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Folge 34 ·18:15 ·19. Aug. 2026

Smart Beta ETFs: Besser als der Markt oder nur teurer Hype?

🧠 Die Wahrheit ĂŒber intelligente ETFs und Faktor-Investing!

Smart Beta ETFs: Besser als der Markt oder nur teurer Hype?

Willkommen zurĂŒck bei Finanzpost.de! In Folge 34 sprechen Lia und Finanzexperte Maik Marx ĂŒber ein Thema, das schon im Namen ein großes Versprechen trĂ€gt: Smart-Beta-ETFs. Klingt clever, oder? Intelligentes Beta, also schlauer als der Markt. Aber halten diese ETFs wirklich, was sie versprechen? Kannst du mit ihnen die Marktrendite dauerhaft schlagen, oder zahlst du am Ende nur mehr GebĂŒhren fĂŒr einen schön verpackten Hype? In dieser Folge erfĂ€hrst du, was hinter Smart Beta steckt, welche Faktoren es gibt, was die Forschung dazu sagt und ob sich das Ganze fĂŒr dich lohnt oder ob ein klassischer Welt-ETF die klĂŒgere Wahl bleibt.

Was Beta ĂŒberhaupt bedeutet

Bevor wir ĂŒber Smart Beta reden, klĂ€rt Maik erst den Begriff Beta. Beta beschreibt schlicht die Marktrendite. Wenn du einen klassischen ETF kaufst, der einen Index wie den MSCI World abbildet, bekommst du genau diese Beta-Rendite, also die durchschnittliche Rendite, die der breite Markt dir liefert. Beta ist passiv: Du nimmst das, was der Markt hergibt, ohne zu versuchen, ihn zu ĂŒbertreffen. Genau das ist das Grundprinzip klassischer, passiver ETFs, die alle Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung gewichten. Große Konzerne haben also ein hohes Gewicht, kleine ein niedriges. Dieses einfache, transparente Prinzip ist der Grund, warum breite Index-ETFs fĂŒr die meisten Anleger so gut funktionieren. Die wichtigsten Bausteine dazu findest du kompakt erklĂ€rt in unserem Wissensbereich.

Smart Beta: der Versuch, cleverer zu sein

Smart Beta setzt genau hier an. Statt Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung zu gewichten, ordnen Smart-Beta-ETFs sie nach anderen Kriterien, etwa nach Dividendenrendite, Bewertung, UnternehmensgrĂ¶ĂŸe oder Momentum. Die Idee dahinter: Bestimmte Faktoren fĂŒhren langfristig zu einer höheren Rendite als der Gesamtmarkt. Interessant ist, dass Smart Beta eine Mischung aus passivem und aktivem Investieren ist. Passiv, weil alles regelbasiert nach einem festen Algorithmus ablĂ€uft. Aktiv, weil es bewusst versucht, den Markt zu schlagen, indem es von der Marktkapitalisierung abweicht. Deshalb spricht man auch von strategischen ETFs oder Faktor-ETFs. Genau dieser Zwitter-Charakter macht die Sache spannend, aber eben auch komplizierter, als der werbewirksame Name vermuten lĂ€sst. Rechne die Auswirkungen unterschiedlicher Kostenquoten einmal mit unseren Rechnern durch.

Regelbasiert statt zufÀllig: So funktionieren Faktor-Strategien.

Die fĂŒnf wichtigsten Faktoren

In der Finanzforschung wurden mehrere Faktoren als renditefördernd identifiziert. Die fĂŒnf bekanntesten erklĂ€rt Maik so: Value setzt auf gĂŒnstig bewertete Unternehmen mit niedrigem Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis. Size setzt auf kleinere Firmen, sogenannte Small Caps, die historisch höhere Renditen als große Konzerne erzielt haben. Momentum investiert in Aktien, deren Kurse zuletzt stark gestiegen sind. Quality konzentriert sich auf Unternehmen mit hoher ProfitabilitĂ€t und stabilen Gewinnen. Und Low Volatility zielt auf Titel mit geringen Kursschwankungen. Jeder Faktor hat seine eigene Logik und seine eigene Persönlichkeit. Doch welcher davon ist der beste? Genau das ist die Millionen-Euro-Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Die Fachbegriffe rund um diese Strategien erklĂ€rt dir unser Finanzlexikon.

