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Folge 32 ·18:48 ·5. Aug. 2026

Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs – Was ist besser?

💰 Geldregen oder Zinseszins-Turbo – Welche ETF-Variante passt zu dir?

Thesaurierende vs. ausschüttende ETFs: Was ist besser für deinen Vermögensaufbau?

Willkommen zu Folge 32 von Finanzpost.de! Lia und Finanzexperte Maik Marx nehmen sich diesmal einer Frage an, die fast jeder ETF-Anleger irgendwann stellt: thesaurierend oder ausschüttend? Nachdem in der letzten Folge geklärt war, ob MSCI World oder FTSE All-World die bessere Wahl ist, steht sofort die nächste Entscheidung an. Zwei Fachbegriffe, die viele einfach ignorieren und dann den erstbesten ETF nehmen. In dieser Folge erfährst du, was hinter beiden Varianten steckt, wie sie sich auf deine Steuern und deinen Zinseszins auswirken und welche Variante am besten zu deiner Lebensphase passt.

Was bedeutet ausschüttend?

Ein ausschüttender ETF, oft mit dem Kürzel "Dist" für Distributing gekennzeichnet, sammelt die Dividenden der enthaltenen Unternehmen und überweist sie dir regelmäßig aufs Verrechnungskonto. Das kann vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich passieren. Maik beschreibt es als eine Art kleine Gehaltserhöhung, die du direkt von deinen Investments bekommst. Der große Reiz liegt im spürbaren, passiven Geldfluss: Du siehst schwarz auf weiß, dass dein Geld für dich arbeitet, und das ist enorm motivierend. Was du mit den Ausschüttungen machst, bleibt dir überlassen, ob Urlaub, Lebensunterhalt oder erneutes Anlegen. Besonders beliebt ist diese Variante bei Menschen, die bereits im Ruhestand sind oder von ihren Kapitalerträgen leben möchten. Die wichtigsten ETF-Grundbegriffe findest du kompakt erklärt in unserem Wissensbereich.

Schritt für Schritt: Wie deine Erträge dein Vermögen wachsen lassen.

Was bedeutet thesaurierend?

Ein thesaurierender ETF, gekennzeichnet mit "Acc" für Accumulating, geht einen anderen Weg: Statt die Dividenden auszuschütten, reinvestiert er sie sofort wieder in den Fonds. Automatisch werden neue Anteile gekauft, dein Geld bleibt also im ETF und arbeitet ununterbrochen weiter. Du bekommst nichts auf dein Konto überwiesen, dafür wächst dein Anteil kontinuierlich und wird immer wertvoller. Genau hier kommt der Zinseszinseffekt ins Spiel, über den Lia und Maik bereits in früheren Folgen gesprochen haben. Weil die Dividenden ohne Verzögerung wieder angelegt werden, erwirtschaften sie selbst wieder Erträge, und diese wiederum neue Erträge. Das Ergebnis ist ein exponentielles Wachstum, das langfristig ein deutlich höheres Vermögen aufbaut. Wie stark dieser Effekt über die Jahre wirkt, kannst du mit unseren Rechnern selbst durchspielen.

Altes Sparbuch als Sinnbild für langfristigen Vermögensaufbau
Vom Sparbuch zum ETF: Der Zinseszins bleibt der Motor.

Der Zinseszinseffekt als entscheidender Faktor

Der Schneeball-Vergleich bringt es auf den Punkt: Ein thesaurierender ETF rollt wie ein Schneeball den Berg hinunter und wird von selbst immer größer. Natürlich kannst du auch bei einem ausschüttenden ETF vom Zinseszinseffekt profitieren, indem du die Ausschüttungen diszipliniert immer wieder selbst anlegst. Doch genau hier lauern zwei Nachteile. Erstens erfordert es Disziplin und Aufwand: Viele Anleger vergessen die Wiederanlage oder geben das Geld doch für etwas anderes aus. Zweitens kann jede manuelle Wiederanlage ein neuer Kauf mit Transaktionskosten sein. Beim thesaurierenden ETF läuft all das automatisch und ohne zusätzliche Kosten im Hintergrund ab. Für den langfristigen, bequemen Vermögensaufbau ist das ein klarer Effizienzvorteil, den du in unserer Anlage-Übersicht genauer nachvollziehen kannst.

