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Folge 13 ·16:31 ·17. Feb. 2026

Einzelaktien - Wann machen sie Sinn und wie wählt man sie aus

Lia und Maik Marx erörtern die Vor- und Nachteile von Einzelaktien versus ETFs. Sie beleuchten Diversifikation, Risiken, Analysemethoden und warnen vor typischen Anlegerfehlern, während sie Chancen in bestimmten Branchen analysieren.

Einzelaktien: Wann sie wirklich Sinn machen und wie du sie auswählst

In der dreizehnten Folge von Finanzpost.de, dem Finanz- und Vorsorge-Podcast, klären Lia und Finanzexperte Maik Marx die große Frage: Brauchst du überhaupt Einzelaktien, wenn du schon einen breit gestreuten ETF besparst? Du bekommst die ehrliche Antwort, lernst die drei großen Risiken kennen und erfährst, mit welchen Kennzahlen du ein wirklich gutes Unternehmen erkennst. Diese Folge hilft dir, fundiert zu entscheiden, ob Stock-Picking zu dir passt: ohne Provisionsdruck, dafür mit klarem Blick auf Chancen und Fallstricke.

Die ehrliche Antwort: Brauchst du Einzelaktien?

Maik macht es gleich zu Beginn unmissverständlich klar: Nein, du brauchst keine Einzelaktien. Ein breit gestreuter Welt-ETF wie der MSCI World oder der FTSE All-World reicht völlig aus, um langfristig Vermögen aufzubauen. Die meisten Privatanleger fahren mit ETFs sogar besser, weil sie breit gestreut sind, niedrige Kosten haben und keine ständige Einzelauswahl erfordern. Studien zeigen, dass viele Selbstentscheider mit Einzelaktien schlechter abschneiden als der Markt: Sie kaufen zum falschen Zeitpunkt, verkaufen aus Panik und greifen oft zu den falschen Titeln. Einzelaktien sind also kein Muss, sondern eine bewusste Entscheidung. Welche ETF-Bausteine die Basis bilden, erklären wir kompakt in unserem Wissensbereich.

Wann Einzelaktien trotzdem Sinn machen

Es gibt durchaus Situationen, in denen Einzelaktien passen. Erstens, wenn du dich wirklich gern und intensiv mit Unternehmen und Märkten beschäftigst und bereit bist, Zeit in die Recherche zu stecken. Zweitens, wenn du von einer bestimmten Branche oder Firma so überzeugt bist, dass du sie stärker gewichten willst, als ein ETF es tut. Und drittens als Beimischung: Du investierst zum Beispiel 80 bis 90 Prozent in ETFs und nur 10 bis 20 Prozent in einzelne Titel, die dich besonders reizen. So behältst du die Sicherheit der breiten Streuung und gönnst dir gleichzeitig die Chance auf etwas mehr Rendite. Entscheidend ist die Reihenfolge: Einzelaktien sind die Würze, nicht die Hauptmahlzeit. Wie groß dein Beimischungs-Anteil sinnvollerweise ausfällt, kannst du mit unseren Rechnern durchspielen.

Einzelaktien locken mit Rendite: doch die Basis bleibt der ETF.

Die drei großen Risiken im Blick

Bevor du loslegst, solltest du die drei zentralen Risiken kennen. Das größte ist das Unternehmensrisiko: Geht eine einzelne Firma pleite, kann dein gesamtes Investment in diesen Titel verloren sein. Bei einem ETF kann das nicht passieren, weil ein einzelnes Unternehmen nur einen Bruchteil ausmacht. Das beste Beispiel ist Wirecard: Wer 2020 nur diese Aktie hielt, verlor alles, wer einen DAX-ETF besaß, verlor nur rund zwei Prozent. Das zweite Risiko ist die Volatilität: Einzelwerte schwanken deutlich stärker als ein breiter Index und das kann emotional belasten. Das dritte Risiko ist die Fehlauswahl, denn die meisten Menschen überschätzen ihre Fähigkeit, gute Unternehmen sicher zu erkennen. Unabhängige Hintergründe zu Anlagerisiken liefert die Verbraucherzentrale.