Jeder Faktor hat seine Phasen

Es gibt keinen Faktor, der immer vorne liegt. Jeder hat gute und schlechte Phasen. Value-Aktien laufen oft besser in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wĂ€hrend Growth-Aktien in Boomphasen glĂ€nzen. Small Caps sind volatiler, können aber langfristig mehr Rendite bringen. Momentum funktioniert prima in klaren TrendmĂ€rkten, versagt aber in SeitwĂ€rtsphasen. Den besten Faktor im Voraus zu erwischen, ist deshalb kaum möglich. Genau hier liegt das Timing-Risiko: WĂ€hlst du den falschen Faktor zur falschen Zeit, kannst du jahrelang hinter dem breiten Markt zurĂŒckbleiben. Ein gutes Beispiel ist die Value-Krise der letzten zehn Jahre, in der viele Value-ETFs schlechter abschnitten als der MSCI World, weil Growth-Riesen wie Apple, Amazon und Microsoft die Kurse dominierten. Verschiedene AnlageansĂ€tze im Überblick zeigt dir unsere Anlage-Übersicht.

Waage mit unterschiedlich gewichteten Bausteinen als Sinnbild fĂŒr Faktor-Gewichtung
Jeder Faktor hat seine Zeit: mal oben, mal unten.

Was die Forschung wirklich zeigt

Es gibt tatsĂ€chlich viele Studien, die belegen, dass bestimmte Faktoren langfristig zu höheren Renditen gefĂŒhrt haben. Die bekannteste stammt von den Professoren Fama und French, die den Value- und den Size-Faktor identifiziert haben. Aber, und das ist ein großes Aber, all diese Untersuchungen basieren auf historischen Daten. Nur weil ein Faktor in der Vergangenheit funktioniert hat, muss er es in Zukunft nicht mehr tun. Genau darin liegt die Gefahr, sich blind auf RĂŒckspiegel-Zahlen zu verlassen. Seriöse und neutrale Grundlagen dazu findest du bei der Verbraucherzentrale, beim Portal Finanztip und bei der Deutschen Bundesbank.

Die Nachteile auf einen Blick

Smart-Beta-ETFs haben vier typische SchwĂ€chen: Erstens höhere Kosten – statt rund 0,2 % TER zahlst du oft 0,4 bis 0,6 %. Zweitens höheres Risiko, weil das Portfolio konzentrierter und volatiler ist. Drittens Timing-Risiko, wenn du den falschen Faktor zur falschen Zeit wĂ€hlst. Und viertens mehr KomplexitĂ€t, denn du musst verstehen, wann welcher Faktor lĂ€uft. Mehr GebĂŒhren sind kein Garant fĂŒr mehr Rendite.

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FĂŒr wen sich Smart Beta lohnt

Smart-Beta-ETFs können fĂŒr erfahrene Anleger sinnvoll sein, die sich intensiv mit den Faktoren beschĂ€ftigen und eine klare Strategie verfolgen. Wenn du ĂŒberzeugt bist, dass Value langfristig zurĂŒckkommt, kannst du gezielt einen Teil deines Portfolios in einen Value-ETF stecken. Oder du mischst einen Low-Volatility-ETF bei, um Schwankungen zu dĂ€mpfen. Auch Multi-Faktor-Strategien sind möglich, die mehrere Faktoren kombinieren, um einzelne SchwĂ€chephasen abzufedern. Anders als aktiv gemanagte Fonds bleiben Smart-Beta-ETFs dabei regelbasiert und transparent, du weißt also jederzeit, nach welchen Kriterien gewichtet wird. FĂŒr AnfĂ€nger und die meisten Anleger gilt trotzdem: Ein klassischer Welt-ETF ist einfacher, gĂŒnstiger und breiter gestreut. Welche Produkte sich in puncto Kosten lohnen, zeigt dir unser Vergleich.