Ausschüttend vs. thesaurierend auf einen Blick

Ausschüttend: regelmäßiger Geldfluss aufs Konto, gut für den Ruhestand, nutzt den Sparerpauschbetrag optimal aus, erfordert aber Disziplin bei der Wiederanlage. Thesaurierend: Dividenden werden automatisch reinvestiert, optimaler Zinseszinseffekt, bequem und kostenlos, dafür kein Geldfluss und der Freibetrag bleibt in der Ansparphase oft ungenutzt. Für junge Anleger mit langem Zeithorizont ist die thesaurierende Variante meist die klare Empfehlung.

Die Steuerfrage: Vorabpauschale verstehen

Ein häufiges Missverständnis: Viele glauben, bei thesaurierenden ETFs würden gar keine Steuern anfallen, weil ja nichts ausgeschüttet wird. Das stimmt nicht. In Deutschland greift die sogenannte Vorabpauschale, eine fiktive Steuer auf die erwarteten Erträge deines ETFs, die du jährlich zahlst, auch ohne Ausschüttung. Der Hintergrund: Der Staat möchte nicht bis zum irgendwann erfolgenden Verkauf auf seine Steuern warten. In der Praxis fällt die Vorabpauschale meist sehr gering aus und wird mit deinem Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr verrechnet. Bleiben deine gesamten Kapitalerträge darunter, zahlst du in der Regel keine Steuern. Neutrale und verständliche Grundlagen dazu bieten die Verbraucherzentrale und die Deutsche Bundesbank.

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Der Sparerpauschbetrag: Vorteil der Ausschütter

Ein oft gehörtes Argument für ausschüttende ETFs ist der Sparerpauschbetrag. Er liegt in Deutschland bei 1.000 Euro pro Person und Jahr, bis zu dieser Höhe sind Kapitalerträge steuerfrei. Ein ausschüttender ETF, der dir jedes Jahr etwa 800 Euro Dividenden bringt, nutzt diesen Freibetrag optimal aus. Bei einem thesaurierenden ETF hingegen kann der Freibetrag in manchen Jahren teilweise ungenutzt verfallen. Doch dieser Vorteil hat Grenzen: Sobald dein Depot wächst und die Ausschüttungen über 1.000 Euro steigen, musst du den Rest ohnehin versteuern. Der steuerliche Vorteil wirkt also vor allem am Anfang. Weitere Fachbegriffe rund um Steuern und ETFs erklärt dir unser Finanzlexikon, und verlässliche Praxistipps liefert auch Finanztip.

Tresor mit Zeitschloss als Sinnbild für Steuerstundung und langen Anlagehorizont
Zeit im Markt schlägt Steuertricks: Der lange Horizont zählt.

Die Empfehlung nach Lebensphase

Für junge Anleger mit einem langen Zeithorizont fällt die Empfehlung von Maik klar aus: die thesaurierende Variante. Der optimal ausgenutzte Zinseszinseffekt wiegt langfristig schwerer als der Steuervorteil des Sparerpauschbetrags, gerade weil das automatische Reinvestieren bequem und effizient ist. Wer dagegen bereits im Ruhestand ist oder einen regelmäßigen Einkommensstrom aus dem Depot wünscht, ist mit ausschüttenden ETFs oft besser bedient. Im Ruhestand lässt sich mit der Vier-Prozent-Regel planen, wie viel du jährlich entnehmen kannst, ohne dein Vermögen zu gefährden. Grundsätzlich kannst du beide Varianten auch kombinieren, das macht die Verwaltung allerdings komplizierter. Welche ETFs und Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital zu deiner Strategie passen, zeigt dir unser Vergleich.