Geldautomat, aus dem Bargeldscheine auf die Straße quellen, als Sinnbild für hohe Renditechancen
Hohe Chancen, hohe Risiken: Einzelaktien sind keine Einbahnstraße.

Fundamentalanalyse: die wichtigsten Kennzahlen

Wenn du Aktien aktiv auswählst, brauchst du eine Methode. Für langfristige Anleger ist die Fundamentalanalyse entscheidend: Du schaust dir an, wie gesund und wie teuer ein Unternehmen wirklich ist. Vier Kennzahlen sind besonders wichtig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zeigt, ob eine Aktie eher günstig oder teuer bewertet ist, wobei ein sehr niedriges KGV auch auf Probleme hindeuten kann. Die Dividendenrendite verrät, wie viel Ausschüttung du pro eingesetztem Euro bekommst. Die Eigenkapitalquote zeigt, wie solide ein Unternehmen finanziert ist. Und das Umsatz- und Gewinnwachstum verrät, ob die Firma vorankommt. Mehr Begriffe rund um Bewertung und Anlage findest du in unserer Anlage-Übersicht.

Diversifikation in Zahlen: Wirecard als Lehrstück

Stell dir vor, du hättest 10.000 Euro ausschließlich in Wirecard gehabt: 2020 wären davon nahezu 0 Euro übrig geblieben. Dieselben 10.000 Euro in einem DAX-ETF hingegen verloren durch den Wirecard-Crash nur etwa 2 Prozent, also rund 200 Euro. Genau deshalb gilt die Faustregel: mindestens 10 bis 15, besser 20 bis 30 verschiedene Aktien aus mehreren Branchen und Ländern. Ein einziger Totalausfall darf dein Depot niemals umwerfen.

Woran du ein wirklich gutes Unternehmen erkennst

Gute Unternehmen teilen sich fünf Merkmale. Erstens ein starkes Geschäftsmodell: Die Firma bietet etwas, das Menschen wirklich brauchen oder wollen. Zweitens einen Wettbewerbsvorteil, oft Burggraben genannt, also eine starke Marke, einen Netzwerkeffekt oder besonders niedrige Kosten. Drittens ein kompetentes, vertrauenswürdiges Management. Viertens finanzielle Stabilität, das heißt Profitabilität und wenig Schulden. Und fünftens echtes Wachstumspotenzial in einem wachsenden Markt. Apple ist ein Paradebeispiel für den Burggraben: Die Marke ist so stark und das Ökosystem aus iPhone, iPad und Watch so verzahnt, dass Kunden kaum abwandern. Auch Coca-Cola lebt von einer weltweit verankerten Marke und Tradition. Solche stabilen Großunternehmen findest du, wenn du Begriffe wie Burggraben oder Blue Chip in unserem Finanzlexikon nachschlägst.

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Branchen, Dividendenaristokraten und Blue Chips

Welche Branchen attraktiv sind, hängt von Zeit und Trends ab. Technologie-Werte wie Microsoft, Amazon oder Nvidia profitierten zuletzt stark von der Digitalisierung. Gesundheit und Pharma gelten als interessant, weil die Bevölkerung altert. Erneuerbare Energien wachsen mit der Energiewende, und klassische Konsumgüter bleiben gefragt, weil Menschen immer essen, trinken und sich kleiden. Wichtig ist: Investiere nur in Branchen, die du verstehst. Eine ruhigere Variante sind Dividendenaristokraten wie Coca-Cola, Johnson & Johnson oder Procter & Gamble, die ihre Dividende seit 25 Jahren oder länger jedes Jahr erhöhen. Auch große, etablierte Blue Chips sind weniger riskant als kleine, unbekannte Firmen. Aber Vorsicht: Eine hohe Dividende allein ist nie ein Kaufgrund. Wo du Kennzahlen und Produkte gegenüberstellst, zeigt unser Vergleich.

