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Folge 31 ·22:37 ·29. Juli 2026

MSCI World vs. FTSE All-World – Welcher ETF passt zu dir

🌍 Die zwei beliebtesten Welt-ETFs im direkten Vergleich!

MSCI World vs. FTSE All-World: Welcher Welt-ETF wirklich zu dir passt

Willkommen zu Folge 31 von Finanzpost.de, deinem Finanz- und Vorsorge-Podcast. Lia und Finanzexperte Maik Marx widmen sich heute einer der hĂ€ufigsten Fragen ĂŒberhaupt: MSCI World oder FTSE All-World? Beide gelten als Klassiker fĂŒr den langfristigen Vermögensaufbau, beide sind breit gestreut und gĂŒnstig, und trotzdem stehen unzĂ€hlige Anleger genau vor dieser Entscheidung. Lia kennt das GefĂŒhl aus eigener Erfahrung, denn bei ihrem ersten Sparplan war sie schlicht ĂŒberfordert. In dieser Folge klĂ€ren wir die Unterschiede ein fĂŒr alle Mal, damit du am Ende genau weißt, welcher ETF zu deiner Strategie passt.

Was der MSCI World wirklich abbildet

Der MSCI World ist ein Aktienindex des Anbieters MSCI, Morgan Stanley Capital International, und bildet die Wertentwicklung von rund eintausendsechshundert großen und mittelgroßen Unternehmen aus dreiundzwanzig IndustrielĂ€ndern ab. Das Wort World ist dabei etwas irrefĂŒhrend, denn er deckt eben nicht die ganze Welt ab, sondern nur die entwickelten LĂ€nder, die sogenannten Developed Markets. Dazu gehören die USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada oder Australien. SchwellenlĂ€nder wie China, Indien oder Brasilien sind bewusst nicht enthalten. Das ist der zentrale Punkt, den du verstehen solltest: Der MSCI World ist ein Index der IndustrielĂ€nder, nicht der gesamten Weltwirtschaft. Die Grundlagen zu Indizes und ETFs findest du kompakt in unserem Wissensbereich.

Breit gestreut anlegen: die Basis jeder ETF-Strategie.

Die geografische Verteilung und das USA-Gewicht

Die USA dominieren den MSCI World mit etwa siebzig Prozent. Das liegt daran, dass die wertvollsten Unternehmen der Welt wie Apple, Microsoft, Amazon oder Google dort ihren Sitz haben. Danach folgen Japan mit rund sechs Prozent, Großbritannien mit etwa vier Prozent, dann Kanada, Frankreich, die Schweiz und Deutschland. Europa insgesamt kommt auf etwa fĂŒnfzehn bis zwanzig Prozent. Die Gewichtung erfolgt nach Marktkapitalisierung: Je grĂ¶ĂŸer und wertvoller ein Unternehmen ist, desto höher sein Anteil. Ein Klumpenrisiko USA ist damit real, auch wenn diese Konzerne global tĂ€tig sind und weltweit verkaufen. Bricht die US-Wirtschaft ein, leidet dein MSCI World spĂŒrbar. Wie sich solche Schwankungen auf deinen Sparplan auswirken, kannst du mit unseren Rechnern durchspielen.

Der FTSE All-World: die ganze Welt in einem ETF

Der FTSE All-World stammt vom Anbieter FTSE Russell und verfolgt einen breiteren Ansatz. Er deckt nicht nur IndustrielĂ€nder ab, sondern auch SchwellenlĂ€nder, die sogenannten Emerging Markets. Insgesamt enthĂ€lt er rund viertausend Unternehmen aus ĂŒber fĂŒnfzig LĂ€ndern und damit deutlich mehr als der MSCI World. Der FTSE All-World erfasst etwa neunzig Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung und macht seinem Namen alle Ehre. Die grĂ¶ĂŸten SchwellenlĂ€nder sind China, Taiwan, Indien, SĂŒdkorea und Brasilien, wobei China allein rund vier bis fĂŒnf Prozent ausmacht. Zusammen kommen die SchwellenlĂ€nder auf etwa zehn Prozent, die IndustrielĂ€nder auf neunzig Prozent. Auch hier fĂŒhren die USA, aber mit etwa sechzig bis fĂŒnfundsechzig Prozent etwas weniger dominant als im MSCI World.