Fazit: Zinseszins schlägt Steuertrick

Am Ende gibt es kein pauschales Richtig oder Falsch, sondern nur die Variante, die zu deiner Lebensphase und deinen Zielen passt. Baust du langfristig Vermögen auf, spielt der thesaurierende ETF seinen Zinseszins-Turbo voll aus. Willst du regelmäßiges Einkommen, punktet der Ausschütter. Wichtig ist, dass du die Entscheidung bewusst triffst und nicht dem Zufall überlässt. Hör dir die ganze Folge an, abonniere den Podcast von Finanzpost.de und richte deinen ersten Sparplan ein. In der nächsten Folge klären wir, wie du den passenden Broker findest und dein Depot Schritt für Schritt aufsetzt.

Shownotes zu dieser Folge +

Geldregen oder Zinseszins-Turbo – Welche ETF-Variante passt zu dir?

In der zweiunddreißigsten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast klären Lia und Finanzexperte Maik Marx die entscheidende Frage: Thesaurierend oder ausschüttend – welche ETF-Variante ist die richtige für dich?

Erfahre, was ausschüttende ETFs sind (regelmäßiger Geldregen!), wie du damit deinen Sparerpauschbetrag von eintausend Euro optimal nutzt, was thesaurierende ETFs sind (der Zinseszins-Turbo!), und warum sie langfristig zu einem deutlich höheren Vermögen führen.

In dieser Folge erfährst du
  • Was sind ausschüttende ETFs? (regelmäßiger Geldregen)
  • Die Vorteile: Passives Einkommen, Motivation, Sparerpauschbetrag nutzen
  • Die Nachteile: Disziplin bei der Wiederanlage, geringerer Zinseszinseffekt
  • Was sind thesaurierende ETFs? (der Zinseszinseffekt-Turbo)
  • Die Vorteile: Optimaler Zinseszinseffekt, bequem, Steuerstundung
  • Die Nachteile: Kein Geldfluss, Sparerpauschbetrag wird nicht genutzt
  • Die Besteuerung: Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs
  • Die klare Empfehlung für junge Anleger: Thesaurierende ETFs! ⏰
  • Warum der Zinseszinseffekt langfristig wichtiger ist als der Steuervorteil
  • Wie du im Ruhestand Geld entnimmst (Vier-Prozent-Regel)
  • Kann man beide Varianten kombinieren? (Ja, aber komplizierter)
  • Wie du einen Broker findest und einen Sparplan einrichtest (Trade Republic, Scalable Capital)
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Finanzpost.de. Ich bin Lia und ich freue mich riesig, dass ihr wieder dabei seid. In unserer letzten Folge haben wir ja geklärt, ob MSCI World oder FTSE All World der bessere ETF ist. Und ich habe gelernt. Beide sind super. Der Unterschied ist minimal. Aber kaum hatte ich diese Entscheidung getroffen, stand ich vor der nächsten. Thesaurierend oder ausschüttend. Wieder so zwei Fachbegriffe, die mich total verwirrt haben. Was bedeutet das überhaupt? Und was ist besser für mich? Ich habe einfach den Erstbesten genommen, ohne es wirklich zu verstehen. Heute wollen wir das ändern. Maik, bitte hilf mir und unseren Zuhörern, die richtige Wahl zu treffen.

Maik Marx: Hallo Lia, hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Das ist eine exzellente Frage und du bist damit nicht allein. Die Entscheidung zwischen thesaurierend und ausschüttend ist eine der wichtigsten, die du als ETF-Anleger treffen musst. Und sie hat große Auswirkungen auf deinen Vermögensaufbau, auf deine Steuern und auf deine persönliche Strategie. Aber keine Sorge, es ist gar nicht so kompliziert, wie es klingt. Am Ende dieser Folge wirst du genau wissen, welche Variante für dich die richtige ist.