Trading-Arbeitsplatz mit mehreren Monitoren und Aktienkursen zu Hause
Aktive Aktienauswahl bedeutet Recherche, Zeit und einen kühlen Kopf.

Die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest

Die teuersten Fehler sind selten Wissenslücken, sondern Emotionen. Der häufigste Fehler ist emotionales Handeln: kaufen, wenn alle euphorisch sind und die Kurse hoch stehen, und verkaufen, wenn Panik herrscht. Der zweite ist mangelnde Diversifikation, also das ganze Geld in ein oder zwei Titel zu stecken. Der dritte ist, Trends hinterherzulaufen und zu spät auf den Zug aufzuspringen, ob bei Bitcoin oder Cannabis-Aktien. Der vierte Fehler ist, Verluste nicht zu akzeptieren und an Verlustbringern festzuhalten, statt das Geld sinnvoller einzusetzen. Und der fünfte ist zu häufiges Handeln, das nur Gebühren und Steuern frisst. Wer diese Muster kennt, vermeidet sie leichter. Unabhängige, werbefreie Orientierung bieten dir das Portal Finanztip und die Deutsche Bundesbank.

Fazit: Einzelaktien sind die Würze, nicht die Hauptspeise

Einzelaktien können spannend und lukrativ sein, bedeuten aber auch mehr Arbeit und mehr Risiko. Für die meisten Menschen reicht ein breit gestreuter ETF völlig aus. Wenn du Einzelaktien kaufst, dann als bewusste Beimischung, gut gestreut und nur mit Geld, dessen Schwankungen du aushältst. Hör dir die ganze Folge an, um alle Beispiele und Kennzahlen im Detail zu verstehen, und abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst. In der nächsten Ausgabe geht es um Dividenden: was sie sind, wie sie funktionieren und warum sie für manche Anleger so attraktiv sind.

Shownotes zu dieser Folge +

Einzelaktien - Wann machen sie Sinn und wie wählt man sie aus

In der dreizehnten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast klären Lia und Finanzexperte Maik Marx die große Frage: Brauche ich Einzelaktien oder reichen ETFs? Mit ehrlichen Antworten und praktischen Tipps zur Aktienauswahl bekommst du alle Informationen, die du brauchst!

Erfahre die ehrliche Wahrheit: Die meisten Menschen brauchen keine Einzelaktien – ein breit gestreuter ETF reicht völlig aus! Maik erklärt die drei Risiken von Einzelaktien (Unternehmensrisiko, Volatilität, Fehlauswahl) und zeigt, wann sie trotzdem Sinn machen: Als Beimischung zu ETFs (10-20%), wenn du Zeit und Interesse hast, oder wenn du von bestimmten Unternehmen überzeugt bist.

In dieser Folge erfährst du
  • Die ehrliche Antwort: Brauchst du Einzelaktien? (Nein, ETFs reichen!)
  • Wann Einzelaktien trotzdem Sinn machen (Beimischung, Interesse, Überzeugung)
  • Die 3 Risiken von Einzelaktien: Unternehmensrisiko, Volatilität, Fehlauswahl
  • Fundamentalanalyse vs. technische Analyse
  • Wichtige Kennzahlen: KGV, Dividendenrendite, Eigenkapitalquote, Wachstum
  • Die 5 Merkmale guter Unternehmen im Detail
  • Burggraben-Beispiele: Apple und Coca-Cola
  • Attraktive Branchen: Technologie, Gesundheit, erneuerbare Energien, Konsumgüter
  • Dividendenaristokraten: Was sie sind und warum sie interessant sind ⏰
  • Wie viele Aktien brauchst du? (20-30 für gute Streuung)
  • Die 5 häufigsten Fehler bei Einzelaktien vermeiden
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Herzlich willkommen zurück bei Finanzpost.de, der Finanz- und Vorsorge-Podcast. Ich bin Lia und ich freue mich sehr, dass du auch heute wieder dabei bist. In den letzten Folgen haben wir ausführlich über ETFs gesprochen. Heute widmen wir uns einem Thema, das viele Menschen fasziniert. Einzelaktien. Ist es sinnvoll, in einzelne Unternehmen zu investieren? Wann macht es Sinn? Und wie wählt man die richtigen Aktien aus? Und natürlich ist wieder mein Finanzexperte an meiner Seite, der mir alles über Einzelaktien erklären wird. Herzlich willkommen, Maik Marx.