Weltkugel mit Streuung als Sinnbild fĂŒr breite Diversifikation ĂŒber viele LĂ€nder
Mehr LÀnder, mehr Streuung: der FTSE All-World deckt auch SchwellenlÀnder ab.

Unterschied 1 und 2: Abdeckung und Anzahl der Unternehmen

Der erste große Unterschied ist die Abdeckung. Der MSCI World bildet nur IndustrielĂ€nder ab, der FTSE All-World zusĂ€tzlich die SchwellenlĂ€nder. Glaubst du, dass Emerging Markets kĂŒnftig stĂ€rker wachsen, ist der FTSE All-World die logischere Wahl. Setzt du auf StabilitĂ€t und Sicherheit der entwickelten MĂ€rkte, spricht das fĂŒr den MSCI World. Der zweite Unterschied ist die Anzahl der Unternehmen: rund eintausendsechshundert beim MSCI World gegenĂŒber etwa viertausend beim FTSE All-World. Mehr Titel bedeuten mehr Diversifikation, aber nicht automatisch mehr Rendite. Die zusĂ€tzlichen rund zweitausendvierhundert Firmen sind hĂ€ufig kleinere Unternehmen aus SchwellenlĂ€ndern mit höherem Risiko. Mehr ist also nicht per se besser. Weitere Anlageklassen und Strategien findest du in unserer Anlage-Übersicht.

Unterschied 3 und 4: Kosten und VerfĂŒgbarkeit

Beim dritten Unterschied, den Kosten, entwarnt Maik direkt. Die Total Expense Ratio, kurz TER, ist bei beiden extrem niedrig. Ein typischer MSCI World ETF wie der iShares Core MSCI World liegt bei etwa null Komma zwei Prozent, ein Vanguard FTSE All-World bei etwa null Komma zwei zwei Prozent. Der Unterschied von null Komma null zwei Prozent bedeutet bei zehntausend Euro Anlage gerade einmal zwei Euro pro Jahr, also vernachlĂ€ssigbar. Der vierte Unterschied betrifft die VerfĂŒgbarkeit: Beim MSCI World findest du dutzende Anbieter wie iShares, Xtrackers oder Lyxor, beim FTSE All-World ist die Auswahl deutlich kleiner. Welche konkreten ETFs sich lohnen, zeigt dir unser Vergleich.

Die Kosten im RealitÀtscheck

MSCI World: rund null Komma zwei Prozent TER. FTSE All-World: rund null Komma zwei zwei Prozent TER. Bei 10.000 € Anlage macht das ganze zwei Euro Unterschied pro Jahr aus. Über die Kosten solltest du deine Entscheidung also nicht treffen. Entscheidend ist die Frage, ob du SchwellenlĂ€nder im Depot haben willst oder nicht.

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Unterschied 5: Performance und Maiks klare Empfehlung

Der fĂŒnfte Unterschied ist die Performance, und hier gibt es kaum Grund zur Sorge. Langfristig liefern beide Indizes eine sehr Ă€hnliche Rendite von etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr. Mal liegt der eine vorn, mal der andere, doch ĂŒber Jahrzehnte gleicht sich das weitgehend aus. Maiks klare Empfehlung fĂŒr Einsteiger lautet deshalb: Der FTSE All-World ist die einfachere Lösung, weil du die ganze Welt inklusive SchwellenlĂ€nder in einem einzigen ETF hast und dich nicht um eine zusĂ€tzliche Emerging-Markets-Position kĂŒmmern musst. Wer bewusst auf IndustrielĂ€nder setzen oder frei kombinieren möchte, fĂ€hrt mit dem MSCI World ebenso gut. Fachbegriffe wie TER oder Marktkapitalisierung erklĂ€rt dir unser Finanzlexikon.

Preisschilder als Sinnbild fĂŒr die niedrigen Kosten von Welt-ETFs
Beide ETFs sind gĂŒnstig: die Kosten sind kaum ein Entscheidungskriterium.