Lia: Das klingt super. Lass uns mit den Grundlagen starten. Was bedeutet denn ausschüttend?

Maik Marx: Ein ausschüttender ETF, oft auch Distributing oder DIST genannt, sammelt die Dividenden der Unternehmen, die im ETF enthalten sind, und schüttet sie regelmäßig an die Anleger aus, das kann vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich sein. Du bekommst also regelmäßig Geld auf dein Verrechnungskonto überwiesen. Das ist wie eine kleine Gehaltserhöhung, die du von deinen Investments bekommst.

Lia: Ich bekomme also regelmäßig Geld auf mein Konto? Das klingt doch super. Warum sollte man das nicht wollen?

Maik Marx: Das ist der große Vorteil von ausschüttenden ETFs. Du hast einen regelmäßigen passiven Geldfluss. Das kann sehr motivierend sein, weil du siehst, dass deine Investments Früchte tragen. Du kannst das Geld dann für alles Mögliche verwenden. Für deinen Lebensunterhalt, für einen Urlaub, für ein schönes Abendessen. Oder du kannst es wieder anlegen. Viele Anleger, die bereits im Ruhestand sind oder von ihren Kapitalerträgen leben wollen, bevorzugen ausschüttende ETFs, weil sie einen stetigen Einkommensstrom generieren.

Lia: Also ausschüttende ETFs sind gut für Leute, die schon Geld aus ihren Investments ziehen wollen. Verstanden. Und was ist dann thesaurierend?

Maik Marx: Ein thesaurierender ETF, oft auch Accumulating oder Axic genannt, schüttet die Dividenden nicht aus, sondern reinvestiert sie sofort wieder in den ETF. Das heißt, die Dividenden werden automatisch genutzt, um neue Anteile des ETFs zu kaufen. Dein Geld bleibt also im ETF und arbeitet weiter für dich. Du siehst die Dividenden nicht auf deinem Konto, aber dein ETF-Anteil wird immer größer und wertvoller.

Lia: Die Dividenden werden also automatisch wieder angelegt. Das klingt nach dem Zinseszinseffekt, über den wir in Folge 9 gesprochen haben.

Maik Marx: Genau, Lia. Das ist der entscheidende Punkt. Thesaurierende ETFs nutzen den Zinseszinseffekt optimal aus. Weil die Dividenden sofort wieder angelegt werden, profitierst du von einem exponentiellen Wachstum. Deine Dividenden erwirtschaften wieder neue Dividenden und so weiter. Das ist wie ein Schneeball, der den Berg hinunterrollt und immer größer wird. Langfristig führt das zu einem deutlich höheren Vermögensaufbau als bei ausschüttenden ETFs, wenn du die Ausschüttungen nicht selbst wieder anlegst.

Lia: Der Zinseszinseffekt ist also der große Vorteil von thesaurierenden ETFs. Aber was ist mit den Steuern? Muss ich die Dividenden nicht versteuern, auch wenn ich sie gar nicht bekomme?

Maik Marx: Das ist ein sehr wichtiger Punkt und hier wird es etwas kompliziert. Ja, du musst die Dividenden versteuern, auch wenn sie thesauriert werden. In Deutschland gibt es die sogenannte Vorabpauschale. Das ist eine fiktive Steuer auf die erwarteten Erträge deines ETFs, die du jedes Jahr zahlen musst, auch wenn du keine Ausschüttungen bekommst. Die Idee dahinter ist, dass der Staat nicht ewig auf seine Steuern warten will, bis du den ETF irgendwann verkaufst. Die Vorabpauschale ist aber meistens sehr gering und sie wird mit deinem Sparerpauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr verrechnet. Wenn du also unter 1000 Euro Kapitalerträge pro Jahr hast, zahlst du in der Regel keine Steuern.