Solides Fundament aus Bausteinen als Sinnbild fĂŒr einen breiten Welt-ETF
Solide Basis zuerst, Experimente nur mit kleinem Anteil.

Wie viel Smart Beta ins Depot gehört

Wenn du trotzdem experimentieren möchtest, gibt Maik eine klare Faustregel: nicht mehr als zehn bis zwanzig Prozent deines Portfolios in Smart-Beta-ETFs. Der Großteil sollte weiterhin in einem klassischen, breit gestreuten Welt-ETF liegen. So hast du eine solide, kostengĂŒnstige Basis und kannst trotzdem gezielt von den möglichen Vorteilen einzelner Faktoren profitieren, ohne dein gesamtes Vermögen einer Wette auszusetzen. Wichtig ist, dass du deine Entscheidung bewusst triffst und nicht dem klangvollen Namen aufsitzt. Smart Beta ist ein Werkzeug, kein Wundermittel, und der Zusatz smart macht aus einem Aufschlag bei den Kosten noch keine garantierte Mehrrendite.

Fazit: Solide Basis schlÀgt cleveren Namen

Smart-Beta-ETFs sind faszinierend, aber sie sind keine Garantie fĂŒr höhere Renditen. Sie sind komplexer, teurer und riskanter als klassische ETFs und lohnen sich vor allem fĂŒr erfahrene Anleger mit klarer Strategie. FĂŒr die meisten bleibt der breite Welt-ETF die klĂŒgere Wahl. Hör dir die ganze Folge an, um alle Details zu den Faktoren zu bekommen, und abonniere den Podcast, damit du keine Folge verpasst. In der nĂ€chsten Episode schauen wir uns an, wie du dein Depot langfristig einfach und stressfrei aufbaust.

Shownotes zu dieser Folge +

In der vierunddreißigsten Folge von Finanzpost.de: Der Finanz- und Vorsorge-Podcast entlarven Lia und Finanzexperte Maik Marx den Mythos um Smart-Beta-ETFs.

Erfahre, was Beta ist (die normale Marktrendite), was Smart Beta bedeutet (regelbasierte Strategien), welche Faktoren es gibt (Value, Size, Momentum, Quality, Low Volatility), und ob sie wirklich den Markt schlagen können.

Du lernst die Vor- und Nachteile (höhere Kosten, höheres Risiko), fĂŒr wen Smart-Beta-ETFs Sinn machen (erfahrene Anleger), wie viel du maximal investieren solltest (zehn bis zwanzig Prozent), und warum ein klassischer Welt-ETF fĂŒr die meisten die bessere Wahl ist.

In dieser Folge erfÀhrst du
  • ✓ Was ist Beta? (die normale Marktrendite)
  • ✓ Was ist Smart Beta? (regelbasierte Strategien zur Verbesserung der Rendite)
  • ✓ Welche Faktoren gibt es? (Value, Size, Momentum, Quality, Low Volatility)
  • ✓ Wie funktionieren die einzelnen Faktoren?
  • ✓ Gibt es Studien, die Smart Beta belegen? (Fama und French)
  • ✓ Warum Smart-Beta-ETFs nicht immer besser sind (Value-Krise der letzten zehn Jahre)
  • ✓ Die Nachteile: Höhere Kosten, höheres Risiko, Timing-Risiko, KomplexitĂ€t
  • ✓ FĂŒr wen machen Smart-Beta-ETFs Sinn? (erfahrene Anleger)
  • ✓ Wie viel sollte man maximal investieren? (zehn bis zwanzig Prozent) ⏰
  • ✓ Multi-Faktor-Strategien (mehrere Faktoren kombinieren)
  • ✓ Der Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds (regelbasiert und transparent)
  • ✓ Warum ein klassischer Welt-ETF fĂŒr die meisten die bessere Wahl ist
Komplettes Transkript dieser Folge +

Lia: Willkommen zurĂŒck bei Finanzpost.de. Ich bin Lia und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid. Letzte Woche haben wir ĂŒber ETF-Kosten gesprochen und ich habe gelernt, wie wichtig die Tracking Difference ist. Beim Stöbern auf den ETF-Vergleichsportalen bin ich dann auf etwas gestoßen, das mich total neugierig gemacht hat. Smart Beta ETFs. Das klingt ja schon mal clever, oder? Ja, Smart Beta, also intelligentes Beta. Aber was bedeutet das? Sind diese ETFs wirklich besser als normale ETFs? Können sie den Markt schlagen? Ich bin total gespannt, Maik, was du dazu sagst.