Wo du dich unabhÀngig informierst

Bevor du dich festlegst, lohnt ein Blick auf neutrale Quellen ohne Verkaufsinteresse. VerlĂ€ssliche und unabhĂ€ngige Anlaufstellen sind die Verbraucherzentrale, das Portal Finanztip und die Deutsche Bundesbank. Dort findest du seriöse Grundlagen, neutrale Daten und verstĂ€ndliche ErklĂ€rungen zu Indizes, Kosten und Steuern. So triffst du deine Entscheidung informiert und selbstbestimmt, statt dich von Werbeversprechen leiten zu lassen. Wichtig ist am Ende nicht die perfekte Wahl zwischen zwei sehr guten Optionen, sondern dass du ĂŒberhaupt startest und deinen Sparplan konsequent durchhĂ€ltst.

Fazit: Beide sind gute Entscheidungen

Ob MSCI World oder FTSE All-World, du kannst mit keinem der beiden ETFs einen echten Fehler machen. Der entscheidende Unterschied ist, ob du SchwellenlĂ€nder dabei haben möchtest oder nicht, alles andere spielt kaum eine Rolle. FĂŒr die meisten Einsteiger ist der FTSE All-World die bequemste Lösung. Hör dir die ganze Folge an, um alle Details zu hören, und abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst. In der nĂ€chsten Ausgabe schauen wir uns an, wie du deinen ETF-Sparplan konkret einrichtest und optimal automatisierst.

Shownotes zu dieser Folge +

In der einunddreißigsten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast klĂ€ren Lia und Finanzexperte Maik Marx die Frage, die tausende Anleger beschĂ€ftigt: MSCI World oder FTSE All-World – welcher ETF ist der richtige fĂŒr mich?

Erfahre, was der MSCI World wirklich abdeckt (Spoiler: nicht die ganze Welt!), warum die USA siebzig Prozent ausmachen, was der FTSE All-World anders macht (SchwellenlÀnder inklusive!), und warum beide langfristig fast identische Renditen erzielen (sieben bis acht Prozent pro Jahr).

Du lernst die fĂŒnf wichtigsten Unterschiede (Abdeckung, Anzahl der Unternehmen, Kosten, VerfĂŒgbarkeit, Performance), bekommst eine klare Empfehlung von Maik (FTSE All-World fĂŒr AnfĂ€nger), erfĂ€hrst, ob du wechseln solltest (Nein!), und wie du einen Sparplan in fĂŒnf Minuten einrichtest (Trade Republic, Scalable Capital).

In dieser Folge erfÀhrst du
  • ✓ Was ist der MSCI World und was bedeutet "World"?
  • ✓ Warum der MSCI World nur IndustrielĂ€nder abdeckt (keine SchwellenlĂ€nder)
  • ✓ Die geografische Verteilung: USA siebzig Prozent, Japan sechs Prozent, Europa fĂŒnfzehn Prozent
  • ✓ Was ist der FTSE All-World und wie unterscheidet er sich?
  • ✓ Viertausend Unternehmen aus ĂŒber fĂŒnfzig LĂ€ndern (Industrie- und SchwellenlĂ€nder)
  • ✓ Die fĂŒnf wichtigsten Unterschiede im Detail
  • ✓ Unterschied 1: Abdeckung (nur IndustrielĂ€nder vs. Industrie- und SchwellenlĂ€nder)
  • ✓ Unterschied 2: Anzahl der Unternehmen (eintausendsechshundert vs. viertausend)
  • ✓ Unterschied 3: Kosten (null Komma zwei Prozent vs. null Komma zwei zwei Prozent – vernachlĂ€ssigbar!) ⏰
  • ✓ Unterschied 4: VerfĂŒgbarkeit (mehr Auswahl beim MSCI World)
  • ✓ Unterschied 5: Performance (langfristig fast identisch, sieben bis acht Prozent pro Jahr)
  • ✓ Maiks klare Empfehlung: FTSE All-World fĂŒr AnfĂ€nger (alles in einem ETF)
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Guten Morgen und willkommen zurĂŒck bei Finanzpost.de. Ich bin Lia und ich freue mich total, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Heute haben wir ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt, weil es mich selbst lange beschĂ€ftigt hat. Als ich damals meinen ersten ETF-Sparplan einrichten wollte, stand ich vor dieser einen großen Frage. MSCI World oder FTSE All World? Überall habe ich gelesen, dass beide super sind, beide breit gestreut, beide gĂŒnstig. Aber wo ist denn jetzt der Unterschied? Und welcher passt besser zu mir? Ich war total ĂŒberfordert und habe einfach den Erstbesten genommen. Heute wollen wir diese Frage ein fĂŒr alle mal klĂ€ren. Maik, hilf mir und unseren Zuhörern, die richtige Wahl zu treffen.