Lia: Also Steuern muss ich bei beiden zahlen. Aber bei Thesaurierenden ist es etwas komplizierter mit der Vorabpauschale. Und was ist, wenn ich die Ausschüttungen von einem ausschüttenden ETF selbst wieder anlege? Dann habe ich doch auch den Zinseszinseffekt, oder?

Maik Marx: Ja, das ist richtig. Wenn du die Ausschüttungen von einem ausschüttenden ETF diszipliniert immer wieder selbst anlegst, hast du auch den Zinseszinseffekt. Aber es gibt zwei Nachteile. Erstens, du musst es selbst tun. Das erfordert Disziplin und Aufwand. Viele Leute vergessen es oder geben das Geld doch für etwas anderes aus. Zweitens, jede Wiederanlage ist ein neuer Kauf, der Transaktionskosten verursachen kann. Bei einem thesaurierenden ETF passiert das alles automatisch und kostenlos im Hintergrund.

Lia: Also, thesaurierende ETFs sind bequemer und effizienter, wenn man langfristig Vermögen aufbauen will. Das leuchtet ein. Aber was ist mit dem Sparerpauschbetrag? Ich habe gehört, dass ausschüttende ETFs besser sind, um den Freibetrag auszunutzen.

Maik Marx: Das ist ein Argument, an das man oft hört, Lia. Der Sparerpauschbetrag liegt in Deutschland bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Das heißt, Kapitalerträge bis zu dieser Höhe sind steuerfrei. Wenn du einen ausschüttenden ETF hast, der dir jedes Jahr 800 Euro Dividenden ausschüttet, dann sind diese 800 Euro steuerfrei. Du nutzt deinen Freibetrag also optimal aus. Wenn du einen thesaurierenden ETF hast, der keine Dividenden ausschüttet, dann verfällt dein Freibetrag jedes Jahr ungenutzt. Das ist der große Vorteil von ausschüttenden ETFs in der Ansparphase.

Lia: Also mit ausschüttenden ETFs kann ich jedes Jahr Steuern sparen. Das ist doch ein großer Vorteil.

Maik Marx: Ja, das ist ein Vorteil. Aber du musst bedenken, dass du dafür den Komfort und die Effizienz des automatischen Reinvestierens aufgibst. Und du musst auch bedenken, dass du den Freibetrag nur so lange nutzen kannst, wie deine Ausschüttungen unter 1000 Euro pro Jahr liegen. Wenn dein Depot wächst und du irgendwann 2.000 Euro Dividenden pro Jahr bekommst, musst du die Hälfte davon trotzdem versteuern. Es ist also nur am Anfang ein Vorteil.

Lia: Okay, ich sehe, es gibt bei beiden Varianten Vor- und Nachteile. Lass uns das mal zusammenfassen. Was sind die Vorteile von ausschüttenden ETFs?

Maik Marx: Die Vorteile von ausschüttenden ETFs sind 1. Du hast einen regelmäßigen passiven Geldfluss. Das ist motivierend und gut für Leute, die von ihren Kapitalerträgen leben wollen. 2. Du kannst deinen Sparerpauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr optimal ausnutzen und so Steuern sparen. 3. Du hast die volle Kontrolle über das Geld und kannst selbst entscheiden, was du damit machst.

Lia: Und die Nachteile?

Maik Marx: Die Nachteile sind 1. Du musst die Ausschüttungen selbst wieder anlegen, wenn du den Zinseszinseffekt nutzen willst. Das erfordert Disziplin und kann Kosten verursachen. Zweitens, der Zinseszinseffekt ist nicht so stark wie bei thesaurierenden ETFs, wenn du die Wiederanlage vergisst. Drittens, wenn deine Ausschüttungen den Freibetrag übersteigen, musst du sie voll versteuern.

Lia: Verstanden. Und jetzt zu den thesaurierenden ETFs. Was sind die Vorteile?