Maik Marx: Hallo Lia, hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Das ist eine spannende Frage und Smart Beta ETFs sind ein Thema, das viele Anleger fasziniert. Der Name klingt verlockend, intelligenter als der Markt, aber ist das wirklich so? Heute werden wir uns genau anschauen, was Smart-Beta-ETFs sind, wie sie funktionieren und ob sie ihr Versprechen halten können. Am Ende wirst du wissen, ob Smart-Beta-ETFs fĂŒr dich Sinn machen oder ob du besser bei einem klassischen Welt-ETF bleibst.

Lia: Das klingt super. Lass uns mit den Grundlagen starten. Was ist denn Beta ĂŒberhaupt?

Maik Marx: Beta ist ein Begriff aus der Finanzwelt, der die Marktrendite beschreibt. Wenn du einen klassischen ETF kaufst, der einen Index wie den MSCI World abbildet, dann bekommst du die Beta-Rendite, also die Marktrendite. Das ist die durchschnittliche Rendite, die der Markt erzielt. Beta ist passiv, du nimmst einfach das, was der Markt dir gibt. Das ist das Prinzip von klassischen, passiven ETFs.

Lia: Also Beta ist die normale Marktrendite. Verstanden? Was ist dann Smart Beta?

Maik Marx: SmartBeta ist ein Ansatz, der versucht, die Marktrendite zu verbessern, indem er bestimmte Faktoren oder Strategien nutzt. Statt einfach alle Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung zu gewichten, wie es klassische ETFs tun, gewichten SmartBeta-ETFs, die Unternehmen nach anderen Kriterien. Das können zum Beispiel Dividendenrendite, UnternehmensgrĂ¶ĂŸe, Bewertung oder Momentum sein. Die Idee ist, dass diese Faktoren langfristig zu einer höheren Rendite fĂŒhren als der Markt.

Lia: Also Smart-Beta-ETFs versuchen, cleverer zu sein als der Markt, indem sie nach bestimmten Kriterien auswÀhlen. Das klingt ja fast wie aktives Investieren.

Maik Marx: Das ist ein guter Punkt, Lia. Smart Beta ETFs sind eine Mischung aus passivem und aktivem Investieren. Sie sind passiv, weil sie regelbasiert sind und einem festen Algorithmus folgen. Sie sind aber auch aktiv, weil sie versuchen, den Markt zu schlagen, indem sie von der Marktkapitalisierung abweichen. Man nennt sie deshalb auch strategische ETFs oder Faktor-ETFs.

Lia: Faktor ETFs, Das klingt schon technischer. Welche Faktoren gibt es denn?

Maik Marx: Es gibt verschiedene Faktoren, die in der Finanzforschung als Rendite fördernd identifiziert wurden. Die bekanntesten sind 1. Value, also Wert. Value ETFs investieren in Unternehmen, die gĂŒnstig bewertet sind, also ein niedriges Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis haben. 2. Size, also GrĂ¶ĂŸe. Small Cap ETFs investieren in kleinere Unternehmen, die historisch höhere Renditen erzielt haben als große Unternehmen. 3. Momentum Momentum ETFs investieren in Unternehmen, deren Aktienkurs in der Vergangenheit stark gestiegen ist. 4. Quality, also QualitĂ€t Quality ETFs investieren in Unternehmen mit hoher ProfitabilitĂ€t und stabilen Gewinnen. FĂŒnftens, Low Volatility, also geringe Schwankungen. Diese ETFs investieren in Unternehmen mit geringen Kursschwankungen.

Lia: Das sind ja ganz schön viele Faktoren. Welcher ist denn der beste?