Maik Marx: Hallo Lia, hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Das ist tatsĂ€chlich eine der hĂ€ufigsten Fragen, die mir in meinen Coachings gestellt wird. Und das ist auch völlig verstĂ€ndlich. Denn auf den ersten Blick sehen MSCI World und FTSE All World sehr Ă€hnlich aus. Beide sind breit gestreute Welt-ETFs. Beide haben niedrige Kosten. Beide sind fĂŒr langfristige Anleger geeignet. Aber es gibt ein paar wichtige Unterschiede, die wir heute im Detail besprechen werden. Am Ende dieser Folge wirst du genau wissen, welcher ETF zu deiner Strategie passt. Und das Beste, die Entscheidung ist gar nicht so kompliziert, wie viele denken.

Lia: Das klingt beruhigend. Lass uns mit den Grundlagen starten. Was ist denn der MSCI World ĂŒberhaupt? Und was bedeutet World?

Maik Marx: Der MSCI World ist ein Aktienindex, der von der Firma MSCI, Morgan Stanley Capital International, erstellt und verwaltet wird. Er bildet die Wertentwicklung von etwa 1600 großen und mittelgroßen Unternehmen aus 23 IndustrielĂ€ndern ab. Das Wort World ist dabei etwas irrefĂŒhrend, denn er deckt nicht die ganze Welt ab, sondern nur die entwickelten LĂ€nder, die sogenannten Developed Markets. Dazu gehören LĂ€nder wie die USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und so weiter. SchwellenlĂ€nder wie China, Indien, Brasilien oder SĂŒdafrika sind nicht enthalten. Das ist der wichtigste Punkt, den man verstehen muss. Der MSCI World ist ein Index der IndustrielĂ€nder.

Lia: Aha, also World bedeutet nicht wirklich die ganze Welt, sondern nur die reichen LĂ€nder. Das ist tatsĂ€chlich irrefĂŒhrend. Und wie sieht es mit der geografischen Verteilung aus? Welche LĂ€nder haben das grĂ¶ĂŸte Gewicht?

Maik Marx: Die USA dominieren den MSCI World mit etwa 70 Prozent. Das liegt daran, dass die grĂ¶ĂŸten Unternehmen der Welt wie Apple, Microsoft, Amazon, Google, Facebook, Tesla hauptsĂ€chlich in den USA sitzen. Nach den USA kommt Japan mit etwa 6%, dann Großbritannien mit etwa 4%, dann Kanada, Frankreich, Schweiz, Deutschland und so weiter. Europa insgesamt macht etwa 15 bis 20% aus. Die Gewichtung erfolgt nach Marktkapitalisierung. Das heißt, je grĂ¶ĂŸer und wertvoller ein Unternehmen ist, desto höher ist sein Anteil im Index.

Lia: 70% USA. Das ist schon sehr viel. Ist das nicht ein Klumpenrisiko?

Maik Marx: Das ist eine berechtigte Frage, Lia. Ja, die USA haben ein sehr hohes Gewicht. Aber man muss bedenken, dass die US-Unternehmen global tĂ€tig sind. Apple verkauft seine iPhones weltweit, Microsoft seine Software, Amazon liefert ĂŒberall hin. Diese Unternehmen sind nicht nur in den USA erfolgreich, sondern weltweit. Trotzdem ist es richtig, dass man ein gewisses USA-Risiko hat. Wenn die US-Wirtschaft einbricht, wird dein MSCI World stark leiden. Das ist ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte.

Lia: Verstanden. Und jetzt zum FDSE All World. Was ist der Unterschied?