Maik Marx: Danke, Lia. Einzelaktien sind ein spannendes Thema. Sie können sehr lukrativ sein, aber auch sehr riskant. Heute wollen wir verstehen, wann Einzelaktien sinnvoll sind und wie man sie auswählt, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Lia: Perfekt. Maik, fangen wir mit der Grundfrage an. Brauche ich überhaupt Einzelaktien, wenn ich schon einen breit gestreuten ETF habe?

Maik Marx: Das ist eine sehr gute Frage. Die ehrliche Antwort ist, nein, du brauchst keine Einzelaktien. Ein breit gestreuter Welt-ETF wie der MSCI World oder FTSE All World reicht völlig aus, um langfristig Vermögen aufzubauen. Die meisten Menschen fahren mit ETFs besser als mit Einzelaktien. Warum? Weil ETFs breit gestreut sind, niedrige Kosten haben und keine Einzelauswahl erfordern. Studien zeigen, dass die meisten Privatanleger mit Einzelaktien schlechter abschneiden als mit ETFs, weil sie emotionale Fehler machen, zum falschen Zeitpunkt kaufen und verkaufen oder die falschen Aktien wählen.

Lia: Also ETFs sind für die meisten Menschen die bessere Wahl. Aber es gibt Situationen, wo Einzelaktien Sinn machen.

Maik Marx: Ja, es gibt ein paar Situationen. Erstens, wenn du dich wirklich intensiv mit Unternehmen und Märkten beschäftigst und Spaß daran hast. Einzelaktien erfordern viel Recherche und Zeit. Wenn du bereit bist, diese Zeit zu investieren, kannst du mit Einzelaktien potenziell höhere Renditen erzielen. Zweitens, wenn du von einem bestimmten Unternehmen oder einer bestimmten Branche überzeugt bist und mehr Gewichtung haben willst, als der ETF bietet. Zum Beispiel, wenn du glaubst, dass Technologieunternehmen in den nächsten Jahren besonders gut laufen werden. Drittens, als Beimischung zu deinem ETF-Portfolio. Du könntest IT oder 90% in ETFs investieren und 10 oder 20% in Einzelaktien, die dich besonders interessieren. Das gibt dir die Sicherheit des ETFs und die Chance auf höhere Renditen mit Einzelaktien.

Lia: Okay, Einzelaktien als Beimischung zu ETFs, nicht als Ersatz. Das klingt vernünftig. Maik, was sind die Risiken von Einzelaktien?

Maik Marx: Das größte Risiko ist das Unternehmensrisiko. Wenn du in ein einzelnes Unternehmen investierst und dieses Unternehmen geht pleite, verlierst du dein gesamtes Investment. Das kann bei ETFs nicht passieren, weil sie breit gestreut sind. Selbst wenn ein Unternehmen im ETF pleite geht, macht das nur einen kleinen Bruchteil aus. Ein berühmtes Beispiel ist Wirecard. Viele deutsche Anleger haben viel Geld verloren, als Wirecard 2020 zusammenbrach. Wer nur Wirecard-Aktien hatte, verlor alles. Wer einen DAX-ETF hatte, verlor nur etwa 2%, weil Wirecard nur ein kleiner Teil des DAX war. Das zweite Risiko ist die Volatilität. Einzelaktien schwanken viel stärker als ETFs. Das kann emotional sehr belastend sein. Und das dritte Risiko ist, dass du die falschen Aktien auswählst. Die meisten Menschen überschätzen ihre Fähigkeit, gute Unternehmen zu erkennen.