Maik Marx: Das ist die Millionen-Euro-Frage, Lia. Es gibt keinen Faktor, der immer am besten ist. Jeder Faktor hat seine Phasen, in denen er gut lÀuft, und Phasen, in denen er schlecht lÀuft. Value-Aktien laufen z.B. oft besser in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wÀhrend Growth-Aktien in Boom-Phasen besser laufen. Small-Cap-Aktien sind volatiler, können aber langfristig höhere Renditen bringen. Momentum-Strategien funktionieren gut in TrendmÀrkten, aber schlecht in seitwÀrts laufenden MÀrkten. Es ist also schwierig, den besten Faktor vorherzusagen.

Lia: Also es ist nicht so einfach, wie es klingt. Gibt es denn Studien, die zeigen, dass Smart-Beta-ETFs wirklich besser sind als normale ETFs?

Maik Marx: Ja, es gibt viele Studien, die zeigen, dass bestimmte Faktoren langfristig zu höheren Renditen gefĂŒhrt haben. Die bekannteste Studie ist die von den Professoren Pharma und French, die den Value-Faktor und den Size-Faktor identifiziert haben. Aber, und das ist ein großes Aber, diese Studien basieren auf historischen Daten. Nur weil ein Faktor in der Vergangenheit gut funktioniert hat, heißt das nicht, dass er auch in der Zukunft gut funktionieren wird. Es gibt auch Phasen, in denen Smart-Beta-ETFs schlechter laufen als der Markt. In den letzten 10 Jahren zum Beispiel haben viele Value-ETFs schlechter abgeschnitten als der MSCI World, weil Growth-Aktien wie Apple, Amazon und Microsoft so stark gestiegen sind.

Lia: Also Smart-Beta-ETFs sind keine Garantie fĂŒr höhere Renditen. Das ist ernĂŒchternd. Was sind denn die Nachteile von Smart Beta ETFs?

Maik Marx: Es gibt mehrere Nachteile. Erstens, höhere Kosten. Smart Beta ETFs haben oft eine höhere TER als klassische ETFs, weil sie komplexer sind. Statt 0,2% zahlst du oft 0,4 bis 0,6%. Zweitens, höheres Risiko. Weil Smart-Beta-ETFs von der Marktkapitalisierung abweichen, sind sie oft konzentrierter und volatiler. 3. Timing-Risiko Wenn du den falschen Faktor zur falschen Zeit wĂ€hlst, kannst du jahrelang hinter dem Markt zurĂŒckbleiben. 4. KomplexitĂ€t Du musst verstehen, wie die Faktoren funktionieren und wann sie gut laufen. Das erfordert mehr Wissen und Aufwand.

Lia: Höhere Kosten. Höheres Risiko. Timing-Risiko. KomplexitĂ€t. Das sind ganz schön viele Nachteile. FĂŒr wen machen Smart Beta ETFs denn Sinn?

Maik Marx: Smart Beta ETFs können fĂŒr erfahrene Anleger Sinn machen, die sich intensiv mit den Faktoren beschĂ€ftigen und eine klare Strategie haben. Wenn du zum Beispiel ĂŒberzeugt bist, dass Value-Aktien langfristig besser laufen werden, kannst du einen Teil deines Portfolios in einen Value-ETF investieren. Oder wenn du das Risiko deines Portfolios reduzieren willst, kannst du einen Low-Volatility-ETF beimischen. Aber fĂŒr AnfĂ€nger und fĂŒr die meisten Anleger ist ein klassischer Welt-ETF die bessere Wahl. Er ist einfacher, gĂŒnstiger und bietet eine breite Streuung.

Lia: Also fĂŒr AnfĂ€nger sind klassische ETFs besser. Das ist eine klare Ansage. Maik, wenn ich trotzdem einen Smart Beta ETF ausprobieren will, wie viel sollte ich davon ins Portfolio nehmen?