Maik Marx: Der FTSE All World ist ein Index, der von der Firma FTSE Russell erstellt wird. Der große Unterschied zum MSCI World ist, dass er nicht nur IndustrielĂ€nder abdeckt, sondern auch SchwellenlĂ€nder, die sogenannten Emerging Markets. Er enthĂ€lt etwa 4000 Unternehmen aus ĂŒber 50 LĂ€ndern. Das sind deutlich mehr Unternehmen und mehr LĂ€nder als im MSCI World. Der FTSE All World deckt etwa 90% der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Er ist also wirklich ein All World Index im Gegensatz zum MSCI World.

Lia: 4000 Unternehmen aus ĂŒber 50 LĂ€ndern. Das klingt nach viel mehr Diversifikation. Welche SchwellenlĂ€nder sind denn dabei?

Maik Marx: Die grĂ¶ĂŸten SchwellenlĂ€nder im FATSE All World sind China, Taiwan, Indien, SĂŒdkorea und Brasilien. China allein macht etwa 4 bis 5 Prozent des Index aus. Insgesamt machen die SchwellenlĂ€nder etwa 10 Prozent des FTSE All World aus, wĂ€hrend die IndustrielĂ€nder 90 Prozent ausmachen. Die USA haben auch im FTSE All World das grĂ¶ĂŸte Gewicht, Aber etwas weniger als im MSCI World. Etwa 60 bis 65 Prozent.

Lia: Also der FTS All World hat auch die USA als grĂ¶ĂŸten Anteil. Aber etwas weniger. Und dafĂŒr kommen die SchwellenlĂ€nder dazu. Das klingt nach mehr Diversifikation. Ist der FTSE All World dann automatisch besser?

Maik Marx: Das ist die Millionen-Euro-Frage, Lia. Und die Antwort lautet, es kommt darauf an. Beide Indizes haben Vor- und Nachteile. Lass uns die wichtigsten Unterschiede durchgehen. Unterschied Nummer 1, Abdeckung. Der MSCI World deckt nur IndustrielÀnder ab, der FTSE All World deckt Industrie- und SchwellenlÀnder ab. Wenn du glaubst, dass SchwellenlÀnder in Zukunft stÀrker wachsen werden als IndustrielÀnder, dann ist der FTSE All World die bessere Wahl. Wenn du glaubst, dass IndustrielÀnder stabiler und sicherer sind, dann ist der MSCI World die bessere Wahl.

Lia: Okay, das ist ein strategischer Unterschied. Was ist Unterschied Nummer zwei?

Maik Marx: Unterschied Nummer zwei. Anzahl der Unternehmen. Der MSCI World enthÀlt etwa 1600 Unternehmen, der FTSE All World etwa 4.000. Mehr Unternehmen bedeuten mehr Diversifikation, aber nicht unbedingt bessere Rendite. Die zusÀtzlichen 2.400 Unternehmen im FTSE All World sind oft kleinere Unternehmen aus SchwellenlÀndern, die ein höheres Risiko haben.

Lia: Also mehr ist nicht automatisch besser. Verstanden? Unterschied Nummer 3.

Maik Marx: Unterschied Nummer 3. Kosten. Hier wird es interessant. Die Kosten, also die TER, die Total Expense Ratio, sind bei beiden Indizes sehr niedrig, aber es gibt kleine Unterschiede. Ein typischer MSCI World ETF wie der iShares Core MSCI World hat eine TER von etwa 0,2%. Ein typischer FTSE All World ETF wie der Vanguard FTSE All World hat eine TR von etwa 0,22%. Der Unterschied ist also minimal, nur 0,02%. Bei 10.000 Euro Anlage sind das 2 Euro pro Jahr. Das ist vernachlÀssigbar.

Lia: 2 Euro pro Jahr? Das ist wirklich nicht der Rede wert. Gibt es noch weitere Unterschiede?

Maik Marx: Unterschied Nummer 4. VerfĂŒgbarkeit und Auswahl. Es gibt deutlich mehr MSCI World ETFs auf dem Markt als FTSE All World ETFs. Wenn du nach einem MSCI World ETF suchst, findest du Dutzende von Anbietern. IShares, X-Trackers, Lyxor, Amundi und so weiter. Beim FTSE All World ist die Auswahl kleiner. Der bekannteste und beliebteste ist der Vanguard FTSE All World. Das bedeutet, dass du beim MSCI World mehr Wahlmöglichkeiten hast, was Thesaurierung, AusschĂŒttung, Replikationsmethode angeht.