Lia: Das sind ernsthafte Risiken. Unternehmensrisiko, Volatilität und Fehlauswahl. Maik, wenn ich trotzdem Einzelaktien kaufen will, wie wähle ich sie aus?

Maik Marx: Es gibt verschiedene Ansätze. Die zwei wichtigsten sind Fundamentalanalyse und technische Analyse. Fundamentalanalyse bedeutet, du schaust dir das Unternehmen an. Wie viel Umsatz macht es? Wie hoch ist der Gewinn? Wie ist die Bilanz? Wie ist die Marktposition? Wie sind die Zukunftsaussichten? Du versuchst, den inneren Wert des Unternehmens zu bestimmen und zu schauen, ob die Aktie gerade günstig oder teuer ist. Technische Analyse bedeutet, du schaust dir die Kursentwicklung an. Wie hat sich der Kurs in der Vergangenheit entwickelt? Gibt es Trends? Gibt es Unterstützungs- und Widerstandslinien? Für langfristige Anleger ist die Fundamentalanalyse wichtiger. Technische Analyse ist eher für kurzfristige Trader.

Lia: Fundamentalanalyse für langfristige Anleger. Das klingt sinnvoll. Maik, welche Kennzahlen sind bei der Fundamentalanalyse wichtig?

Maik Marx: Es gibt viele Kennzahlen, aber ein paar sind besonders wichtig. Erstens, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV. Das ist der Aktienkurs geteilt durch den Gewinn pro Aktie. Ein niedriges KGV bedeutet, die Aktie ist günstig bewertet. Ein hohes KGV bedeutet, sie ist teuer. Aber Vorsicht, ein niedriges KGV kann auch bedeuten, dass das Unternehmen Probleme hat. Zweitens, die Dividendenrendite. Das ist die jährliche Dividende geteilt durch den Aktienkurs. Eine hohe Dividendenrendite ist attraktiv, aber auch hier gilt. Vorsicht, eine sehr hohe Dividendenrendite kann ein Warnsignal sein. Drittens, die Eigenkapitalquote. Das ist das Eigenkapital geteilt durch das Gesamtkapital. Eine hohe Eigenkapitalquote bedeutet, das Unternehmen ist finanziell stabil und nicht zu hoch verschuldet. 4. Das Umsatz- und Gewinnwachstum Wächst das Unternehmen? Steigen die Gewinne? Wachstumsunternehmen sind oft attraktiver als stagnierende Unternehmen.

Lia: KGV, Dividendenrendite, Eigenkapitalquote, Wachstum. Das sind viele Zahlen. Wo finde ich diese Informationen?

Maik Marx: Diese Informationen findest du auf Finanzportalen wie Finanzen.net, OnVista, Yahoo Finance oder direkt auf den Investor Relations Seiten der Unternehmen. Dort werden die Geschäftsberichte veröffentlicht, in denen alle wichtigen Kennzahlen stehen. Es gibt auch Tools wie Aktienfinder.net, die die Kennzahlen übersichtlich darstellen und vergleichen.

Lia: Okay, es gibt viele Quellen für diese Informationen. Maik, wie erkenne ich ein gutes Unternehmen?