Maik Marx: Die Vorteile von thesaurierenden ETFs sind 1. Der Zinseszinseffekt wird optimal ausgenutzt. Dein Vermögen wächst exponentiell, weil die Dividenden automatisch und kostenlos wieder angelegt werden. 2. Es ist extrem bequem. Du musst dich um nichts kümmern. Der ETF macht die ganze Arbeit für dich. 3. Du verschiebst die Steuerlast in die Zukunft. Du zahlst zwar die Vorabpauschale, aber die große Steuerlast fällt erst an, wenn du den ETF verkaufst. Das ist gut für den langfristigen Vermögensaufbau.

Lia: Und die Nachteile?

Maik Marx: Die Nachteile sind, erstens, du hast keinen regelmäßigen Geldfluss. Das kann demotivierend sein, weil du nicht siehst, wie dein Geld arbeitet. Zweitens, du kannst deinen Sparerpauschbetrag nicht so einfach ausnutzen. Er verfällt jedes Jahr ungenutzt, wenn du keine anderen Kapitalerträge hast. Drittens, die Besteuerung mit der Vorabpauschale ist etwas komplizierter zu verstehen.

Lia: Okay, ich glaube, ich habe die Unterschiede jetzt verstanden. Aber was ist denn nun die Empfehlung? Was soll ich als junge Anlegerin, die langfristig Vermögen aufbauen will, wählen?

Maik Marx: Für dich, Lia, und für die meisten jungen Anleger, die in der Ansparphase sind und langfristig Vermögen aufbauen wollen, ist die Empfehlung ganz klar. Thesaurierende ETFs Der Grund ist der Zinseszinseffekt. Er ist die mächtigste Kraft beim Vermögensaufbau und mit thesaurierenden ETFs nutzt du ihn optimal aus. Der Steuervorteil von ausschüttenden ETFs ist am Anfang zwar nett, aber langfristig ist der Zinseszinseffekt viel wichtiger. Wenn du über 30 oder 40 Jahre investierst, macht der Zinseszinseffekt einen riesigen Unterschied. Dein Vermögen wird mit einem thesaurierenden ETF deutlich größer sein als mit einem ausschüttenden, wenn du die Ausschüttungen nicht diszipliniert wieder anlegst.

Lia: Also für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs die bessere Wahl. Das ist eine klare Ansage. Und was ist, wenn ich später im Ruhestand bin und Geld aus meinen Investments ziehen will? Soll ich dann wechseln?

Maik Marx: Genau. Wenn du später im Ruhestand bist und einen regelmäßigen Geldfluss brauchst, um deine Lebenshaltungskosten zu decken, dann kannst du deine thesaurierenden ETFs verkaufen und in ausschüttende ETFs umschichten. Oder du verkaufst einfach jedes Jahr einen kleinen Teil deiner thesaurierenden ETF-Anteile. Das ist wie eine künstliche Ausschüttung. Du hast also die volle Flexibilität. Aber in der Ansparphase, wenn du noch arbeitest und kein Geld aus deinen Investments brauchst, sind thesaurierende ETFs die effizientere Wahl.

Lia: Das macht Sinn. Erst thesaurierend für den maximalen Vermögensaufbau und dann im Ruhestand umschichten oder Anteile verkaufen. Das ist eine gute Strategie. Maik, eine letzte Frage. Kann ich auch beide Varianten kombinieren?

Maik Marx: Ja, das ist auch eine Möglichkeit. Du könntest zum Beispiel einen großen, thesaurierenden ETF als Basis-Investment haben, um den Zinseszinseffekt zu nutzen. Und zusätzlich einen kleinen, ausschüttenden ETF, um deinen Sparerpauschbetrag auszunutzen. Das ist eine gute Strategie für Leute, die das Beste aus beiden Welten wollen. Aber es ist auch komplizierter, weil du zwei ETFs verwalten musst. Für Anfänger empfehle ich, es einfach zu halten und mit einem thesaurierenden ETF anzufangen.