Lia: Mehr Auswahl beim MSCI World. Das ist ein praktischer Vorteil. Und wie sieht es mit der Performance aus? Welcher Index hat in der Vergangenheit besser abgeschnitten?

Maik Marx: Das ist die Frage, die alle interessiert. Und die Antwort ist, es ist sehr Ă€hnlich. Langfristig, ĂŒber die letzten 20 oder 30 Jahre, haben beide Indizes fast identische Renditen erzielt. Etwa 7 bis 8 Prozent pro Jahr. Es gibt Jahre, in denen der MSCI World besser lĂ€uft. Und Jahre, in denen der FDSE All World besser lĂ€uft. Wenn SchwellenlĂ€nder gut laufen, hat der FDSE All World einen kleinen Vorteil. Wenn IndustrielĂ€nder gut laufen, hat der MSCI World einen kleinen Vorteil. Aber langfristig gleicht sich das aus. Der Unterschied ist so gering, dass er in der Praxis keine Rolle spielt.

Lia: Also beide sind langfristig etwa gleich gut. Das ist beruhigend. Aber jetzt die entscheidende Frage. Welchen soll ich denn nun wÀhlen? Gibt es eine klare Empfehlung?

Maik Marx: Meine persönliche Empfehlung, LIA, ist der FDSE All World. Und zwar aus einem einfachen Grund. Er ist wirklich weltweit diversifiziert. Er enthĂ€lt Industrie- und SchwellenlĂ€nder, er deckt 90% der weltweiten Marktkapitalisierung ab und er ist genauso gĂŒnstig wie der MSCI World. Du musst dir keine Gedanken machen, ob du zusĂ€tzlich einen SchwellenlĂ€nder ETF brauchst. Du hast alles in einem ETF. Das ist einfach, bequem und effizient. Der Vanguard FTSE All World ist ein fantastischer ETF, den ich vielen meiner Klienten empfehle.

Lia: Ein ETF fĂŒr alles. Das klingt nach der einfachsten Lösung. Aber was ist, wenn ich den MSCI World schon habe? Sollte ich wechseln?

Maik Marx: Nein, auf keinen Fall. Wenn du bereits einen MSCI World ETF-Sparplan hast, gibt es keinen Grund zu wechseln. Der MSCI World ist ein ausgezeichneter ETF und du wirst damit langfristig sehr erfolgreich sein. Ein Wechsel wĂŒrde nur Kosten verursachen, Steuern auslösen und bringt dir keinen nennenswerten Vorteil. Bleib einfach dabei. Der Unterschied zwischen MSCI World und FDSE All World ist so gering, dass er in der Praxis keine Rolle spielt. Beide sind hervorragende Wahl.

Lia: Okay, das beruhigt mich. Ich habe tatsÀchlich einen MSCI World und ich werde dabei bleiben. Aber was ist mit der Kombination? Ich habe gelesen, dass manche Leute den MSCI World mit einem Emerging Markets ETF kombinieren, um die SchwellenlÀnder abzudecken. Macht das Sinn?

Maik Marx: Das ist eine Möglichkeit, ja. Wenn du den MSCI World hast und die SchwellenlĂ€nder nicht abdecken willst, kannst du einen MSCI Emerging Markets ETF dazukaufen. Die typische Aufteilung ist 70% MSCI World und 30% MSCI Emerging Markets oder 80 zu 20. Das ist eine valide Strategie, aber sie ist komplizierter als einfach einen FTSE All World zu kaufen. Du musst zwei ETFs verwalten, du musst rebalancen, du musst die Gewichtung im Auge behalten. FĂŒr AnfĂ€nger ist das oft zu kompliziert. Deshalb empfehle ich, wenn du neu anfĂ€ngst, nimm den FTSE All World. Wenn du schon einen MSCI World hast, bleib dabei oder fĂŒge einen Emerging Markets ETF hinzu, wenn du willst.