Maik Marx: Ein gutes Unternehmen hat mehrere Merkmale. Erstens, ein starkes Geschäftsmodell. Das Unternehmen bietet ein Produkt oder eine Dienstleistung, die Menschen brauchen oder wollen. 2. Einen Wettbewerbsvorteil, auch Burgraben genannt. Das kann eine starke Marke sein, wie Apple oder Coca-Cola. Oder ein Netzwerkeffekt, wie bei Facebook oder Amazon. Oder niedrige Produktionskosten. Der Burgraben schützt das Unternehmen vor Konkurrenz. 3. Ein gutes Management. Die Führung des Unternehmens sollte kompetent und vertrauenswürdig sein. 4. Finanzielle Stabilität Das Unternehmen sollte profitabel sein, wenig Schulden haben und Geld verdienen. 5. Wachstumspotenzial Das Unternehmen sollte in einem wachsenden Markt tätig sein oder neue Produkte entwickeln.

Lia: Starkes Geschäftsmodell Burggraben Gutes Management Finanzielle Stabilität Wachstumspotenzial Das sind gute Kriterien. Maik, kannst du ein Beispiel für ein Unternehmen mit einem starken Burgraben geben?

Maik Marx: Sehr gerne. Apple ist ein klassisches Beispiel. Apple hat eine extrem starke Marke. Menschen sind bereit, mehr für ein iPhone zu zahlen als für ein vergleichbares Android-Handy, weil sie der Marke vertrauen und das Ökosystem schätzen. Apple hat auch einen Netzwerkeffekt durch das Ökosystem. Wenn du ein iPhone hast, willst du auch ein iPad, eine Apple Watch, Airpods. Alles funktioniert nahtlos zusammen. Das macht es schwer für Konkurrenten, Kunden abzuwerben. Ein anderes Beispiel ist Coca-Cola. Die Marke ist weltweit bekannt und geschätzt. Menschen kaufen Coca-Cola nicht nur wegen des Geschmacks, sondern wegen des Gefühls und der Tradition. Das ist ein starker Burggraben.

Lia: Apple und Coca-Cola, das sind gute Beispiele. Maik, was ist mit Branchen? Gibt es Branchen, die besonders attraktiv sind?

Maik Marx: Das hängt von der Zeit und den Trends ab. In den letzten Jahren waren Technologieunternehmen sehr erfolgreich, weil die Digitalisierung voranschreitet. Unternehmen wie Microsoft, Google, Amazon, Apple, Nvidia haben enorme Wertsteigerungen erlebt. Aber es gibt auch andere attraktive Branchen. Gesundheit und Pharma sind interessant, weil die Bevölkerung altert und mehr Gesundheitsleistungen braucht. Erneuerbare Energien sind interessant, weil die Welt auf saubere Energie umsteigt. Konsumgüter sind interessant, weil Menschen immer essen, trinken und sich kleiden müssen. Wichtig ist, dass du dich in der Branche auskennst. Investiere nicht in Branchen, die du nicht verstehst.

Lia: Investiere nur in Branchen, die du verstehst. Das ist ein wichtiger Punkt. Maik, was ist mit Dividendenaktien? Sind die besonders attraktiv?

Maik Marx: Dividendenaktien können sehr attraktiv sein, besonders für Menschen, die regelmäßige Einnahmen wollen. Unternehmen, die seit Jahren oder Jahrzehnten stabile oder steigende Dividenden zahlen, sind oft finanziell solide und gut geführt. Man nennt sie auch Dividenden-Aristokraten. Beispiele sind Coca-Cola, Johnson & Johnson, Procter & Gamble. Diese Unternehmen haben ihre Dividende 25 Jahre oder länger jedes Jahr erhöht. Das ist ein Zeichen von Stabilität. Aber Vorsicht, eine hohe Dividende allein ist kein Kaufgrund. Wenn ein Unternehmen 10% Dividende zahlt, kann das ein Warnsignal sein, dass der Kurs stark gefallen ist, weil das Unternehmen Probleme hat.

Lia: Dividenden-Aristokraten sind interessant, aber hohe Dividende allein ist kein Kaufgrund. Verstanden? Maik, wie viele Einzelaktien sollte ich haben?