Lia: Einfach halten, das ist ein gutes Motto. Vielen Dank, Maik, für diese superklare Erklärung. Ich fühle mich jetzt viel sicherer in meiner Entscheidung.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen, macht euch nicht verrückt mit der Entscheidung. Beide Varianten sind gut. Aber wenn ihr langfristig Vermögen aufbauen wollt, sind thesaurierende ETFs die effizientere Wahl.

Lia: Perfekt. In unserer nächsten Folge, Folge 33, sprechen wir über ETF-Kosten im Detail. TER, Tracking Difference und mehr. Das wird super spannend. Bis nächste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

Lia: Maik, bevor wir zum Ende kommen, habe ich noch eine praktische Frage. Wenn ich jetzt einen thesaurierenden ETF habe und später im Ruhestand Anteile verkaufen will, um davon zu leben, wie mache ich das am besten? Verkaufe ich jeden Monat ein paar Anteile oder einmal im Jahr eine größere Summe?

Maik Marx: Eine sehr gute Frage, Lia. Das ist die sogenannte Entnahmephase und es gibt verschiedene Strategien dafür. Die einfachste Methode ist, einmal im Jahr eine größere Summe zu verkaufen, die du für das kommende Jahr brauchst. Sagen wir, du brauchst 30.000 Euro pro Jahr. Dann verkaufst du am Anfang des Jahres ETF-Anteile im Wert von 30.000 Euro und überweist das Geld auf dein Girokonto. Von dort kannst du dann jeden Monat deine Ausgaben bestreiten. Das ist einfacher und kostengünstiger, als jeden Monat kleine Anteile zu verkaufen, weil du nur einmal pro Jahr Transaktionskosten hast.

Lia: Einmal im Jahr verkaufen. Das klingt nach einem guten Plan. Und wie viel darf ich verkaufen, ohne dass mein Kapital schrumpft? Du hattest mal die 4%-Regel erwähnt.

Maik Marx: Genau. Die 4%-Regel ist eine Faustregel, die besagt, dass du jedes Jahr 4% deines Depotwerts entnehmen kannst, ohne dass dein Kapital langfristig schrumpft. Wenn du also ein Depot von 750.000 Euro hast, kannst du jedes Jahr 30.000 Euro entnehmen. Und dein Kapital wird trotzdem weiter wachsen, weil die durchschnittliche Rendite an der Börse höher ist als 4%. Aber das ist nur eine Faustregel. Und wir werden in einer späteren Folge noch viel detaillierter über Entnahmestrategien sprechen.

Lia: Super, das freut mich. Maik, eine allerletzte Frage. Was ist, wenn ich mich umentscheide? Sagen wir, ich habe jetzt einen thesaurierenden ETF und will in zehn Jahren doch lieber einen ausschüttenden haben. Kann ich einfach wechseln?

Maik Marx: Ja, du kannst jederzeit wechseln. Du verkaufst einfach deine Anteile am thesaurierenden ETF und kaufst vom Erlös Anteile am ausschüttenden ETF. Aber du musst bedenken, dass der Verkauf steuerpflichtig ist. Du musst also auf den Gewinn, den du mit dem thesaurierenden ETF gemacht hast, Kapitalertragssteuer zahlen. Deshalb sollte ein Wechsel gut überlegt sein. Es ist besser, von Anfang an die richtige Strategie zu wählen und dabei zu bleiben.

Lia: Also lieber von Anfang an richtig entscheiden. Das ist ein guter Rat. Vielen Dank, Maik, für diese super hilfreiche Folge.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen, macht euch nicht verrückt mit der Entscheidung. Beide Varianten sind gut. Aber wenn ihr langfristig Vermögen aufbauen wollt, sind thesaurierende ETFs die effizientere Wahl.

Lia: Perfekt. In unserer nächsten Folge, Folge 33, sprechen wir über ETF-Kosten im Detail. TER, Tracking Difference und mehr. Das wird super spannend. Bis nächste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. Für verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

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