Lia: Zwei ETFs sind komplizierter als einer. Das leuchtet ein. Maik, eine letzte Frage. Gibt es noch andere Weltindizes, die ich kennen sollte? Oder sind MSCI World und FTSE All World die einzigen?

Maik Marx: Es gibt noch einen dritten großen Weltindex, den MSCI AXVI. AXVI steht fĂŒr All Country World Index. Er ist dem FTSE All World sehr Ă€hnlich, denn er enthĂ€lt auch Industrie- und SchwellenlĂ€nder. Er deckt etwa 3000 Unternehmen aus ĂŒber 50 LĂ€ndern ab. Der Unterschied zum FTSE All World ist minimal. Beide sind ausgezeichnete Wahl. Der MSCI Acquie ist etwas weniger verbreitet als der FTSE All World, aber es gibt gute ETFs darauf, zum Beispiel von iShares oder SPDR. Wenn du zwischen FTSE All World und MSCI Acquie wĂ€hlen musst, nimm einfach den, der gĂŒnstiger ist oder den du sympathischer findest. Der Unterschied ist wirklich vernachlĂ€ssigbar.

Lia: MSCI Abskick W. Drei gute Optionen. Und alle sind langfristig etwa gleich gut. Das ist die Kernbotschaft, oder?

Maik Marx: Genau, Lia. Die Kernbotschaft ist, du kannst mit keinem der drei etwas falsch machen. Alle drei sind breit gestreut, gĂŒnstig und fĂŒr langfristige Anleger hervorragend geeignet. Der wichtigste Schritt ist, ĂŒberhaupt anzufangen. Ob du dich fĂŒr MSCI World, FTC All World oder MSCI Acquie entscheidest, ist zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass du einen Sparplan einrichtest, dass du regelmĂ€ĂŸig investierst, dass du langfristig dabei bleibst und dass du nicht in Panik verkaufst, wenn die MĂ€rkte fallen. Das haben wir ja in der letzten Folge besprochen.

Lia: Der wichtigste Schritt ist, ĂŒberhaupt anzufangen. Das ist ein perfektes Schlusswort. Vielen Dank, Maik, fĂŒr diese super hilfreiche Folge. Ich fĂŒhle mich jetzt viel sicherer in meiner Entscheidung.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen, macht euch nicht verrĂŒckt mit der Auswahl. WĂ€hlt einen der drei Indizes, richtet einen Sparplan ein und lasst ihn laufen. Langfristig werdet ihr damit sehr erfolgreich sein.

Lia: Perfekt. In unserer nĂ€chsten Folge, Folge 32, sprechen wir ĂŒber ein weiteres wichtiges Thema. Thesaurierende versus ausschĂŒttende ETFs. Was ist besser? Das wird super spannend. Bis nĂ€chste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit, Richtigkeit und AktualitĂ€t der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. FĂŒr verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

Lia: Maik, bevor wir zum Ende kommen, habe ich noch eine praktische Frage. Wenn ich mich jetzt fĂŒr einen der beiden ETFs entscheide, wo kaufe ich den am besten? Welcher Broker ist empfehlenswert?

Maik Marx: Eine sehr gute Frage, Lia. Die Wahl des Brokers ist fast genauso wichtig wie die Wahl des ETFs. Du brauchst einen Broker, der gĂŒnstig ist, der eine gute Auswahl an ETFs hat, der SparplĂ€ne anbietet und der benutzerfreundlich ist. In Deutschland gibt es mehrere sehr gute Broker. Die bekanntesten sind Trade Republic, Scalable Capital, ING, Consorzbank und Comdirect. Trade Republic und Scalable Capital sind besonders bei jungen Leuten beliebt, weil sie sehr gĂŒnstig sind und eine moderne App haben. Beide bieten kostenlose ETF-SparplĂ€ne an. Das heißt, du zahlst keine GebĂŒhren, wenn du monatlich investierst. Das ist ein riesiger Vorteil.

Lia: Kostenlose SparplÀne. Das klingt perfekt. Gibt es Unterschiede zwischen den beiden?