Maik Marx: Wenn du Einzelaktien kaufst, solltest du mindestens 10 bis 15 verschiedene Aktien haben, um das Risiko zu streuen. Besser noch 20 bis 30. Wenn du nur drei oder fünf Aktien hast, ist das Risiko sehr hoch, dass eine davon stark fällt und dein Portfolio stark belastet. Mit 20 bis 30 Aktien aus verschiedenen Branchen und Ländern hast du eine gute Streuung. Aber ehrlich gesagt, wenn du 30 Aktien auswählen und verfolgen musst, ist das sehr viel Arbeit. Deshalb sind ETFs für die meisten Menschen die bessere Wahl.

Lia: 20 bis 30 Aktien für gute Streuung, aber das ist viel Arbeit. Maik, was würdest du jemandem sagen, der jetzt denkt, ich will Einzelaktien kaufen, aber ich habe keine Zeit für intensive Recherche?

Maik Marx: Ich würde sagen, dann lass es lieber. Einzelaktien erfordern Zeit und Wissen. Wenn du beides nicht hast, wirst du wahrscheinlich Fehler machen und schlechter abschneiden als mit einem ETF. Es gibt aber einen Mittelweg. Du könntest in Blue-Chip-Aktien investieren, also große, etablierte, finanziell stabile Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon, Coca-Cola, Johnson & Johnson. Diese Unternehmen sind weniger riskant als kleine, unbekannte Unternehmen. Oder du investierst in Dividenden-Aristokraten, die seit Jahrzehnten stabile Dividenden zahlen. Aber auch hier gilt, ein ETF ist einfacher und für die meisten Menschen besser.

Lia: Blutschips und Dividenden-Aristokraten als einfachere Option. Maik, was sind die häufigsten Fehler bei Einzelaktien?

Maik Marx: Der häufigste Fehler ist emotionales Handeln. Menschen kaufen Aktien, wenn die Kurse hoch sind und alle euphorisch sind und verkaufen, wenn die Kurse niedrig sind und alle panisch sind. Das ist genau falsch. Der zweite Fehler ist mangelnde Diversifikation. Menschen investieren ihr ganzes Geld in eine oder zwei Aktien. Der dritte Fehler ist, Trends hinterherzulaufen. Wenn alle über Bitcoin- oder Cannabis-Aktien reden, springen viele auf den Zug auf. Oft zu spät. Der vierte Fehler ist, Verluste nicht zu akzeptieren. Menschen halten an Verlustaktien fest in der Hoffnung, dass sie wieder steigen, statt zu verkaufen und das Geld in bessere Aktien zu investieren. Und der fünfte Fehler ist, zu viel zu handeln. Jeder Kauf und Verkauf kostet Gebühren und Steuern. Langfristiges Halten ist meist besser als ständiges Hin und Her.

Lia: Emotionales Handeln, mangelnde Diversifikation, Trends hinterherlaufen, Verluste nicht akzeptieren, zu viel handeln. Das sind wichtige Warnungen. Maik, vielen Dank für diese ausführliche Erklärung zu Einzelaktien. Ich habe jetzt verstanden, dass Einzelaktien spannend sein können, aber auch viel Arbeit und Risiko bedeuten.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Einzelaktien sind kein Muss. Ein breit gestreuter ETF reicht für die meisten Menschen völlig aus. Wenn du Einzelaktien kaufen willst, tu es als Beimischung, nicht als Hauptstrategie und investiere nur Geld, das du bereit bist zu verlieren.

Lia: Absolut. Und liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, überlegt euch gut, ob Einzelaktien für euch Sinn machen. Wenn ihr die Zeit und das Interesse habt, können sie eine spannende Ergänzung sein. Wenn nicht, bleibt bei ETFs. In unserer nächsten Folge sprechen wir über Dividenden, was sie sind, wie sie funktionieren und warum sie für manche Anleger so attraktiv sind. Seid also unbedingt wieder dabei.

Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren. Beachtet bitte auch unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Alle Links und Shownotes findet ihr wie immer auch auf unserer Webseite.

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