Maik Marx: Wenn du experimentieren willst, dann wĂŒrde ich nicht mehr als 10 bis 20 Prozent deines Portfolios in Smart Beta ETFs investieren. Der Großteil sollte weiterhin in einem klassischen Welt-ETF liegen. So hast du eine solide Basis und kannst trotzdem von den möglichen Vorteilen der Faktoren profitieren, ohne zu viel Risiko einzugehen.

Lia: 10 bis 20 Prozent. Das ist ein guter Richtwert. Vielen Dank, Maik, fĂŒr diese superklare ErklĂ€rung.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen. Lasst euch nicht von schicken Namen wie Smart Beta blenden. Ein klassischer Welt-ETF ist fĂŒr die meisten Anleger die beste Wahl. Einfach, gĂŒnstig, breit gestreut.

Lia: Perfekt. In unserer nĂ€chsten Folge, Folge 35, sprechen wir ĂŒber Themen ETFs. Hype oder sinnvolle ErgĂ€nzung? Das wird super spannend. Bis nĂ€chste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit, Richtigkeit und AktualitĂ€t der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. FĂŒr verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

Lia: Maik, bevor wir zum Ende kommen, habe ich noch eine praktische Frage. Du hast die verschiedenen Faktoren erklÀrt. Kann ich auch mehrere Faktoren kombinieren? Also zum Beispiel einen Value-ETF und einen Momentum-ETF gleichzeitig?

Maik Marx: Ja, das kannst du und das nennt man Multifaktor-Strategie. Es gibt sogar ETFs, die mehrere Faktoren in einem einzigen Produkt kombinieren. Die Idee dahinter ist, dass verschiedene Faktoren in verschiedenen Marktphasen gut laufen. Und durch die Kombination kannst du das Risiko streuen. Aber auch hier gilt, es wird komplizierter und teurer. FĂŒr die meisten Anleger ist es einfacher, bei einem klassischen Welt-ETF zu bleiben.

Lia: Multifaktor-Strategie Das klingt noch komplizierter. Ich glaube, ich bleibe erstmal bei meinem einfachen Welt-ETF. Maik, eine letzte Frage. Was ist der Unterschied zwischen Smart-Beta-ETFs und aktiv gemanagten Fonds? Beide versuchen doch, den Markt zu schlagen.

Maik Marx: Das ist eine sehr gute Frage, Lia. Der Hauptunterschied ist, dass Smart Beta ETFs regelbasiert sind. Sie folgen einem festen Algorithmus, der transparent ist. Du weißt genau, nach welchen Kriterien die Unternehmen ausgewĂ€hlt werden. Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Fondsmanager subjektiv, welche Aktien gekauft werden. Das ist intransparent und oft teurer. Smart-Beta-ETFs sind also eine Art Mittelweg. Sie versuchen, den Markt zu schlagen, aber auf eine transparente und gĂŒnstigere Weise als aktive Fonds.

Lia: Regelbasiert und transparent. Das ist ein wichtiger Unterschied. Vielen Dank, Maik, fĂŒr diese super hilfreiche Folge.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen. Lasst euch nicht von schicken Namen wie Smart Beta blenden. Ein klassischer Welt-ETF ist fĂŒr die meisten Anleger die beste Wahl. Einfach, gĂŒnstig, breit gestreut.

Lia: Perfekt. In unserer nĂ€chsten Folge, Folge 35, sprechen wir ĂŒber Themen ETFs, Hype oder sinnvolle ErgĂ€nzung. Das wird super spannend. Bis nĂ€chste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit, Richtigkeit und AktualitĂ€t der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. FĂŒr verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

Lia: Maik, ich habe noch eine Frage, die mir gerade eingefallen ist. Du hast gesagt, dass Value-ETFs in den letzten zehn Jahren schlechter gelaufen sind als der Markt. Heißt das, dass der Value-Faktor nicht mehr funktioniert?