Maik Marx: Ja, kleine Unterschiede. Trade Republic hat eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an kostenlosen ETF-SparplĂ€nen, etwa 2000 StĂŒck. Scalable Capital hat etwa 2000 ETFs, aber nicht alle sind kostenlos. Beide bieten den Vanguard FTSE All World und verschiedene MSCI World ETFs an. Beide sind seriös, reguliert und sicher. Du kannst mit beiden nichts falsch machen. Ich empfehle, beide Apps herunterzuladen, dich umzuschauen und den zu wĂ€hlen, der dir besser gefĂ€llt. Die Bedienung ist bei beiden sehr intuitiv.

Lia: Okay, ich werde mir beide anschauen. Und wie richte ich dann einen Sparplan ein? Ist das kompliziert?

Maik Marx: Nein, ĂŒberhaupt nicht. Es ist super einfach. Du lĂ€dst die App herunter, registrierst dich mit deinem Ausweis. Das geht per Video-Ident in wenigen Minuten. Dann ĂŒberweist du Geld auf dein Depot. Dann suchst du nach dem ETF, den du kaufen möchtest. Zum Beispiel Vanguard FTC All World. Dann klickst du auf Sparplan erstellen, gibst den Betrag ein, den du monatlich investieren möchtest, zum Beispiel 200 Euro. WĂ€hlst den Tag, an dem der Sparplan ausgefĂŒhrt werden soll, zum Beispiel den ersten des Monats. Und bestĂ€tigst. Fertig. Ab jetzt wird jeden Monat automatisch 200 Euro von deinem Verrechnungskonto abgebucht und in den ETF investiert. Du musst nichts mehr tun.

Lia: Das klingt wirklich einfach. Und ich kann den Sparplan jederzeit Àndern oder pausieren, oder?

Maik Marx: Absolut. Du kannst jederzeit die Sparrate erhöhen oder senken, du kannst den Sparplan pausieren, du kannst ihn löschen. Du bist völlig flexibel. Es gibt keine Vertragsbindung, keine KĂŒndigungsfrist, nichts. Das ist der große Vorteil von ETF-SparplĂ€nen gegenĂŒber alten Versicherungsprodukten, die oft starre Laufzeiten und hohe Kosten haben.

Lia: Keine Vertragsbindung. Volle FlexibilitĂ€t. Das ist genau das, was ich brauche. Maik, eine allerletzte Frage. Was ist, wenn ich schon Geld angespart habe? Sagen wir 10.000 Euro. Und ich will das jetzt investieren? Soll ich alles auf einmal investieren oder lieber ĂŒber mehrere Monate verteilen?

Maik Marx: Das ist die klassische Frage. Einmalanlage oder gestaffelt investieren? Die Studien zeigen, dass eine Einmalanlage langfristig meistens besser ist, weil du sofort voll investiert bist und die Zeit im Markt nutzt. Aber psychologisch ist es oft schwer, 10.000 Euro auf einen Schlag zu investieren. Vor allem, wenn man Angst hat, genau am Höchststand einzusteigen. Deshalb empfehle ich einen Kompromiss. Investiere die HĂ€lfte sofort, also 5000 Euro, und die andere HĂ€lfte verteilt ĂŒber die nĂ€chsten sechs Monate. Also etwa 800 Euro pro Monat. So bist du schnell investiert, aber du reduzierst das Timing-Risiko. Das ist ein guter Mittelweg zwischen RationalitĂ€t und Psychologie.

Lia: Die HĂ€lfte sofort, die andere HĂ€lfte gestaffelt. Das ist ein kluger Kompromiss. So fĂŒhle ich mich sicherer. Vielen Dank, Maik. Das war wirklich eine super hilfreiche Folge.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und denkt dran, die beste Zeit zu investieren war gestern. Die zweitbeste Zeit ist heute. Fang einfach an.

Lia: Perfekt. Vielen Dank, Maik. Und euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank fĂŒrs Zuhören. In der nĂ€chsten Folge sprechen wir ĂŒber thesaurierende versus ausschĂŒttende ETFs. Das wird super spannend. Bis nĂ€chste Woche. Bleibt investiert.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit, Richtigkeit und AktualitĂ€t der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. FĂŒr verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

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