dividendenerhöhungen. 4. Finanzielle Stabilität. Das Unternehmen sollte profitabel sein, wenig Schulden haben und stabile Cashflows generieren.

Lia: Stabile Dividendenhistorie, moderate Rendite, gesunde Ausschüttungsquote, finanzielle Stabilität – das sind klare Kriterien. Maik, kann ich auch mit ETFs in Dividendenaktien investieren?

Maik Marx: Absolut, und das ist für viele Menschen die bessere Wahl. Es gibt spezielle Dividenden-ETFs, die in Unternehmen mit hohen Dividenden investieren. Zum Beispiel den SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ETF, der weltweit in Dividenden-Aristokraten investiert. Oder den Vanguard FTSE All World High Dividend Yield ETF, der in Unternehmen mit hohen Dividenden-Renditen investiert. Mit einem Dividenden-ETF bekommst du sofort Diversifikation über viele Unternehmen und Branchen. Du musst nicht selbst Aktien auswählen. Und du bekommst trotzdem regelmäßige Dividenden ausgezahlt.

Lia: Dividenden-ETFs klingen nach einer einfachen Lösung. Maik, was ist besser? Dividenden-ETFs oder normale Welt-ETFs wie der MSCI World Das

Maik Marx: Hängt von deinen Zielen ab. Wenn du maximales Wachstum willst, ist ein normaler Welt-ETF wie der MSCI World besser, weil er auch Wachstumsunternehmen enthält, die keine Dividenden zahlen, aber stark im Kurs steigen. Wenn du regelmäßiges Einkommen willst, ist ein Dividenden-ETF besser. Aber bedenke, dass die Gesamtrendite oft ähnlich ist. Ein MSCI World ETF hat vielleicht 2% Dividendenrendite und 6% Kurssteigerung, also 8% Gesamtrendite. Ein Dividenden ETF hat vielleicht 4% Dividendenrendite und 4% Kurssteigerung, also auch 8% Gesamtrendite. Der Unterschied ist, wo die Rendite herkommt. Aus Dividenden oder aus Kurssteigerungen.

Lia: Interessant. Die Gesamtrendite ist oft ähnlich, nur die Zusammensetzung unterscheidet sich. Maik, was würdest du jemandem empfehlen, der mit Dividenden anfangen will?

Maik Marx: Wenn du im Vermögensaufbau bist, würde ich dir empfehlen, in einen normalen Welt-ETF zu investieren, der thesaurierend ist. Dadurch profitierst du maximal vom Zinseszinseffekt und musst keine Steuern auf Dividenden zahlen. Wenn du schon ein größeres Vermögen hast oder im Ruhestand bist und regelmäßiges Einkommen willst, dann sind Dividendenaktien oder Dividenden-ETFs eine gute Wahl. Du könntest auch eine Kombination machen. 70% in einen thesaurierenden Welt-ETF für Wachstum und 30% in einen ausschüttenden Dividenden-ETF für Einkommen.

Lia: Thesaurierend für Wachstum, ausschüttend für Einkommen oder eine Kombination. Das ist eine klare Empfehlung. Maik, vielen Dank für diese ausführliche Erklärung zu Dividenden. Ich habe jetzt wirklich verstanden, wie Dividenden funktionieren und wie ich sie für mich nutzen kann.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Dividenden sind ein wunderbares Werkzeug, um passives Einkommen aufzubauen. Aber sie sind kein Muss. Auch ohne Dividenden kannst du mit ETFs erfolgreich Vermögen aufbauen.

Lia: Absolut. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, überlegt euch, ob Dividenden zu eurer Strategie passen. Wenn ihr regelmäßiges Einkommen wollt, sind sie großartig. Wenn ihr maximales Wachstum wollt, sind thesaurierende ETFs besser. In unserer nächsten Folge sprechen wir über Anleihen, was sie sind, wie sie funktionieren und wann sie sinnvoll sind. Seid also unbedingt wieder dabei.

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