Maik Marx: Das ist eine Frage, die viele Anleger beschĂ€ftigt, Lia. Es gibt zwei ErklĂ€rungen dafĂŒr. Die erste ist, dass der Value-Faktor einfach eine schlechte Phase hatte. Faktoren haben Zyklen und es kann durchaus sein, dass Value in den nĂ€chsten zehn Jahren wieder besser lĂ€uft. Die zweite ErklĂ€rung ist, dass sich die Welt verĂ€ndert hat. FrĂŒher waren Value-Aktien oft Industrieunternehmen, die gĂŒnstig bewertet waren, aber trotzdem solide Gewinne machten. Heute sind viele dieser Unternehmen in schrumpfenden Branchen, wĂ€hrend die Wachstumsunternehmen wie Tech-Konzerne die Zukunft dominieren. Es könnte also sein, dass der Value-Faktor nicht mehr so gut funktioniert wie frĂŒher. Aber das ist nur eine Theorie, niemand weiß es genauer.

Lia: Also es ist unsicher, ob Faktoren auch in Zukunft funktionieren. Das ist ein wichtiger Punkt. Maik, was wĂŒrdest du jemandem raten, der sich fĂŒr Smart-Beta-ETFs interessiert? Wo soll er anfangen?

Maik Marx: Wenn du dich wirklich fĂŒr Smart-Beta-ETFs interessierst, dann wĂŒrde ich dir raten, dich erstmal intensiv mit den Faktoren zu beschĂ€ftigen. Lies BĂŒcher, schau dir Studien an, verstehe, wie die Faktoren funktionieren und wann sie gut laufen. Dann fang klein an mit 10% deines Portfolios. Beobachte, wie sich der ETF entwickelt und lerne daraus. Aber erwarte keine Wunder. Smart-Beta-ETFs sind kein heiliger Gral. Sie sind nur eine andere Strategie mit eigenen Vor- und Nachteilen.

Lia: Erst lernen, dann Kleinanfang. Das ist ein guter Rat. Vielen Dank, Maik, fĂŒr diese super detaillierte Folge.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen. Bleibt kritisch, lasst euch nicht von Marketing blenden und investiert nur in Dinge, die ihr versteht.

Lia: Perfekt. In unserer nĂ€chsten Folge, Folge 35, sprechen wir ĂŒber Themen-ETFs, Hype oder sinnvolle ErgĂ€nzung. Das wird super spannend. Bis nĂ€chste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Www.finanzpost.de und die Sprecher ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit, Richtigkeit und AktualitĂ€t der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. FĂŒr verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

Lia: Maik, eine allerletzte Frage. Gibt es auch Smart Beta ETFs fĂŒr den deutschen Markt? Oder nur fĂŒr den Weltmarkt?

Maik Marx: Es gibt Smart-Beta-ETFs fĂŒr alle möglichen MĂ€rkte, LIA. FĂŒr den deutschen Markt gibt es zum Beispiel DAX-Dividenden-ETFs, die in die dividendenstĂ€rksten Unternehmen im DAX investieren. Es gibt auch Europa-Value-ETFs oder Emerging-Markets-Small-Cap-ETFs. Die Auswahl ist riesig, aber auch hier gilt, je spezialisierter der ETF, desto höher das Risiko und die Kosten. FĂŒr die meisten Anleger ist ein breiter Welt-ETF die bessere Wahl.

Lia: Das klingt interessant. Aber ich glaube, ich bleibe erstmal bei meinem MSCI World. Vielen Dank, Maik, fĂŒr diese super hilfreiche Folge.

Maik Marx: Sehr gerne, Lia. Und auch euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, möchte ich ermutigen. Bleibt kritisch, lasst euch nicht von Marketing blenden und investiert nur in Dinge, die ihr versteht.

Lia: Perfekt. In unserer nĂ€chsten Folge, Folge 35, sprechen wir ĂŒber Themen ETFs. Hype oder sinnvolle ErgĂ€nzung. Das wird super spannend. Bis nĂ€chste Woche. Bleibt investiert und bleibt entspannt.

Maik Marx: Die in diesem Podcast enthaltenen Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Finanzpost.de und die Sprecher ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr die VollstĂ€ndigkeit, Richtigkeit und AktualitĂ€t der Inhalte. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigenes Risiko. FĂŒr verbindliche Finanzberatung empfehlen wir, einen zertifizierten Finanzberater zu konsultieren.

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